Dienstag, 13. Januar 2009, 12:04 Uhr

Sein Name ist gar nicht Bond, Peter Bond

Der Lack bei “Glücksrad”-Moderator Peter Bond (56) ist doch längst ab und immer noch stolziert er wie ein Gockel durchs Camp. Argwöhnisch beobachtet und immer wieder herzlich belacht von Mitbewohner Günther Kaufmann. Eigentlich heißt der gebürtige Pole Bond ja Peter Kielbassa. Aber als großer Fan von James Bond war das Synonym schnell gewählt. Man muß ja zu den Sternen greifen! Bei seiner ersten Dschungelprüfung heute Abend wird er allerdings richtig durchhängen. Wer ist der Mann eigentlich? 1988 kam Peter Bond zum Glücksrad und moderierte im wöchentlichen Wechsel mit Frederic Meisner die tägliche Gameshow auf Sat.1, bei der Maren Gilzer als Glücksfee agierte. Bond galt als “Liebling der Schwiegermütter”, wirkte stets charmant und gut gelaunt. Seine Sprüche wie “Maren, wir danken dir” und “Noch’n Stück’l Glücksrad” wurden Kult . Als das Glücksrad 1998 zu kabel eins wechselte, zogen sich Peter Bond und Maren Gilzer zurück, um sich wieder der Schauspielerei zu widmen. Peter Bond war seitdem u.a. in diversen TV-Serien wie “GZSZ”, “Soko Leipzig”, “Siska” oder “Der Alte” mit Gastrollen zu sehen.

Im Interview vor dem Einzug in das Dschungelcamp plauderte er über Sprungbretter, Spinnen, Eingeborene und darpber, dass er dafür bekannt ist nicht diplomatisch zu sein.


Herr Bond, im Januar heißt es für Sie, ab in den Dschungel. Was reizt Sie daran?

Peter Bond: Als erstes ein großes Abenteuer, hoffe ich doch mal. Dann ist es eine tolle Entschlackungs- und Entgiftungskur für den Körper. Und es gibt hoffentlich viel Spaß mit den anderen Dschungelkandidatinnen und Dschungelkandidaten.

Haben Sie sich sofort entschieden oder hatten Sie vielleicht auch den Wunsch gehabt, vielleicht irgendwann einmal in den Dschungel zu gehen? Wie sah das bei Ihnen aus?

Peter Bond: Ich habe mich relativ schnell entschieden. Ich war schon zweimal in Australien, einmal davon bei den Eingeborenen und das hat mir sehr gut gefallen. Aber so richtig tief in den Dschungel reinzukommen, hat schon was.

Bestenfalls ist es ja so, dass man eine recht lange Zeit dort unten verbringt. Hat man da auch gewisse Ängste und Bedenken, weil es ja auch psychisch nicht immer ganz einfach ist?

Peter Bond: Eigentlich weder Bedenken noch Ängste. Ich glaube, dass ist dann situationsbedingt. Wir wissen ja wirklich alle nicht, was auf uns zukommt und es kann sich sicherlich für den ein oder anderen die Situation ergeben, wo er dann Angst bekommt. Aber das wird sich dann zeigen.

Haben Sie vielleicht Angst vor Spinnen oder Kriechtieren?

Peter Bond: Wir wissen alle, dass wir nichts ausgesetzt werden, was lebensbedrohlich ist. Insofern muss man solche Befürchtungen ja nicht hegen. Man muss sich ja nicht künstlich verrückt machen. Was anderes ist natürlich die Situation, wenn Ekelgefühle aufkommen, was man jetzt noch nicht absehen kann, weil man noch nicht weiß, mit was man konfrontiert wird.

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Wir sind jetzt in der vierten Staffel. In der Vergangenheit gab es schon so manchen Kandidaten, der die Sendung im Nachhinein als Sprungbrett genutzt hat. Sehen Sie den Dschungel auch ein Stück weit als neue Chance für Sie, für was auch immer?

Peter Bond: Ich sehe das überhaupt nicht als Sprungbrett. Ich sehe das als großen Spaß, der hoffentlich auch Reich-Ranicki Spaß machen wird, dem Sender gute Quoten bringen wird und die Menschen Freude daran haben. Das ist das Wichtigste.

Zwei Dinge dürfen Sie mitnehmen. Was wird das sein?

Peter Bond: Ich werde mein persönliches Kopfkissen mitnehmen und zwar aus dem einfachen Grunde, das ist rechteckig und eine Art Gesundheitskissen und wenn ich auf einer einigermaßen guten Matratze liege, habe ich immer das Gefühl, dass ich in meinem Bett liege, wenn ich die Äuglein zu mache. Das andere wird sehr wahrscheinlich mein Haargel sein. Es gibt ja keinen Fön im Dschungel, wenn man sich dann im Tümpel gewaschen und abgerubbelt hat, dann schmier ich mir ein bisschen Gel ins Haar und dann ist gut.

Es gibt diverse Prüfungen. Wahrscheinlich werden Sie einige schon gesehen haben mit Schlangen, Spinnen, Kakerlaken, oder dass sie bestimmte Dinge essen müssen. Wovor graut Ihnen besonders?

Peter Bond: Das ist ganz schwer zu beurteilen. Wenn man so etwas im Fernsehen sieht, dann denkt man sich vielleicht, ok, das würde ich nicht haben wollen. Das ist ekelig, aber ich glaube, man muss es sehen, wenn man vor Ort ist und damit konfrontiert wird, ob sich dann ein Ekelgefühl entwickelt oder nicht.

Also haben Sie im Vorfeld erstmal keine Probleme mit der Vorstellung, Hoden essen zu müssen?

Peter Bond: Man muss ja davon ausgehen, dass die Eingeborenen sich von all diesen Dingen ernähren. Wir haben ja eigentlich nur ein Problem damit, weil wir es nicht kennen. Wenn wir das eine oder andere für das Auge gerecht serviert bekämen und keiner würde uns sagen, was es ist, dann würden wir vielleicht sagen, hm, schmeckt gut, was ist das? Dieses schlechte Gefühl käme wahrscheinlich erst dann auf, wenn man weiß, was man gerade gegessen hat.

Haben Sie grundsätzlich ein Problem mit dem Luxusverzicht?

Peter Bond: Ich habe Gott sei Dank null Probleme mit Verzicht, egal was es ist, wenn ich die 14 Tage bleibe. Ich habe bislang kein Suchtverhalten bei mir entdeckt. Ich bin beispielsweise Genussraucher, aber wenn ich jetzt 14 Tage lang keine Zigarette zum Rauchen bekomme, ist das auch mal ok.

Sie werden dann auch nicht ungemütlich?

Peter Bond: Nein, ich glaube nicht. Das einzige, wo ich ungemütlich werde, ist, wenn ich richtige Hungergefühle habe, wenn ich zum Beispiel unterzuckert bin. Dann muss relativ schnell was her. Aber wir werden grundversorgt. Wir bekommen ja jeden Tag was zu essen und zu trinken, wenn es auch sehr eintönig ist. Aber ich bin gar nicht mal so scharf drauf, diese Extrarationen zu bekommen. Ich werde mich zwar dafür einsetzen und kämpfe für die anderen, wenn ich dafür sorgen kann, dass es was gibt. Aber ich bin gar nicht mal so scharf darauf. Ich finde so eine Kur mit Reis und Bohnen für zehn, vierzehn Tag schon ok. Manche Leute zahlen viel Geld dafür, um so eine Kur zu machen.
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Fotos: Stefan Gregorowius/Stefan Menne

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Man muss sich nun hinsichtlich der Begebenheiten zurücknehmen. Der Luxus ist nicht da. Das bedeutet auch, man hat kein Bad und entsprechend bloß ein Plumpsklo. Gibt es da irgendwelche Probleme?

Peter Bond: Da frage ich mich, was die Menschen früher gemacht haben. Zu Urzeiten hatten Sie noch nicht einmal Plumpsklos. Ich finde, man muss sich darauf einstellen. Man kann sich im Leben immer auf alles einstellen. Auch das Bad ist nicht wirklich notwendig, wenn man bedenkt, dass 50 Prozent der Menschheit nicht wirklich gut mit Wasser versorgt sind. Die müssen kilometerlang laufen, um ein paar Liter Wasser Zuhause zu haben, wir gehen an den Hahn, drehen ihn bedenkenlos auf und verschwenden dieses Gut. Da habe ich wirklich kein Problem. Wir haben ja einen Tümpel, in dem wir uns frisch machen und waschen können. Das haben die Indianer früher auch getan und andere auch.

Dann haben Sie wohl auch kein Problem damit, sich entsprechend frei zu machen?

Peter Bond: Wenn ich mich in den Tümpel begebe, dann ist das für mich wie die Badewanne. Ich kenne niemanden, der mit Badehose oder Bikini in die Badewanne geht. Soll es wohl geben, aber bei mir eher nicht.

Es gibt schon viele Leute mit ausgeprägtem Schamgefühl.

Peter Bond: Wenn wir Seife zur Verfügung haben, wenn wir uns waschen, kann man das ja schlecht im Badeanzug machen.

Was werden Sie denn vermissen, wenn Sie dort unten sind?

Peter Bond: Meine Freundin, denke ich mal. Vierzehn Tage sind schon hart.

Es werden auch einige attraktive Damen vor Ort sein. Macht das die ganze Geschichte auch ein Stück weit angenehmer für Sie als Mann?

Peter Bond: Absolut. Natürlich ist es angenehm, charmante, aparte Damen dabei zu haben. Das verschönt den Tag. Und die Tage sind ja lang und könnten vielleicht langweilig werden und vielleicht werden sie dann etwas kurzweiliger.

Ihre Freundin braucht aber keine Angst haben?

Peter Bond: Ich glaube nicht, dass, wenn man flirtet und Spaß hat, dass da überhaupt jemand Angst haben muss und Vertrauen ist ja die Basis einer jeden Partnerschaft. Ich glaube, das wäre dann zu weit hergeholt.

Was glauben Sie könnte die anderen an Ihnen stören?

Peter Bond: Das ist sehr schwer zu beurteilen. Ich habe das immer mein Leben lang anderen Leuten überlassen, wie sie mich einschätzen und was sie von mir denken. Das muss ich auch in diesem Falle so handhaben. Ich bin eher harmoniesüchtig anstatt streitsüchtig. Ich reagiere eigentlich nur ungehalten, wenn mich jemand verletzt, ungerechter ist oder angreift. Dann wehre ich mich natürlich. Aber ansonsten denke ich mal, dass wir ganz gut auskommen werden.

Sie sagen aber schon Ihre Meinung, wenn Ihnen was nicht passt?

Peter Bond: Absolut. Ich bin ja leider bekannt dafür, dass ich nicht wirklich diplomatisch bin, das heißt, ich sage schon, was ich denke und das sehr geradeaus, ohne irgendwelche Umwege zu gehen. Und das kann dann schon jemanden treffen, wenn es denn so ist. Das ist natürlich auch situationsbedingt.

Das heißt, es könnte natürlich auch mal im Camp krachen und zum Lagerkoller kommen?

Peter Bond: Das ist jetzt natürlich eine Auslegungssache. Das kommt darauf an, mit was man konfrontiert wird. Es kommt auch immer darauf an, wer zusammen ist. Wie viele Personen es sind. Der Lagerkoller ist relativ. Gehe ich mit drei Leute zum Essen gibt es vielleicht keinen Stress, gehe ich mit zwei anderen, kann vielleicht Stress entstehen durch die Situation. Das weiß man vorher nicht.

Sie kennen schon einige von den Kandidaten, mit denen Sie in den Dschungel gehen. Auf wen freut man sich da besonders?

Peter Bond: Es wäre vielleicht ein bisschen ungerecht, jetzt jemanden hervorzuheben, aber ich glaube, es wird mir keiner böse sein, wenn ich mich zum Beispiel auf Gundis Zámbo besonders freue, weil wir uns schon sehr viele Jahre kennen und Gundis beim Glücksrad auch mal Co-Moderatorin war bei unseren speziellen Live-Sendungen, die wir hatten. Ich habe damals ihre Schwangerschaft miterlebt und jetzt ist die Kleine schon vierzehn oder fünfzehn. Wir sehen uns auch oft. Wir spielen seit fünfzehn Jahren für den gleichen Charity-Golfclub bei den Eagles für karitative Zwecke. Auf sie freue ich mich ganz sicher.

Sagen Sie bei einzelnen Kandidaten vielleicht auch ohweia?

Peter Bond: Es fällt mir niemand ein, bei dem ich ohweia sagen könnte. Ich kenne die Giulia Siegel. Das ist eine sehr aparte, junge Frau. Mit der Ingrid van Bergen habe ich schon gedreht. Ich hoffe, dass das Alter für sie keine Rolle spielt bei der Hitze im Dschungel. Die anderen kenne ich nicht so gut, um das irgendwas beurteilen zu können. Sonja kenne ich auch seit vielen Jahren. Sie ist auch bei uns im Eagles Charity-Golfclub.

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Unmittelbar nach dem Ende einer jeder Folge des Dschungelcamps gibt es auf klatsch-tratsch.de  immer eine Zusammenfassung der Ereignisse des Tages in Wort und Bild.

Alle weiteren Infos zu “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!” im Special bei RTL.de