Dienstag, 06. Januar 2009, 19:38 Uhr

Hat John Travolta lebenswichtige Medikamente vorenthalten?

Auch das noch: Hollywood-Star John Travolta muss sich nach dem tragischen Tod seines Sohnes nun auch noch aller Voraussicht nach einem polizeilichen Verhör stellen. Der Schauspieler und seine Gattin Kelly Preston sollen mit dem Vorwurf konfrontiert werden, ihrem 16-jährigen Sprössling Jett, überlebensnotwendige Medikamente vorenthalten zu haben. Der Jugendliche hatte letzten Freitag auf den Bahamas in der Badewanne seines Hotelzimmers einen tödlichen Krampf erlitten. Heute wurde die Urne mit der Asche des auf Wunsch der Familie eingeäscherten Sohnes  mit Travoltas Privatjet nach Florida geflogen.
Obwohl die beiden Eltern eingeräumt haben, dass Jett die seltene Kawasaki-Krankheit hatte, kursieren Gerüchte, denen zufolge sie einfach nicht akzeptieren wollten, dass die häufigen Anfälle mit dem kritischen Geisteszustand ihres Sohnes zu tun hatten. Das Kawasaki-Syndrom verursacht chronisch entzündete innere Organe und Blutgefäße. Medienberichte hatten wiederholt behauptet, der Jugendliche sei autistisch, was von Travolta stets auf das Heftigste dementiert wurde. Diese Aussage wird nun jedoch in Zweifel gezogen, weil die Kawasaki-Krankheit angeblich ausschließlich bei Babys und Kleinkindern vorkommen soll. Auch äußert sich das Syndrom in der Regel nicht in Form von Krämpfen, und die Betroffenen weisen es kaum jemals über viele Jahre hinweg auf.

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Die Eltern, beide Scientology-Anhänger, sollen Medienberichten zufolge die Regeln ihrer Religion befolgt haben, der zufolge es keine Geisteskrankheiten gebe und die damit verbundenen Probleme nicht durch Pharmaka, sondern durch “spirituelles Heilen” beseitigt werden sollen.
Scientology-Mitglied Tommy Davis bestätigt, dass Sektenanhänger Krämpfe nicht mit traditionellen Mitteln angehen würden: “Scientologen begeben sich in gewöhnliche medizinische Behandlung, wenn ihr Körper betroffen ist. Scientologen gebrauchen verschreibungspflichtige Medikamente, wenn sie körperlich krank sind, und verlassen sich auf den Rat und die Behandlung von Medizinern. Die Kirche betreibt keine Diagnose oder Klassifizierung von medizinischen Zuständen.”
Michael Ossi und Michael McDermott, Anwälte des Promi-Paares, beteuern, dass Jett mit dem Medikament ‚Depakote‘ behandelt worden sei, um seine Krämpfe in den Griff zu bekommen. McDermott zufolge fanden die Krämpfe ursprünglich alle vier Tage statt, und waren “wie ein Tod”. Seit Einnahme des Medikaments seien sie jedoch nur noch alle drei Wochen eingetreten.
John und Kelly behaupten nun, dass die Substanz mit der Zeit immer weniger stark gewirkt, die Gesundheit ihres Sohnes beeinträchtigt, und Leberprobleme ausgelöst habe. Als die Krämpfe zunahmen entschieden sich die beiden ihren Anwälten zufolge dafür, die Behandlung auszusetzen.
Jett litt an den Anfällen, seit er ein Kleinkind war. Kelly soll ihn auf eine besondere Diät gesetzt haben, die auf die Schriften von Scientology-Gründer L. Ron Hubbard zurückgeht, und will eine Besserung seines Zustandes beobachtet haben.

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Zum Vergrößern Bild klicken. FOTOS: JTP

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Hollywood-Star John Travolta verbrachte noch einen ganz besonderen und wundervollen Tag mit seinem Sohn Jett vor dessen Tod am 2. Januar auf den Bahamas. Mike Ossi, der Anwalt der Familie, erzählte jetzt laut Klatschportal “Contactmusic”, Travolta habe den Neujahrstag mit dem 16-jährigen Autisten auf einem Boot verbracht. Dabei seien wunderschöne Fotos entstanden.  Ossi sagte, sie hatten “einen wunderschönen Tag auf dem Wasser, wunderbare Fotos wurden gemacht. Jett liebte das Wasser. Es war die letzte gemeinsame Zeit mit seinem Vater.”