Freitag, 16. Januar 2009, 14:04 Uhr

Callboy-Prozess: Boy George zu 15 Monaten Haft verurteilt

Die britische Pop-Ikone Boy George hat sich geweigert, in dem aktuell gegen ihn laufenden Prozess auszusagen, um seine im Sterben liegende Mutter zu schützen. Der ehemalige Sänger der Kultband Culture Club ist von einem Londoner Gericht für schuldig befunden worden, im Jahr 2007 in seiner Londoner Wohnung den männlichen Prostituierten Audun Carlsen an einen Heizkörper angekettet und der Freiheit beraubt zu haben. Nun erwartet den Musiker eine Haftstrafe, die bis zu lebenslang betragen kann. Das Strafmaß wird noch heute in London verkündet.

Seinem Bruder David zufolge würde der mit bürgerlichem Namen George O’Dowd heißende Boy George lieber ins Gefängnis gehen, als seiner kranken Mutter Dinah O’Dowd mit dem Thema weitere Kopfschmerzen zu bereiten. Dem britischen ‘Daily Mirror’ soll der Musiker seinem Bruder gesagt haben: “Ich weiß, dass ich jetzt wahrscheinlich ins Gefängnis muss, aber ich konnte es Mutter zuliebe nicht tun – sie stirbt gerade. Der einzige Grund, warum ich nicht ausgesagt habe, ist sie. Sie hat in ihrem Leben bereits zu viel mitmachen müssen.”

Boy George beteuert weiter seine Unschuld, aber er betont, kein Problem damit zu haben, ins Gefängnis zu gehen, weil er seine Drogenprobleme endlich hinter sich habe. Dem Medienbericht soll er desweiteren zu seinem Bruder gesagt haben: “Carlsen reitet mich rein, weil er weiß, dass er so einen Haufen Geld machen kann. Ich werde wegen dieser Sache wahrscheinlich ins Gefängnis gehen, obwohl ich unschuldig bin. Das ist aber nicht wichtig. Wichtig ist, dass ich clean und nüchtern bin. Der einzige Grund, warum ich vor Gericht nicht ausgesagt habe, war, dass ich nicht will, dass Mama noch mehr Schmerzen ertragen muss.”

UPDATE: 16.15 Uhr: Ein Gericht in London hat Sänger Boy George heute wegen Freiheitsberaubung zu 15 Monaten Haft verurteilt: FOTOS