Dienstag, 13. Januar 2009, 21:04 Uhr

Abgesetzt! Das Ende von "Prison Break" ist da

Nachdem in den USA die Gefängnisserie “Prison Break” seit einiger Zeit wegen schrumpfenden Zuschauerzahlen dahindümpelte, beendete der US-Sender Fox die Serie.

“Die Serie hat sich erschöpft”, sagt Kevin Reilly, Präsident von Fox Entertainment. “Prison Break ist verdammt großartig gelaufen, aber der Run ist vorbei. Das wird dieses Jahr die letzte Staffel”. “Prison Break” hatte in der ersten Staffel noch für Top-Quoten gesorgt.  Durchschnittlich schauten ab 2005 12 Millionen Zuschauer regelmäßig zu. Davon sind jetzt gerade mal die Hälfte übrig geblieben – zu wenig, glaubt Fox. Die vierte Staffel, die seit 1. September in den USA zu sehen ist, soll noch bis Mai laufen.

Bei RTL ist gerade erst die dritte Staffel angelaufen. Die Folgen kommen jeweils donnerstags, um 23.10 Uhr.

Die 1. Staffel der US-Erfolgs-Serie wurde zu großen Teilen noch in der schaurigen Kulisse des heute stillgelegten “Joliet”-Gefängnisses gedreht. Der gotische Bau in der Nähe von Chicago/USA stammt aus dem Jahr 1858 und wurde damals für Schwerverbrecher errichtet. Am Set selbst arbeiteten während der Dreharbeiten viele ehemalige Insassen des Gefängnisses. Ausgerechnet für den Serien-Part des Gefängnisdirektors wählte man einen Schauspieler, dessen Lebenslauf einen wenig ruhmreichen Part enthält: Stacy Keach – alias Gefängnisdirektor Henry Pope – wurde 1984 beim Kokainschmuggel in Großbritannien gefasst und dafür mit sechs Monaten Haft bestraft

In der 3. Staffel von „Prison Break“ dreht sich Woche für Woche alles um die Auflösung dieser Frage – diesmal allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Nachdem Michael Scofield (Wentworth Miller) in den ersten beiden Staffeln bereits bewiesen hat, dass er für seinen zum Tode verurteilten Bruder Lincoln Burrows (Dominic Purcell) nicht nur ins Gefängnis, sondern auch durchs Feuer geht, ist er nun auf dessen Hilfe angewiesen. Denn um Sara Tancredi (Sarah Wayne Callies) zu schützen, hat er den vermeintlichen Mord an Bill Kim (Reggie Lee), einem der ausführenden Köpfe der „Company“, auf seine Kappe genommen und ist dafür in das berüchtigte Gefängnis Sona in Panama gewandert. Hier trifft er auf altbekannte Gesichter wie den gefallenen FBI-Agenten Alexander Mahone (William Fichtner), den korrupten Gefängnisaufseher Brad Bellick (Wade Williams) und den Schwerverbrecher T-Bag (Robert Knepper), die ebenfalls in Sona einsitzen. Während der mittlerweile freigesprochene Lincoln alle Hebel in Bewegung setzt, um für seinen Bruder eine Verlegung herauszuschlagen, wird die Lage innerhalb der Gefängnismauern für Michael schnell sehr bedrohlich.

Da Sona nach einem Insassen-Aufstand nur noch von außen bewacht wird und der ehemalige Drogenbaron Lechero (Robert Wisdom) das Regiment übernommen hat, ist Sona ein Ort ohne feste Regeln und Gesetze. Die Häftlinge müssen sich daher jeden Tag aufs Neue in blutigen und lebensbedrohlichen Kämpfen beweisen. Sowohl für Michael als auch für Lincoln kommt es aber noch schlimmer. Die „Company“ hat Sara und L.J. in ihre Gewalt gebracht und droht damit beide umzubringen, sollte Michael nicht innerhalb einer Woche einem Häftling namens James Whistler (Chris Vance) zum Ausbruch verholfen haben. Dieser soll den Sohn des Bürgermeisters auf dem Gewissen haben und hält sich in einer abgelegenen Zelle versteckt. Doch auch Mahone und Bellick sind hinter Whistler her, denn dieser scheint für die „Company“ von sehr großer Wichtigkeit zu sein, ein Umstand, den jeder für seine eigenen Zwecke ausnutzen möchte. Kann Michael den Ex-Gefängniswärtern zuvor kommen und das Leben von Sara und L.J. retten? Oder kann Lincoln mit der eiskalten „Company“-Unterhändlerin Susan B. Anthony alias Gretchen Morgan (Jodi Lyn O’Keefe) vielleicht einen Deal aushandeln, der das Leben der beiden geliebten Menschen rettet?

Der Hauptschauplatz von Staffel 3, das Gefängnis Sona, ist laut TV-Sender FOX der brasilianischen Anstalt Carandiru nachempfunden, die bis 2002 in Betrieb war und mit bis zu 8000 Insassen das größte Gefängnis Südamerikas war. Das Zuchthaus war aufgrund der vorherrschenden Gewalt, der Korruption, des Drogenkonsums und der Brutalität der Wärter überregional berüchtigt. Seit 1956 sollen über 1300 Inhaftierte getötet worden sein.

Neben einigen Gastauftritten in den TV-Serien “Buffy – Im Bann der Dämonen” (1998), “Emergency Room – Die Notaufnahme” (2000) und in der Pilotfolge zu “Ghost Whisperer – Stimmen aus dem Jenseits” (2005), erhielt Wentworth Miller eine erste Hauptrolle im RTL-Fernsehmehrteiler “Dinotopia” (2002) und schaffte ein Jahr später mit “Der menschliche Makel” auch sein Debüt auf der Kinoleinwand. Es folgte eine Nebenrolle in dem Blockbuster “Underworld” (2003). Seinen endgültigen Durchbruch aber schaffte Miller mit seiner Rolle als Michael Scofield in der US-Serie “Prison Break”, für die er 2006 bei den “Golden Globes” in der Kategorie “Bester Hauptdarsteller einer Drama-Serie” nominiert wurde. Zudem wurde er von 2006 bis 2008 dreimal in Folge für den “Teen Choice Award” nominiert. Interessant auch: Wentworth Miller trat in seiner Sturm und Drang-Zeit in zwei Musikvideos von Mariah Carey auf – in “It’s Like That” und “We Belong Together”.

Foto:RTL