Mittwoch, 28. Januar 2009, 20:23 Uhr

"Teenage Angst"

Am Donnerstagabend um 19.30 Uhr hat im Stuttgarter Delphi der neue Film “Teenage Angst” Premiere. “Teenage Angst” ist eine bemerkenswerte Low-Budget-Produktion von Regisseur Thomas Stuber, der sich schnell zum Geheimtipp entwickelte. Zeit dafür gabs reichlich.  Der relativ kurze Film lief bereits zur Berlinale 2008 in der Kategorie Perspektive deutsches Kino. In der Hauptrolle: Deutschlands neue große Film- und Fernseh-Hoffnung Franz Dinda (25, “Mogadischu”).

Und darum gehts: Vier Schüler eines Elite-Internats, die sich zu einer Clique zusammengeschlossen haben, schleichen nach der Schule heimlich aus dem Internat, um sich zu treffen, zu saufen und zu spielen. Sie suchen die Extreme, um ihrem goldenen Käfig, in den sie von ihren wohlhabenden Eltern gesteckt wurden, zu entkommen. Im Laufe der Zeit werden die Spiele zu immer größeren Gewaltexzessen, und bald richten sie sich gegen den Schwächsten der Gruppe: Leibnitz. Dyrbusch, der Kopf der Gruppe, und Bogatsch, seine “ausführende Gewalt”, hören nicht auf, Leibnitz immer heftiger zu quälen, was dieser aber hinnimmt, denn er schafft es nicht, sich der Gewalt seiner Peiniger zu entledigen, fürchtet er doch sowohl den Verlust ihrer “Freundschaft” als auch die Konsequenzen seiner Eltern.

Konstantin, der Mitläufer in der Gruppe, ist der Einzige, der die moralische Dimension ihrer Spiele begreift. Doch er zögert zu lange, weil er das vermeintlich Wichtigste, das die Schicksalsgemeinschaft der vier Jungs auf diesem Internat noch zu haben scheint, nicht gefährden will: ihre Clique. Aus diesem Grund geraten sie immer tiefer in eine Spirale der Gewalt und des Gruppenzwangs, bis passiert, was passieren muss…

 

Fotos: Salzgeber

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Ein kurzes Gespräch mit dem Regisseur Thomas Stuber:

Wie kam der Titel TEENAGE ANGST zustande?
Wir haben lange nach einem passenden Titel für den Film gesucht. In den 90iger Jahren kam in den USA der Begriff des “teenage angst” auf, eine Bezeichnung für den Weltschmerz der Jugend, die Sehnsüchte und Ängste dieser Generation vor dem Jahrtausendwechsel. Nicht nur Kurt Cobain hat “teenage angst” besungen.

Im Film “Teenage Angst” sind die Helden auch auf einer Suche nach sich selbst, es geht um Sehnsüchte und Abhängigkeiten der Figuren untereinander. Deshalb ist “Teenage Angst” sowohl eine passender, als auch spanndender Titel für den Film.

Wie bist Du auf die Idee zu dem Film gekommen?
Am Anfang stand die wiederholte Lektüre von Musils “Verwirrungenen des Zöglings Törless”. Was dort in dem Buch beschrieben wird, ist sehr aktuell, sowohl das Thema “Gewalt ohne Motiv” unter Jugendlichen, als auch die Elitediskussion, die im letzten Jahr die Feuilletons beherrschte. Wir haben uns gefragt, wie würde die Geschichte, wie würden die Figuren heute aussehen? Die Geschichte ist eine sehr spannende kammerspielartige Gruppenkonstellation von Jugendlichen. Da entwickelt sich ein Gewaltausbruch, der sich gegen einen in der Gruppe richtet. Wie geht jeder einzelne damit um? Warum geschieht so etwas immer wieder?

Die Besetzung von TEENAGE ANGST ist hochkarätig und die Darsteller passen sehr gut zu ihren Figuren. Wie hast Du die Schauspieler gefunden?
Ich habe sowohl mit Nina Haun, als auch Juliane Weininger, die an der Filmakademie für das Casting zuständig ist, mehrere Vorschläge für die einzelnen Rollen erarbeitet. Wichtig war zunächst natürlich eine funktionierende und dynamische Konstellation für die vier Jungen im Film zu finden. Die vorgeschlagenen jungen Schauspieler haben wir dann zu einem Casting eingeladen und zwei Tage verschiedene Szenen und Improvisationen gearbeitet. Da hat man sehr schnell gesehen, welcher Schauspieler auf welche Rolle passt und wie sie untereinander in verschiedenen Zusammensetzungen agieren. Dann haben wir uns für Franz, Niklas, Janusz und Michael entschieden. Stephanie Schönfeld, für die Rolle der Vaneska, kenne ich schon von meinem letzten Film “Es geht und gut” und Michael Schweighöfer erschien ebenfalls nach langem Suchen die Idealbesetzung für den Mentor zu sein.