Dienstag, 02. Dezember 2008, 10:07 Uhr

Tilda Swinton: Mit Durchfall zum Erfolg

Das muss Ottonormalverbraucher nicht verstehen: Tilda Swinton behauptet, die Rolle in ihrem neuen Film “Julia” besser gespielt zu haben, weil sie an Ruhr erkrankt war. Die Krankheit, die unter anderem chronischen Durchfall mit sich bringt, hat der Oscarpreisträgerin dabei geholfen, die alkoholkranke Julia, die das Enkelkind eines Millionärs, entführt, besser zu verstehen.

Swinton verrät das Geheimnis, warum “Julia” so gut ist: „Wir haben 17 Stunden am Tag, sechs Tage die Woche gedreht und alle hatten Ruhr – das hat diesen Film geprägt. Wir haben praktisch keinen Film über eine Besoffene gemacht, sondern einen besoffenen Film.“

Die Darstellerin enthüllt, dass sie einerseits eine genaue Vorstellung ihres Charakters hatte, und sich andererseits sehr von Regisseur Erick Zonka inspirieren ließ. Swinton beschreibt, wie sie alkoholkranke Menschen erlebt und das in ihre Rolle mit einfließen lässt: „Ich wollte, dass meine Performance diesen Ideenreichtum und die Vorstellungskraft und die Energie und den Mut und Euphorie widerspiegelt, die ich in allen Alkoholikern, die ich kenne, gesehen habe.“

Obwohl die Schauspielerin berühmt für ihre seriösen Rollen ist, sieht sie sich selber eher als lustige Person, als als grüblerische Künstlerin. „Ich bin die meiste Zeit über witzig“, sinniert sie und ergänzt: „Aber die Leute sehen das nicht. Vielleicht schrecken große Menschen mit ernstem Gesichtsausdruck ab?“
“Julia” kommt am 5. Dezember in die Kinos. (BangMedia)
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