Tom Cruise: “Es war ein mulmiges Gefühl, eine Nazi-Uniform anzuziehen”

Donnerstag, 8. Januar 2009, 11:50 Uhr

Schon im Vorfeld sorgte “Operation Walküre” (Kinostart: 22. Januar) für Schlagzeilen – nicht zuletzt weil
Hollywoodstar Tom Cruise so engagiert um die Rolle des deutschen Widerstandskämpfers Graf Stauffenberg kämpfte. “Wir vergessen oft, dass nicht alle Deutschen dem Nationalsozialismus angehörten”,  erklärt Cruise im Gespräch mit “TV Movie” seine Beweggründe. “Es gab viele Leute, die sich dagegen wehrten.”

Nach der Lektüre des Drehbuches habe er sich sämtliche Bücher über Stauffenberg besorgt und gelesen “wie ein Verrückter”. Dass der Oberst zum Wohle des Landes die eigene Familie in Gefahr brachte, kann der Hollywoodstar nachvollziehen. “Stauffenberg war für mich ein sehr intelligenter Mann”, sagt Cruise. “Ein Philosoph, der an seine Familie, aber auch an sein Land und den Rest der Welt dachte.”

Für seine Rolle in eine Nazi-Uniform zu schlüpfen, sei indes mit einem mulmigen Gefühl verbunden gewesen. “Die Uniform war echt, und ich zögerte zunächst, sie anzufassen”, erzählt der 46-Jährige. “Später half sie mir, Stauffenberg zu verkörpern. Sie brachte mich ihm näher.” Höhepunkt der Dreharbeiten seien für ihn die
Bendlerblock-Szenen gewesen, für die man schließlich doch die Drehgenehmigung erhalten hatte. “Wir legten zum Schluss eine  Gedenkminute ein, bei der ich Gänsehaut bekam”, sagt Tom Cruise. “Es war für uns alle ein historischer Moment.”

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