Sonntag, 04. Januar 2009, 19:42 Uhr

Karl Lagerfeld über Proteste, Pelze und pummelige Leute

Die große alte Dame der Haute Couture und Chefin im Hause Chanel, Karl Lagerfeld, hielt Hof und gab dem britischen Sender “Radio 4 Today” ein aufschlußreiches Interview über die Pelzindustrie und fette Leute. Den Protest gegen Pelzbekleidung halte der 75-jährige nämlich für schlichtweg kindisch – schließlich wollten einem die wilden Tiere uns Menschen doch auch nur ans Leder. Da gäbe es zum Beispiel die Jäger im Norden, “die davon leben und sonst nichts gelernt haben außer der Jagd … und jene Bestien töten, die uns töten würden, wenn sie es könnten”. 

In Sachen Ernährung äußerte sich Lagerfeld auch zu den spindeldürren Models. Experten seien der Ansicht, dass die von der Modeindustrie präferierten kleinen Kleidergrößen wie 32 verantwortlich dafür sind, dass viele junge Frauen unter Ess-Störungen leiden. So einfach ist das. Lagerfeld glaubt, dass Problem werde einfach überschätzt. “In Frankreich ist meines Wissens nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung zu dünn.” Hingegen gebe es “Zillionen” Fettleibiger, die ein wesentlich größeres Problem darstellten. Dabei gehörte der 75-jährige Kalle jahrelang selber zu der Zunft, bei dem alles aus den Chanel-Designernähten zu platzen schien.
x