Dienstag, 20. Januar 2009, 22:11 Uhr

Tom Cruise feiert in Berlin - Die Bilder

Der weltweit führende Scientology-Lobbyist, Hollywoodstar Tom Cruise (46), präsentierte heute seinen Film “Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat”. Im schwarzen Poloshirt trat er heute nachmittag vor die versammelte Presse im Hotel de Rome Unter den Linden – gemeinsam mit Regisseur Bryan Singer. Auf die Frage, ob ein bekennender Scientologe wie Cruise den deutschen Helden spielen darf, ging Cruise nicht ein. Stattdessen sagte er: “Ich bin dazu da, mein Publikum gefangenzunehmen und zu unterhalten.” Cruise berichtete von der ersten Testvorführung in Amerika, bei der er und der Regisseur unerkannt anwesend waren. Niemand sei während der Vorstellung rausgegangen, um Popcorn zu holen. Hinterher habe es Applaus gegeben. Normalerweise unüblich.

Cruise ist seit Sonntagnacht in der Stadt. Angeblich kaufte er gestern Handtaschen, Schuhe und 200 rote Rosen für Ehefrau Katie Holmes, die heute mit über den roten Teppich schreiten sollte. Am Abend bei der Europapremiere gab er bei 2 Grad plus geduldig eineinalb Stunden Autogramme für wartende Fans und Interviews am Theater am Potsdamer Platz. Katie Holmes stieß später dazu: FOTOS FOTOS
Auch auf dem roten Teppich heute Abend: Der deutsche Hollywood-Export Thomas Kretschmann (Foto 3). Der Film startet an diesem Donnerstag in den deutschen Kinos.

UPDATE: Tom Cruise und Katie Holmes verließen nach der Europapremiere von Berlin am Flughafen Schönefeld.
Das Paar gab sich ganz verliebt, als hätten sie sich gerade nach langer Zeit wiedergesehen. Tom ging unter den Augen der Sicherheitskräfte und des Flughafenpersonals zu seiner Frau Katie und küsste sie mehrmals voller Leidenschaft. Dann ging es direkt zum Flugzeug, Destination London. Auch dabei der Regisseur des Filmes, Bryan Singer, er nahm jedoch mit dem restlichen Promotionteam ein anderes Flugzeug.

Fotos von der Pressekonferenz:

Fotos: 20th Century Fox

 

Der Stauffenberg-Film wird “das Ansehen Deutschlands mehr befördern als zehn Fußball-Weltmeisterschaften”. Das schrieb auf dem Höhepunkt der Debatte der Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck in einem “FAZ”-Essay. Nach der Premiere darf man sagen: Es ist etwas dran. Die Kunde vom organisierten, einflussreich besetzten Widerstand gegen Hitler dürfte im Ausland immer noch viele überraschen: Es ist den Nazis also nicht gelungen, jeden Einzelnen hinter sich zu bringen. Nun erfährt das globale Publikum nochmals von dem nur im Symbolischen erfolgreichen Attentat. Und vermutlich hilft gerade die Eindimensionalität des Films dabei, dass die Botschaft hängen bleibt.

Schafft das uns allen nun ein besseres Ansehen in der Welt? Da ist die WM wohl doch aussagekräftiger. Die Gastfreundschaft im Fußballjahr war eine kollektive Geste; der Mut der Widerständler blieb leider eine grandiose Ausnahmeleistung. Das taugt als Vorbild, aber nicht als Entlastung für alle. Für die USA stimmt von Donnersmarcks Gleichung aus einem ganz anderen Grund. Fußball interessiert da nämlich kaum einen. (Kommentar: Neue OZ)