Donnerstag, 27. November 2008, 11:20 Uhr

Das Supertalent: "Ihnen zu sagen, dass es nicht reicht, ist schwierig"

Beeindruckende Talente, hochemotionale Geschichten und eine großartige Jury-Besetzung –  die zweite Staffel von “Das Supertalent” geht am Samstag nach sechs Sendungen ins Finale. Gesucht wird das größte Unterhaltungstalent Deutschlands.  Kein Mensch kannte beispielsweise Paul Potts – bis der Handyverkäufer in der englischen Version von “Das Supertalent”, in “Britain’s Got Talent” auftrat. Mit der Opernarie “Nessun Dorma” begeisterte er das Publikum und gewann den Wettbewerb.

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Hier der zweite Teil unserer Interviewreihe vor dem Finale – heute mit  Jurymitglied Sylvie van der Vaart (30). Sie arbeitete als Moderatorin der Sendung Foxkids und des niederländischen Musiksenders TMF.

Sylvie, was ist für Dich ein Supertalent?

Für mich ist ein Supertalent, der einzigartig ist und nicht nur toll singen oder tanzen kann. Jemand, der super gut rüber kommt und somit das Potenzial hat, ein Publikumsliebling zu werden.

Du hast jetzt schon viele Talente während der Castings gesehen. Gibt es jemanden, der Dich sehr begeistert hat? Akrobaten, Sänger oder Tänzer?

Wir haben vor allem viele junge talentierte Sängerinnen im Alter von zehn bis 14 Jahren. Die haben so eine großartige Stimme, das ist unglaublich! Es wird wirklich schwierig werden, wenn wir im Halbfinale sind: Wer schafft es in das große Finale? Aber es sind auch tolle Tänzer mit ganz verschiedenen Stilen dabei. Von HipHop, Showtanz bis zu Ballett. Vor allem sehen wir sehr viele originelle Talente und nicht nur das Übliche.

Es gibt ja auch einige Talente, die dann eigentlich doch kein Talent besitzen. Fällt es Dir schwer, diesen Bewerbern die Wahrheit zu sagen?

Ja, auf jeden Fall. Dabei muss man aber auch wieder unterscheiden: Der eine Teil der Bewerber glaubt wirklich, ein großes Talent zu besitzen. Sie stehen auf der großen Bühne, sind nervös, geben richtig Gas, sie geben einfach alles. Und glauben, das was sie da machen, ist super. Ihnen dann zu sagen, dass es nicht reicht, ist manchmal richtig schwierig. Da kommen den Bewerben schon mal Tränchen in die Augen und da tun die Menschen mir schon sehr leid. Dann gibt es aber auch Leute, die wollen nur mal im Fernsehen zu sehen sein, ein bisschen Spaß haben und fertig. Dann ist es auch nicht schwierig zu sagen, dass sie leider keine Runde weiter sind.

Ihr seid ja drei ganz unterschiedliche Menschen in der Jury. Wie würdest Du Deine Rolle beschreiben?

Ich glaube, ich bringe die Jury ein bisschen in Balance und natürlich den weiblichen Charme. Bruce ist ganz emotional, aufgeregt, geht oft auf die Bühne. Dieter ist hart, sehr auf dem Punkt, sehr professionell. Ich blicke auch oft auf meine eigenen beruflichen Erfahrungen zurück und versuche so gut und gerecht wie möglich zu urteilen.

Wie verstehst Du Dich mit Deinen beiden Kollegen Bruce und Dieter?

Beide sind super nett und wir verstehen uns untereinander sehr gut. Bruce ist total süß: fragt immer nach meinem Mann und meinen Sohn Damian, wie es mit dem Umzug voran geht. Dieter frage ich oft um Hilfe: Wie heißt das in Deutsch, wie muss ich das aussprechen? Manche deutsche Wörter sind wirklich sehr schwierig für mich. Und da kann ich ja schlecht Bruce fragen (lacht laut). Dieter ist also mein Sprachlehrer.

Gibt es ein Talent, welches Du selbst gerne hättest?

Ich kann es leider nicht, aber Singen finde ich so etwas Wunderschönes. Singen zu können, ist ein großes Geschenk. Das gleiche gilt fürs Tanzen. Wenn man den Körper so beherrschen und bewegen kann – super!

Du hast ja auch viele Talente: Du modelst, moderierst, schauspielerst. Hast Du ein Talent, von dem die Öffentlichkeit noch nicht so viel weiß?

Ich kann gut organisieren, denn die gesamte Familienorganisation liegt in meinen Händen. Aber ich glaube, das können Frauen eh gut. Man sagt doch, dass Frauen im Gegensatz zu den Männern mehrere Sachen gleichzeitig machen können. Und das trifft auch auf mich zu. Ich bin nicht nur wieder angefangen im Fernsehen zu arbeiten, sondern bin natürlich auch Mutter und Ehefrau. Es gibt viel zu tun – langweilig wird mir also nicht.

Neben Deinem Engagement beim Supertalent, ist Dein Mann vom HSV zu Real Madrid gewechselt und Ihr zieht jetzt auch nach Spanien. Wie bekommst Du das alles organisiert?

Das ist natürlich schon manchmal stressig. Nicht nur das Ganze zu organisieren, sondern auch die vielen Reisen. Man verbringt einfach viel Zeit im Fugzeug. Damian ist jetzt zwei Jahre alt und das ist auch nicht gerade das einfachste Alter. Aber es bringt mir so viel Spaß und so viel Energie, etwas für mich zu machen. Und dass ich diese Chance von RTL bekommen habe, macht Rafael so unglaublich stolz. Für mich ist es eine Superphase in meinem Leben.

Erkennst Du bei Deinem Sohn schon Talente?

Ja, er hat schon ein bisschen Fußball-Talent. Er findet Bälle total interessant und kickt ganz begeistert. Und er mag sehr gerne Kameras – das ist unglaublich. So bald er eine Kamera sieht, legt er einen Schalter um, fängt sofort an zu lächeln an und flirtet dann auch ein bisschen. In ihm stecken also die Gene von Rafael und mir.

Du hättest also nichts dagegen, wenn Damian auch mal für das Fernsehen arbeiten würde?

Wenn er das wirklich will und dabei nicht vergisst, dass die Schule auch sehr wichtig ist, dann finde ich das gut. Aber er sollte eine Ausbildung haben, die nichts mit Fußball und Showbiz – was ja immer ein bisschen unsicher ist – zu tun hat. Dann darf er das von meiner Seite aus gerne machen und natürlich würde ich ihn auch dabei unterstützen.

Manchmal hat man schon das Gefühl hat, dass die Eltern ihre Kinder extrem pushen. Wie siehst Du das?

Sicherlich gibt es auch solche Fälle und das ist natürlich nie gut. Aber die Kinder, die bei dem Supertalent auftreten, wollen das auch wirklich selbst. Die finden das toll, im Mittelpunkt zu stehen. Manchmal ist es bei den Kindern so, dass sie sehr früh etwas Kreatives wie Singen oder Tanzen machen möchten. Und wir bieten den Kindern die tolle Gelegenheit, ihr Talent zu beweisen. Meine Jurykollegen und ich gehen selbstverständlich immer mit viel Respekt und Verantwortung mit den Kindern und Jugendlichen um. Wir möchten ihnen diese Chance geben, auf der großen Bühne zu stehen und Ihr Strahlen in den Augen ist einfach unbezahlbar.

Was guckst Du privat gerne im Fernsehen?

Ich liebe Desperate Housewifes, Sex and the City und die Modelshows. Eben alles was mit Mode und Lifestyle zu tun hat, aber auch die großen Unterhaltungsshows. Das ist übrigens auch das Lieblingsprogramm von Rafael – neben Fußballgucken. Er liebt die großen Talentshows. Er wird sicherlich mein treuster Fan sein!

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Foto: RTL/Pick