Mittwoch, 14. Januar 2009, 15:03 Uhr

Was macht eigentlich Michael Meziani im Dschungelcamp?

So richtig kommt Schauspieler-Adonis Hakim Michael Meziani (41) nicht zum Zuge. Zwar hangelte sich der ehemaligen „Marienhof“-Darsteller mit 00- Bond am fünften Tag von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ in 60 Metern Höhe über ein wackeliges Hochseil. Aber das wars dann auch schon. Hervortun ist seine Sache wohl nicht. Zu schön. Zu glatt. Zu langweilig.

Wer ist der Mann überhaupt? Seine Mutter ist Deutsche, sein Vater Algerier. Nach einem Diplom-Studium (Sportwissenschaft und Journalismus) spielte Meziani erstmalig 1995 eine Hauptrolle in Klaus Lemkes Film “Fools Paradise”. 1997/1998 spielte er (als Hakim Meziani) die Rolle des Alexander von Deinburg-Thalbach in der täglichen ARD-Serie “Verbotene Liebe” und nahm nebenher Schauspielunterricht, beispielsweise am renommierten Film Actors Workshop in Los Angeles bei E.S.Kline. Aber auch sein komisches Talent schulte er in der Comedy Master Class bei M.K.Lewis. Zusammen mit dem Playboy-Playmate Anja Hollands hat er einen kleinen Sohn namens Mika, der im Dezember 2008 ein Jahr alt geworden ist. Für ihn pausiert er im Marienhof seit Mai 2008 und wird auch vorläufig nicht zurückkehren. Der diplomierte Sportwissenschaftler und Journalist veröffentlicht übrigens demnächst einen Fitness- und Ernährungsratgeber.

Vorm Einzug ins Dschungelcamp sprach Meziani
über seine Phobien und Ängste, von denn wir Zuschauer leider noch gar nix mitbekommen haben.

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Warum sind Sie dabei?
Michael Meziani: Das ist eine sehr gute Frage. Es gibt ja im Grunde genommen tausend Gründe, es nicht zu tun, aber eben auch 1001 Gründe, es zu tun. Und wegen diesem einen Grund bin ich dabei.

Was reizt Sie am meisten?
Michael Meziani: Das ist schwer zu sagen. Es ist auch schwer vorherzusagen, was dort passiert. Der Reiz ist der, mit neun fremden Leuten auf einem Fleck über eventuell 17 Tage eingesperrt zu sein. Ich glaube, das ist die größte Herausforderung. Dann dabei keine Langeweile oder keinen Lagerkoller zu bekommen, das ist die größte Herausforderung. Ein Kampf mit sich selbst quasi.
Wie gehen Sie mit Konfliktsituationen um, wenn es knallt?
Michael Meziani: Es ist auch hier schwer vorherzusagen, wie die eigene Reaktion aussehen wird. Ich weiß nur, dass ich, wie man in Hamburg sagen würde, ein „grader Typ“ bin. Heißt soviel wie: Sei ehrlich, sei echt, sei authentisch, nicht irgendwie hintenrum. Das ist meine Devise und ich bin bisher in meinem Leben eigentlich sehr gut gefahren damit.

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Haben Sie vor irgendetwas Angst?
Michael Meziani: Ja, das verrate ich aber nicht.  Es gibt bei mir schon ein paar Ängste oder Phobien, die haben auch mit Tieren zu tun.

Vor welchen Dschungelprüfungen haben Sie Angst?
Michael Meziani: Das ist bei mir ganz klar die Tiernummer, es lässt sich auch ganz klar auf Tierarten herunterbrechen, wovor ich Angst habe.

Und Tiere essen?
Michael Meziani: Das stelle ich mir nicht so schlimm vor. Ich habe schon in schlimmeren Restaurants gegessen. Das macht mir so keine Angst, aber es gibt Tiere, die mir Angst machen. Hoden würde ich essen. Kulinarisch bin ich schon experimentierfreudig. Für einen schönen saftigen, durchgebratenen Stierhoden wäre ich dankbar.

Außer Reis und Bohnen gibt es nicht viel zu essen. Wird der Hunger für Sie ein Problem sein?
Michael Meziani: Der Hunger ist ein großes Problem. Denn ich esse echt Monsterportionen. Ich esse sehr viel und sehr gerne. Das wird die wirklich große Herausforderung, das die Tage auf Sparflamme zu halten.

Sehen Sie den Dschungel als berufliche Chance?
Michael Meziani: Als Plattform ist es eine Chance, aber ich mache Sachen nicht gerne, nur damit etwas anderes sich daraus entwickelt. Ich kann mir vorstellen, dass irgendetwas passieren kann. Aber ich bin der festen Überzeugung: Mach das, worauf du Lust hast, weil du Spaß daran hast, aber nicht, weil du mit irgendetwas rechnest. Das würde ich falsch finden. Aber klar: Mit 32 Prozent Marktanteil ist es natürlich nicht falsch zu sagen, dass es natürlich eine Möglichkeit ist, sich zu präsentieren.

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Was müsste passieren, dass Sie freiwillig aufgeben?
Michael Meziani: Im Moment kann ich mir nichts vorstellen, was dazu führen könnte. Aber vielleicht habe ich ja Heimweh und vermisse meinen 1-jährigen Sohn, meine Freundin und Freunde und das Essen und überhaupt. Aber vielleicht sage ich auch: Geile Sache, ich möchte noch 17 Tage länger bleiben. Aber aufgeben kann ich mir nicht vorstellen.

Es gibt keinen Luxus. Ist das ein Problem?
Michael Meziani: Nein, ich habe Reisen gemacht, die waren echt schlimm. Die gingen tatsächlich von luxuriösen Unterkünften bis zu irgendwelchen Cabanas, wo die Ratten nachts übers Dach gelaufen sind und auch durchs Bett. Das stört mich nicht. Handy könnte ein Problem sein, denn ich bin ein totaler Handyjunkie, das ist wirklich wahr. Es wird für mich ein kalter Entzug werden. Alle Leute, die mich kennen, wissen ganz genau: Mein Telefonakku – und ich habe ein neues Handy – hält niemals länger als einen halben Tag, das ist wirklich schlimm.

Was werden Sie am meisten vermissen?
Michael Meziani: Meinen Sohn und meine Freundin, aber auch die Freiheit, das zu tun, was ich tun möchte und meine Freunde, Gespräche zu führen über das eigene Befinden. Das kann passieren, mit den neun anderen, bisher ja noch Fremden, es kann aber auch nicht passieren. Ich würde eben die emotionale Ansprache vermissen.

Es gibt ein Plumpsklo, es kann nur öffentlich geduscht oder gebadet werden. Haben Sie Schamgefühle?

Michael Meziani: Ich würde nicht ganz nackt durch die Gegend laufen. Ich habe nicht vor, dort nackt zu duschen oder aber an dem Weiher auf blaue Lagune zu machen. Ich werde, wie man es als Abenteurer so macht, mich vom Wasserfall duschen lassen und alles unter der Gürtellinie bleibt dann auch unter der Wasseroberfläche.

Es gibt ja auch attraktive Frauen im Camp …
Michael Meziani: Die Sache ist ja die: 17 Tage ohne Sex, da könnten irgendwelche Frauen rumlaufen, das spielt dann keine Rolle (lacht). Ernsthaft: Es ist für mich eh kein Thema, da ich ja in festen Händen bin, Gott sei Dank. Und die Gedanken mache ich mir im Moment nicht. Ich weiß nicht was passiert, wenn man erstmal eingesperrt ist und einen der Lagerkoller übermannt. Aber es spielt keine Rolle für mich.

Gibt es irgendetwas, was Sie total nerven würde?
Michael Meziani: Ja, ich wäre megamäßig genervt durch Unehrlichkeit. Durch Hintenrum-Aktionen, Lästern, wenn man sich das Leben gegenseitig schwer macht, das würde mich wirklich nerven. Es kann eine schwere Zeit werden für alle, wir müssen erstmal ein paar Gänge runterschalten und uns mit den Gegebenheiten abfinden. Wenn man sich dann noch menschlich Probleme macht, würde mich das richtig nerven.

Was könnte die anderen an Ihnen nerven?
Michael Meziani: Da gibt es tausend Sachen. Ich bin zum Beispiel ein Schlaf-Hysteriker. Ich brauche beim Schlafen wirklich Ruhe. Ich schlafe zuhause, auch wenn es wirklich ruhig ist, mit Ohrstöpseln und habe ein T-Shirt auf dem Kopf, um abzudunkeln, auch wenn es schon dunkel ist. Wenn es ums Thema schlafen geht, kann ich sehr anstrengend sein, das weiß ich. Ansonsten bin ich ein umgänglicher Mensch, aber ich reagiere eben allergisch auf falsche zwischenmenschliche Töne.

Die meisten Zuschauer kennen Sie in Ihrer Rolle. Möchten Sie jetzt auch etwas von sich zeigen?
Michael Meziani: Ich glaube, man kann nur so sein, wie man wirklich ist. Ich habe mir auch nicht vorgenommen, da irgendetwas zu spielen. Ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht, was die Zuschauer für ein Bild von mir haben. Ich versuche einfach so zu sein, wie ich bin. Mal gucken, was dabei rauskommt.

Glauben Sie, man vergisst die Kameras irgendwann?
Michael Meziani: Gute Frage! Ich habe mir auch schon mal Gedanken darüber gemacht, ob man die Kameras tatsächlich sieht. Ich könnte mir vorstellen, dass man die ersten paar Tage das schon noch registriert. Ich glaube aber, dass das dann nachher untergeht im allgemeinen Tun mit Schatzsuche, Prüfungen, menschliche Probleme oder auch nicht. Irgendwann kannst du gar nicht anders als du selbst zu sein. Irgendwann werden die Masken dann halt runtergerissen.

Welche Luxusgegenstände nehmen Sie mit?
Michael Meziani: Da habe ich mir schon Gedanken drüber gemacht. Sind zwei Ohrstöpsel schon zwei Luxusartikel? Könnte gut sein, dass ich die mitnehme. Ich habe auch darüber nachgedacht, ein Kissen mitzunehmen. Weil der größte Feind die Langeweile sein könnte, habe ich auch darüber nachgedacht, ein Gesellschaftsspiel mitzunehmen.Ich weiß nicht, ob das erlaubt ist.

Fotos: RTL/Stefan Gregorowius/Stefan Menne