Montag, 02. März 2009, 17:46 Uhr

Superstart: "The Mentalist" zieht die Zuschauer in seinen Bann

Gestern Abend startete die Top-US-Serie “The Mentalist” und die konnte trotz großer Konkurrenz bei den Zuschauern kräftig punkten. Insgesamt sahen 3,79 Millionen Zuschauer die Krimiserie um den geheimnisvollen Ermittler und seine ungewöhnlichen Methoden – mit dem charismatischen australischen Hauptdarsteller Simon Baker in der Hauptrolle. Die CBS-Erfolgsserie hatte in den USA unglaubliche 16 Mio. Zuschauer unbd entwickelt sich offenbar auch in Deutschland vom start weg zum Renner.
Die Story kurz und knapp: Ein ehemaliger Showstar, gespielt von Simon Baker (39), arbeitet als wichtigster Helfer einer Polizeispezialeinheit. Früher glamouröser „Mentalist“, denkt er sich mithilfe unheimlicher Beobachtungsgabe in Täter hinein – und löst die schwersten Fälle.

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Foto: © Warner Bros. Television, Sat1.de

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Der 1969 in Tasmanien geborene Schauspieler, der seine Kindheit nach eigenen Angaben überwiegend auf dem Surfbrett verbrachte, wurde 1992 als beliebtestes australisches Nachwuchstalent entdeckt. Mitte der 90er Jahre ging er mit seiner Familie nach Hollywood, wo er in dem Thriller-Klassiker „L.A. Confidential“ (1997), den Filmen „Ride With the Devil“, „Red Planet“, „The Ring 2“, „Land of the Dead“ und der Komödie „Der Teufel trägt Prada“ für Furore sorgte. 2002 wählte das „People Magazine“ den blond gelockten Charakterkopf unter die „50 Most Beautiful People“. Fürs US-Fernsehen drehte Simon Baker, der früher auch unter den Namen Simon Denny und Simon Baker-Denny arbeitete, u. a. die Serien „Heartbreak High“ und „Smith“ und spielte in „The Guardian“ (2001-2004) 67 Folgen lang den Anwalt Nick Fallin, wofür er eine Golden-Globe-Nominierung erhielt.

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Simon Baker mit dem mittleren Sohn Claude Blue. Foto: WENN

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Exklusives Interview mit Hauptdarsteller Simon Baker:
Mr. Baker, Sie spielen CBI Consultant Patrick Jane in der sehr erfolgreichen Serie „The Mentalist“. Sie waren vorher schon in der Serie „The Guardian“ zu sehen, was Ihnen auch eine Golden Globe-Nominierung einbrachte. Dieses Metier scheint Ihnen zu liegen, oder?
Ja, da ist wohl was dran. Mir gefällt die Arbeit in einer TV-Serie. Du gehst jeden Morgen zur Arbeit, Du hast einen relativ regelmäßigen Tagesplan, eine coole Sache.

Wie würden Sie Ihren Charakter in „The Mentalist“ beschreiben?
Mein Charakter hat eine große Lebenslust, und gleichzeitig keinen wirklichen Respekt für andere. Er ist sehr auf sich bezogen, aber er hat auch keine Angst. Und er hat einen guten Sinn für Humor.

Ihr Charakter kommt als jemand herüber, der ständig die Revanche sucht. Sehen Sie das auch so?
Ich bin so übrigens auch im wirklichen Leben, verbittert und voller Rachegelüste (lacht laut). Ja, da ist schon was dran.  Aber der Charakter zeigt auch andere Tiefen. Das versuche ich zumindest aus ihm herauszukitzeln.

Wie muss man sich die Produktion einer solchen Serie eigentlich vorstellen?
Alles passiert ungemein schnell. Wenn Du erstmal produzierst, dann ist eine TV-Serie wie eine fahrende Zielscheibe. Ständig wird was verändert, ständig musst Du Dich auf neue Entwicklungen einstellen. Es ist aufregend, aber auch nervenaufreibend. Manchmal komme ich mir vor wie ein Sportler, der immer wieder zum Training muss und sich neuen  Herausforderungen entgegenstemmt.

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Foto: © Warner Bros. Television

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Was macht  „The Mentalist“ so beliebt?
Es liegt wohl daran, dass die Zuschauer im Moment Serien sehen wollen, die keine Fragen offen lassen am Ende der Show. Die Serie hat eine sehr durchschaubare Struktur, einen Anfang, einen Mittelteil, ein Ende. Ich glaube wirklich, dass das ein wichtiger Aspekt für den Erfolg dieser Show ist.

Das ist interessant, ist das ein gesellschaftliches Phänomen?
Ja, meiner Meinung nach schon. Wir leben in einer Zeit voller Ungewissheit und Stress. Da hilft es, vor dem Fernseher zu sitzen und ein Programm zu sehen, bei dem am Ende tatsächlich alle Fragen beantwortet werden. Die Ungewissheit wird genommen. Es ist eine Erleichterung für das Publikum.

Stimmt es eigentlich, dass Sie anfänglich gar nicht mitmachen wollten?
Nun, mir war es wichtig, dass ich meinen Charakter entwickeln kann, dass er in kein Schema passt. Ich war mir ursprünglich nicht sicher, ob das möglich ist. Aber dann habe ich mich Gott sei Dank eines besseren belehren lassen.

Sie arbeiten auch als Kinoschauspieler. Wenn Sie TV und Kino vergleichen, wo liegen die Vor- und Nachteile?
Ich sehe da keinen so großen Unterschied. Es ist dasselbe Prinzip. Im TV werden viele Dinge schneller verarbeitet. Im Kino ist das Prozedere etwas langsamer. Aber das Produkt ist am Ende hoffentlich qualitative-hochwertig. Das ist mir wichtig.

Wie hat der Erfolg Ihr Leben verändert?
Nun, mein Steuerberater behandelt mich ein bisschen besser (lacht). Aber ansonsten bin ich noch derselbe Typ, der ich schon vor ein paar Jahren war.

Der Erfolg ist Ihnen noch nicht zu Kopf gestiegen?
Noch nicht (lacht). Aber das kann sich sicherlich bald ändern. Nein, ich mache nur Witze. Ich bin Australier, wir müssen uns für Erfolg meist entschuldigen (lacht).

Sind Sie ein Mensch, der gerne Hektik um sich herum hat?
Nun, ich bin sehr glücklich im Moment, dass ich soviel zu tun habe. Das war ja nicht immer so. Als Schauspieler suchst Du immer nach guten Jobs. Ich befinde mich jetzt in einer Situation, in der ich genug Arbeit habe. Das ist ein beruhigendes Gefühl.

Können Sie sich persönlich mit Ihrem Charakter in „The Mentalist“ identifizieren?
Na klar findest Du immer auch ein bisschen von Dir selbst in einem Charakter, den Du spielst. Mein Charakter schmunzelt gerne, wenn er ein bisschen in der Klemme steckt.
Das tue ich auch privat. Mein Lachen ist immer auch ein bisschen mein Schutzschild.

Glauben Sie, dass Patrick Jane wirklich seherische Qualitäten hat?
Ich finde es total spannend, dass wir diese Debatte führen in unserer Show. Ich will niemandem auf die Füße treten, der an Vorhersehungen glaubt.

Wird Jane jemals zugeben, dass er diese Fähigkeiten hat?
Ich glaube, er würde es tun, wenn er die Wahrheit herausfinden muss.

Er ist schon ein sehr mysteriöser Zeitgenosse, dieser Patrick Jane, finden Sie nicht?
Absolut. Das einzige, was wir mit absoluter Sicherheit wissen ist, dass seine Frau und sein Kind umgebracht wurden.

Momentan wird in den Medien viel diskutiert über die Tatsache, dass Sie vielleicht die amerikanische Staatsbürgerschaft annehmen. Ist da was dran?
Ich diskutiere das gerade mit meiner Frau. Bisher sind wir noch zu keinem Ergebnis gekommen.

Was tun Sie eigentlich, um sich zu entspannen?
Ob Sie es glauben oder nicht, ich beschäftige mich mit Podcasting. Das entspannt mich total.

Und wie halten Sie sich fit bei soviel Arbeit?
Ich habe mir gerade ein Trimm-Dich-Fahrrad ins Office stellen lassen. Da kann ich meine Zeilen lernen und gleichzeitig ein bisschen schwitzen.