Dienstag, 09. Dezember 2008, 11:04 Uhr

"Die Super Nanny": Zum 100. Male Familienerziehung vor der Kamera

Den Fernsehzuschauern kamen in der vergangenen Woche die Tränen: unglaubliche Szenen in der RTL-Show “Die Super-Nanny”. Mutter Jutta W. prügelt auf ihren siebenjährigen Sohn Justin ein, beschimpft ihn, hasst ihn sogar. Der kleine Justin gestand: “Meistens sage ich, dass ich tot sein will. Und ich fühle mich auch manchmal so, als ob ich tot umfalle.” Der wohl schwerste Fall von Super-Nanny Katia Saalfrank.

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Seit Herbst 2004 kümmert sich Katia Saalfrank in “Die Super Nanny” bei RTL um Familien und ihre Probleme im Umgang miteinander und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Anlass genug, auf einige Familien zurückzublicken, wie es damals war, was sich geändert hat und wie es ihnen heute geht. In Berlin kommt es morgen Abend zu einem großen Wiedersehen mit fünf Familien aus den letzten Jahren. Katia Saalfrank arbeitet seit dem 19. September 2004 bei RTL als Familienberaterin in “Die Super Nanny”. Morgen wird die 100. Folge ausgestrahlt. Dazu lädt Katia Saalfrank fünf Familien, die sie in den letzten Jahren betreut hat, zu einem großen Wiedersehen nach Berlin ein. Gemeinsam schauen sie sich die heutige Familiensituation anhand einer Videoanalyse an, sprechen über vergangene Zeiten und die individuelle Entwicklung innerhalb der Familien.

Familie R. aus Weitersheim: Im April 2005 trifft Katia in einer Teenager-Spezial-Sendung die Mutter Patricia (44) mit ihren vier Töchtern im Alter von 7 bis 20 Jahre. Der Vater verstarb einige Monate und die Trauer war damals ein zentrales Thema. Die pubertierende Lisa hatte den schwersten Stand in der Familie, eckte ständig an und litt unter ihrem Übergewicht.

Familie W. aus Bad Mergentheim: September 2005: Bei der ersten Begegnung mit der Familie lebte Marianne alleine mit ihren vier Söhnen, ihre Tochter Lena war zu dieser Zeit noch in einem Kinderheim und von ihrem Mann war sie zu dieser Zeit getrennt und stritt mit ihm um das Sorgerecht für Baby Leon. Sohn Marc, damals neun Jahre alt, hielt mit seiner Lebendigkeit die gesamte Familie auf Trapp und stritt sich täglich mit seinem Bruder Timo.

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Fotos: RTL

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Familie S. aus Schifferstadt: Als Katia die Familie S. im März 2006 kennen lernte, stand Dominik S. kurz vor einer Haftstrafe. In seinem Freundeskreis war der Konsum von Alkohol und Drogen an der Tagesordnung. Der Umgang miteinander zwischen Mutter Conny, ihrem Lebensgefährten und den Kindern war sehr aggressiv und Beleidigungen untereinander normal geworden. Katia arbeitete innerhalb der Familie, nahm jedoch auch Dominiks Situation ernst. Um ihm mögliche Konsequenzen für sein Handeln aufzeigen zu können, besuchte Katia mit ihm die JVA Herford und arrangierte dort ein Treffen mit Gefangenen. Dominik zeigte sich damals beeindruckt.

Familie S. aus Siegen: Katia besuchte Familie S. im Oktober 2007 das erste Mal. Damals herrschte viel Gewalt. Mutter Sonja schlug vor allem die kleine Pia und die Kommunikation zu ihrer älteren Tochter Julia (13) war sehr schwierig. Julia fühlte sich nicht geliebt und ernst genommen und Sonja hatte das Gefühl, den Kontakt zu ihr fast ganz verloren zu haben. Sonja hatte zudem wenig Kraft, sich gut um Pia zu kümmern, so dass Julia auch noch die Betreuung am Nachmittag für Pia übernahm.

Famile S. aus Berlin: Bei Katias erstem Besuch in der Familie lernte sie die traurige Danielle kennen. Besonders Danielle und ihr Stiefvater Michael gerieten immer wieder aneinander. Dabei war die Distanz zwischen Michael und der damals 11-Jährigen deutlich spürbar. Auch Mutter Martina tat sich sehr schwer, liebevoll auf Danielle zu zugehen. Ihre ganze Liebe und Zuneigung gaben Michael und Martina damals der fast zweijährigen Tochter Delana.
Wie geht es den Familien heute? Die Diplom-Pädagogin, die im September 2007 in der Kategorie “Coaching” mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde, erzielt nicht nur Erfolge innerhalb der Familien, sondern auch bei den Zuschauern. Im Schnitt sehen durchschnittlich 3 Millionen Zuschauer und 20 Prozent der 14-49-Jährigen das Cochaing-Format.