Freitag, 07. November 2008, 14:48 Uhr

Ellen DeGeneres wegen Verbot homosexueller Ehen fix und fertig

US-Fernsehstar Ellen DeGeneres ist wegen der Entscheidung, gleichgeschlechtliche Ehen in Kalifornien zu verbieten, “unglaublich traurig”. Die Verabschiedung von “Antrag 8” bringt die vor zwei Monaten geschlossene Ehe der Talkshow-Moderatorin mit Portia de Rossi plötzlich in die Schwebe. DeGeneres sowie Brad Pitt und Steven Spielberg hatten eine aufwendige Kampagne gegen das Verbotsgesetz geführt. Letztlich stimmten jedoch 52,5 Prozent der Kalifornier für das Verbot. DeGeneres drückte ihre Betroffenheit über den Wahlausgang vom gestrigen Donnerstag auf ihrer Website folgendermaßen aus: “Barack Obama ist unser neuer Präsident. Der Wandel ist da. Wie Millionen anderer Amerikaner habe ich gedacht, dass wir einen riesigen Schritt in Richtung Gleichheit unternommen hätten. Ich kann nicht die Gefühle beschreiben, die ich hatte, als an diesem Morgen klar wurde, dass Vorschlag 8 in Kalifornien angenommen wurde. Ich war unglaublich traurig. Ich glaube, dass ein ‘Verbot der Homo-Ehe’ eines Tages total lächerlich klingen wird. In der Zwischenzeit werde ich für uns alle für Gleichberechtigung eintreten.”
DeGeneres ist nicht der einzige Star, der sich gegen das Verbot ausgesprochen hatte. Die DJane Samantha Ronson kritisierte die Wähler dafür, eine Initiative zum Schutz von Tierrechten zu bewilligen, aber gleichzeitig Maßnahmen zur Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe und Adoption abzulehnen. Ronson unterhält eine lesbische Beziehung zu Schauspielerin Lindsay Lohan. Sie schrieb in ihrem Blog: “Ich schätze, die Leute interessieren sich mehr für Tiere auf dem Bauernhof als für ihre Mitmenschen. Ich finde das wirklich traurig. Ja, ich freue mich, dass die Hühner mehr Platz und bessere Lebensbedingungen haben, während sie auf ihren Tod warten. Aber ich finde es beängstigend, dass die Leute mehr Mitgefühl mit dem Abendessen von morgen haben als mit dem Koch.”

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Der ehemalige ‘”Star Trek”-Star George Takei, der im September seinen Partner Brad Altman geheiratet hat, sagte: “Unser Kampf für eine gleichberechtigte Ehe ist verloren. Der Gedanke ist erstaunlich, dass die hart erkämpfte Gleichberechtigung, die meine Ehe mit Brad Altman möglich gemacht hatte, anderen nicht mehr zustehen wird. Der Weg vor uns ist lang, der Weg vor uns ist steinig.”
Massachusetts und Connecticut sind nun die einzigen US-Staaten, die die gleichgeschlechtliche Ehe noch erlauben. Arizona und Florida hatten am gestrigen Donnerstag ebenfalls Verbote ausgesprochen. Die Wähler in Arkansas haben außerdem eine Regelung gebilligt, die es unverheirateten Paaren verbietet, Adoptiv- oder Pflegeeltern zu sein. Diese Maßnahme gilt vor allem der homosexuellen Gemeinschaft. Antrag 8 macht allerdings nicht die 18.000 gleichgeschlechtlichen Ehen, die bereits geschlossen wurden, auf einen Schlag ungültig. Es wird jedoch erwartet, dass Befürworter des Verbots versuchen werden, vor Gericht Annullierungen zu erwirken. Die “American Civil Liberties Union” und andere Befürworter der Gleichberechtigung von Homosexuellen haben beim Obersten Gerichtshof von Kalifornien bereits drei Klagen gegen Antrag 8 eingereicht. (BangMedia)