Montag, 01. Dezember 2008, 11:13 Uhr

Günther Jauch trifft die Gewinner und Verlierer 2008

RTL-Allzweckwaffe Günther Jauch (52) präsentiert am kommenden Sonntag den großen Jahresrückblick „2008! Menschen, Bilder, Emotionen“. Zu Gast sein werden Menschen, die das Jahr 2008 geprägt haben: Darunter der schwangere Mann Thomas Beatie nebst Gattin, Tokio Hotel, Familie Pooth und Sarah Connor, Michael Ballack, Britta Steffen, Formel-1-Star Sebastian Vettel, Weltekordler Mario Barth, Turner Fabian Hambüchen,  Oliver Pocher, Paul Potts, Leona Lewis und Fußballstar Philipp Lahm.

Günther Jauch lebt mit seiner Frau Thea Sihler (46), die er am 7. Juli 2006 heiratete, in Potsdam. Bereits 1989 und 1993 wurden die gemeinsamen Kinder, Svenja und Kristin, geboren. Im Dezember 1997 adoptierte das Paar die damals 13 Monate alte Katja, ein Waisenkind aus Sibirien. Anfang 2000 adoptierte das Paar wieder ein sibirisches Mädchen. Hier spricht er über seine Show am Sonntag:

Wie in jedem Jahr gab es 2008 eine Fülle wichtiger Ereignisse. Wie schwer war es da, den richtigen Mix aus Themen und Gästen zusammenzustellen?

„Es ist natürlich jedes Jahr eine Herkulesaufgabe. Auch dieses Jahr hat leider der Papst abgesagt und auch Barack Obama wird wohl nicht in die Sendung kommen. Aber ansonsten sind wir zuversichtlich, dass wir all die Menschen, die dieses Jahr geprägt haben, sowohl die Prominenten als auch die Nicht-Prominenten, wieder bei uns in der Sendung haben.“

Nach welchen Kriterien ist in diesem Jahr die Liste der prominenten Gäste entstanden?
„Im Bereich des Sports war klar, dass wir die großen Sieger haben wollten. Britta Steffen, die Doppel-Olympiasiegerin ist bei uns. Und auch Turner Fabian Hambüchen, der ein tolles Jahr gehabt hat, dann bei Olympia ’nur‘ Bronze holte, aber im Grunde an Sympathie bei den Menschen noch gewonnen hat. Michael Ballack ist auch ein Thema bei uns, denn nicht nur durch den Streit mit Jogi Löw ist er definitiv ein Mann des Jahres. Vize-Europameister Philipp Lahm wird ebenfalls bei uns sein und Sebastian Vettel, der Aufsteiger der Formel 1. Dazu kommen die Menschen, die uns zum Lachen gebracht haben wie Mario Barth, der den absoluten Weltrekord hält mit 70 000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion. Und auch Oliver Pocher, der eine Million Euro beim ‚Prominenten – Wer wird Millionär?‘ gewonnen hat, wird mein Gast sein. Franjo Pooth hat mit seiner Firma zweistellige Millionenverluste erlitten. Erstmals seit dieser privaten Pleite des Jahres ist er gemeinsam mit seiner Ehefrau Verena Pooth im deutschen Fernsehen. Ich bin sehr gespannt auf dieses Interview, in dem es um Geld, um eine Krise, aber auch um eine Ehe und um Glamour geht. Auch im Bereich Show sind wir glaube ich sehr gut bestückt mit Shootingstar Leona Lewis, Sarah Connor und ihrer Mutter, die noch einmal Zwillinge bekam, sowie dem englischen Supertalent-Gewinner Paul Potts, der mit ‚Nessun Dorma‘ auch in Deutschland durch die Telekom-Werbung viele Menschen zu Tränen gerührt hat.“

Was können Sie über die weiteren Themen und Gäste verraten?
„Wie immer kommen im RTL-Jahresrückblick wieder Menschen zu Wort, die ein Schicksal getroffen hat, die auf einmal zum Lebensretter wurden, und die vor einem Jahr noch keiner kannte. Thomas Beatie ist so einer, der Mann, der schwanger wurde und damit durch die Schlagzeilen gegangen ist, mittlerweile ein Kind bekommen hat und inzwischen wieder schwanger ist.“

Aus dem Bereich der Politik wird der in diesem Jahr von seinem Amt als SPD-Vorsitzender zurückgetretene Kurt Beck im Studio sein, der damit sicher nicht zu den Gewinnern des Jahres zählt. War es schwer, ihn für die Sendung zu gewinnen?

„Ja, am Anfang hatte er abgesagt, und es ist uns erst in den letzten Wochen gelungen, ihn doch dazu zu bewegen, zu uns zu kommen. Ich glaube, dass das eine gute Entscheidung ist, weil das einfach auch eine Sendung ist, die nicht einfach nur jemandem ein Mikrofon unter die Nase hält und fragt, was sagen sie jetzt zu diesem und jenem Ereignis? Das ist eine Sendung, in der man sich auch einmal zurücklehnen kann, in der man auch ein bisschen Selbstreflexion betreiben kann und man sich selbst auch ein bisschen ins Herz schauen lässt.“

Erstmalig laufen in diesem Jahr die Jahresrückblicke von RTL und ZDF parallel gegeneinander. Keine glückliche Situation…

„Ich selbst kann damit leben. Ich denke, dass es für all die Zuschauer keine tolle Situation ist, die sich unter Umständen vielleicht sogar gerne beide Sendungen angeschaut hätten. RTL kommt traditionell jedes Jahr am zweiten Advent um 20.15 Uhr, so auch in diesem Jahr. Und das ZDF kommt normalerweise nicht am zweiten Advent und auch nicht um 20.15 Uhr, sondern erst um 21.45 Uhr. Die haben das in diesem Jahr eben komplett umgestellt. Das ist eine Entscheidung der Konkurrenz und wir nehmen diesen ‚Kampf‘ gerne auf. Wer dabei allerdings versucht, daraus eine persönliche Fehde zwischen mir und Johannes B. Kerner zu machen, der ist völlig schief gewickelt. Sowohl beim ZDF als auch bei RTL sind es letztlich die Programmstrategen gewesen, die entschieden haben.“

Ergibt sich daraus vielleicht auch ein besonderer Ansporn?
„Eigentlich nicht. Wissen Sie, das ist so ein bisschen wie bei einem Formel 1 – Rennen. Wenn Sie die ganze Zeit nur in den Rückspiegel schauen, sich auf den Gegner konzentrieren und sich dabei womöglich noch sorgen, auf welcher Spur er sie überholen kann, dann konzentrieren sie sich nicht mehr auf ihre eigenen Möglichkeiten. Wir machen die für uns bestmögliche Sendung. Wir hoffen, dass sie den Zuschauern genauso gut gefällt wie in den letzten 13 Jahren zuvor, wo wir immer die besseren Quoten hatten. Was die Konkurrenz macht, werden wir uns im Nachhinein interessiert anschauen. Während der Sendung kann ich ja eh nichts machen, denn unsere Sendung kommt wie immer auch in diesem Jahr live.“

Hat sich die Konkurrenzsituation bei der Akquise der Gäste bemerkbar gemacht, oder herrschte da ’business as usual’?

„Eigentlich war es so wie immer. Es gibt natürlich Gäste, um die konkurriert wurde. So war in der Pressemitteilung des ZDF zu lesen, dass Philipp Lahm beim Kollegen Kerner auftreten wird. Das fanden wir interessant, denn für uns war immer klar, dass Philipp Lahm bei uns in der Sendung sein wird. Und so ist es ja auch. Insofern gab es da sicherlich die ein oder andere Irritation. Aber auch das ist völlig normal und regt eigentlich niemanden mehr auf.“

Aber es wäre wahrscheinlich in Ihrem Sinne, wenn das eine einmalige Programmkonstellation bleibt?

„Das ist sicher so, weil viele Zuschauer mit Recht fragen werden, warum beide Jahresrückblicke auf ein Datum und dann auch noch auf dieselbe Uhrzeit fallen. Ich denke, wenn wir das im nächsten Jahr wieder entzerren können, hilft das allen Beteiligten.“

Ein Ausblick auf 2009. Was wünscht sich Günther Jauch da?

„Das wird ein Jahr werden, in das einige Menschen mit Sorge schauen, weil man den Eindruck hat, dass die Finanzkrise so ein bisschen wie das Ungeheuer von Loch Ness ist. Der See ruht einigermaßen still, aber man weiß nicht, welche Drachen da aus den Fluten aufsteigen werden. Es gibt Leute, die voraussagen, dass alles um ein, zwei oder fünf Prozent schlechter wird. Dann gibt es größere Schwarzmaler, die sagen, dass es Millionen Menschen treffen wird und die Arbeitslosigkeit wieder auf neue Höchststände steigt. Mein Wunsch für 2009 ist die Hoffnung, dass diese Krise möglichst schnell an uns vorbei geht, ohne dass allzu viele Menschen davon betroffen werden.“