Mittwoch, 07. Januar 2009, 16:41 Uhr

Lily Allen findet Koks gar nicht so schlimm

Dumm – oder weise? Sängerin Lily Allen gesteht, Kokain geschnupft zu haben, um “dabei zu sein” und findet, die Welt solle sich nicht so über die aufputschende Droge aufregen. Die quirlige Engländerin ist gegenwärtig zwar clean, verurteilt aber diejenigen, die Drogen nehmen, nicht im Geringsten. In Allens Augen wird speziell um Kokain zu viel Aufhebens gemacht: “Ich fühlte mich wie eine Außenseiterin, als alle Koks schnupften, und ich nicht”, begründet die 24-Jährige ihre Drogenexperimente, und betont: “Darum habe ich Koks genommen. Ich mochte es nicht einmal.”

In ihrer Welt gäbe es viele Menschen, die ohne negative Auswirkungen Drogen konsumierten, behauptet das Popbienchen naiv: “Ich kenne einen Haufen Leute, die drei mal die Woche Koks nehmen, und dann aufstehen und zur Arbeit gehen”, resümiert Allen ihre Erfahrungen, und seufzt: “Aber diese Seite der Geschichte bekommt man nie zu hören. Ich wünschte mir, die Leute würden das nicht so dramatisieren.”

Neben dem menschlichen Hang zum Drama nervt Allen die Kirche: Selbst hat sie den größten Teil ihres Lebens in religiösen Schulen verbracht. Nun findet sie, dass eine Erziehung dieser Art jeglicher Realität widerspreche. In einem Interview mit dem britischen Magazin ‘Word’ rechtfertigt die Musikerin ihre negative Einstellung der Kirche gegenüber folgendermaßen: “Ich mag den christlichen Glauben nicht besonders. Ich war in einer katholischen Schule und dort erklärte man mir, dass Schwule, Ehebruch und Drogen schlecht seien.”

Diese Aussagen hätten gegen alles gesprochen, was die junge Allen bis dahin gekannt habe. Sie lacht: “Alle Freunde meiner Mutter waren schwul, mein Vater hatte Affären, und in unserem Haus wurden ständig Drogen genommen – ich war also ein wenig verwirrt.”

Auf ihrem neuen Album ‘It’s Not Me, It’s You’ verarbeitet Allen ihre Abneigung gegen Religion in dem Song ‘Him’. (BangMedia)

UPDATE 8. Januar 2009: In einem Statement versuchte die Sängerin nach geharnischten Protesten jetzt einen Rückzieher: “Lily Allen will unmissverständlich klarstellen, dass sie den Konsum illegaler Drogen nicht befürwortet und hat großes Mitgefühl mit Menschen, deren Leben durch Drogen zerstört worden sind.”