Freitag, 30. Januar 2009, 18:28 Uhr

Britische Folk-Legende John Martyn ist tot

Der britische Folk-Sänger John Martyn ist am gestrigen Donnerstag im Alter von 60 Jahren verstorben. Der Musiker war noch zum Jahreswechsel für seine Verdienste zum ‚Officer of the British Empire‘ (OBE) ernannt worden. Zur Todesursache ist zur Stunde noch nichts bekannt. Auf Martyns Website hieß es dazu: “Schweren Herzens und mit einem Gefühl ungeheuren Verlusts müssen wir hiermit bekanntgeben, dass John heute morgen gestorben ist.”

Die 40 Jahre anhaltende musikalische Karriere des Verstorbenen war auch im vergangenen Februar von Phil Collins gewürdigt worden, der seinem Freund einen ‚Lifetime Achievement Award‘ bei der Verleihung der ‚Folk Awards‘ von ‚BBC Radio 2‘ übergeben hatte. Der Genesis-Star erklärte nun: “Johns Tod ist furchtbar, furchtbar traurig. Er mochte keine Kompromisse, wodurch er viele Leute auf die Palme gebracht hat. Aber er war einzigartig. Ich habe ihn sehr geliebt.”

Der Sohn zweier Operettensänger war in den 1960er Jahren eine einflussreiche Größe der Londoner Folk-Szene gewesen. Das Wahrzeichen seiner Musik waren der gekonnte Einsatz von Echoplex sowie der meisterhafte Umgang mit der Gitarre. Nach verschiedenen Alben ohne großem Echo landete Martyn 1973 mit ‘Solid Air’ den Erfolg seines Lebens.

Nachdem eine geplatzte Zyste im Jahr 2003 eine Blutvergiftung auslöste, bekam der Sänger unterhalb des Knies das rechte Bein amputiert. Auf Konzerten spielte er in seinen letzten Jahren gerne scherzhaft auf seine seitdem stark angewachsene Körperfülle an: “Braucht irgendjemand von euch einen einbeinigen Sumo-Ringer?”