Freitag, 21. November 2008, 20:14 Uhr

Angelina Jolie: Meisterin der Medien-Manipulation

Hollywodstar Angelina Jolie hat bei der Darstellung ihres Privatlebens offenbar alle wesentlichen Fäden in der Hand. Das ist das Fazit eines Artikels aus der “New York Times” von heute, in dem es heißt, “sie ist nicht das Mädchen von nebenan.” Als Jolie beispielsweise den 14 Millionen Dollar Deal für Fotos ihrer neugeborenen Zwillinge eintütete, mußte sich das “People”-Magazin  verpflichten, dass in Zukunft nichts Negatives über sie und ihre Familie veröffentlicht wird. Das berichten Quellen, die an der Aushandlung des Vertrags beteiligt waren.

Auch die Zusammenlegung der Namen ihres Lebensgefährten mit ihrem zu branchenüblichen “Brangelina” untersagte sie. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Blattes sagte:  “Sie ist unheimlich smart. Aber nur smart bringt sie so weit. Sie hat auch eine erstaunliche Gabe – vielleicht mehr als jeder andere Star – zu wissen wissen, wie man sich in der Öffentlichkeit darstellt.” So waren offenbar auch die Geschichten von der Selbstzerstörung mit einem Messer als Kind und die spätere Leidenschaft für Messer inszeniert. Als das “Us”-Magazin 2003 nach der Trennung von Freund Billy Bob Thornton ein Fotoshooting für die Illustration eines Interviews erbat, schlug Jolie vor, Aufnahmen im Paparazzi-Stil zu machen. Sie informierte die Journalisten wann und wo sie mit ihrem Adoptivsohn Maddox an einem öffentlichen Spielplatz sein würde. Damit wurde Jolie erstmals als stinknormale, fürsorgende Mutter präsentiert, “die erfolglos versucht allein mit ihrem  Sohn zu sein”.

Als ihr vorgeworfen wurde, dass sie ihrem Lebensgefährtin Brad Pitt dessen äußerst populären Freundin Jennifer Aniston ausgespannt hatte, befand sie sich inmitten einer PR-Krise und inszenierte flugs eine Charity-Gegenaktion als Ablenkungsmanöver.  Denn wer mag schon einen Star, der anderen die Partner ausspannt? Jolie widmete sich sehr schnell humanitären  Problemen und ward zur fraglichen Zeit nur noch in Pakistan bei afghanischen Flüchtlingen zu sehen. Gemeinsam mit Brad Pitt besuchte sie zu dieser Zeit Erdbebenopfer in Kaschmir.

2006, als sie versuchte in ruhiger Privatatmosphäre von Namibia Tochter Shiloh zur Welt zu bringen, leistete die Regierung Schützenhilfe und lehnte die Erteilung der Visa an Journalisten ab, es sei denn, sie hätten schriftliche Genehmigung des Paares. Magazine beschwerten sich über diese Restriktionen.

Jolies emsige PR-Arbeit in eigener Sache hat sich gelohnt. Als sie 2000 den Oscar als beste Nebendarstellerin gewann, wurde sie nach einer Umfrage von nur 13% der Befragten als positiv bewertet. Der Durchschnittswert für weibliche Stars liegt bei 18%. Bis heute ist Miss Jolie auf 24% geklettert.
Und schließlich mußten Journalisten bei Interviews aus Anlaß der Premiere ihres Films “A Mighty Heart” einen Vertrag unterschreiben, dass sie auf persönliche Fragen verzichten. Das zog einen Sturm der Entrüstung nach sich.  Die Journalisten sahen darin eine Einschränkung der Pressefreiheit. Flugs erklärte Jolies Anwalt, Jolie habe von dem Vertrag gar nichts gewusst. Er habe diesen im Alleingang eingereicht. Die Schauspielerin selbst erklärte: “Der Vertrag war von meinem Beauftragten, der versucht hat, mich zu beschützen. Aber das ging zu weit. Ich hätte ihn nicht herausgegeben.”

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