Donnerstag, 15. Januar 2009, 10:37 Uhr

Alles nur geklaut - Texträuber im Internet

Schüler und Studenten ergoogeln Themen, kopieren Textbausteine und fügen diese ohne Quellenangabe in ihre Arbeit ein. Auch unter Wissenschaftlern wird nicht immer sauber zitiert. Stefan Weber hat in der 2., aktualisierten und erweiterten Auflage seines Buches “Das Google-Copy-Paste-Syndrom” die Entwicklung der Betrugskultur an Schulen und Universitäten beleuchtet. Gleichzeitig hinterfragt er, ob und wie die Medienwissenschaft darauf reagiert.

Die “Recycling-Textkultur” (Stefan Weber) gefährdet zunehmend die Ausbildung und die gesamte wissenschaftliche Textkultur. “Im Schnitt gesteht jeder dritte Studierende, schon einmal plagiatorisch tätig gewesen zu sein. So könnte ungefähr jede dritte akademische Publikation von wissenschaftlichem Fehlverhalten betroffen sein”, schreibt Stefan Weber. Der Autor, den Medien gern als “Plagiatsjäger” bezeichnen, greift auf seine Datenbank mit 67 Plagiatsfällen aus  Wissenschaft und Journalismus zurück und umreißt die fortschreitende Ergoogelung. Zudem widmet er sich dem Contentklau im Web 2.0 und freien Lizenzen im Netz. Stefan Webers These widerspricht dem digitalen Zeitgeist: Das so genannte Cyber-Neusprech oder “Weblisch”, die Technophilie und die “Bullshit-PR” für neue Medien schaffen ein Milieu, in dem einer Textkultur ohne Hirn weiter Vorschub geleistet  wird.

Das Buch richtet sich nicht nur an Lehrende in Schulen und Universitäten, die sich mit diesem Problem konfrontiert sehen, sondern ist ebenso eine kritische Lektüre für ein breites Publikum, das die neuen Medien verwendet.

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