Mittwoch, 04. März 2009, 17:29 Uhr

Abwrackprämie mit "Alarm für Cobra 11": Zuschauer können kassieren

Seit dem Serienstart wurden bei “Alarm für Cobra 11” über 3.000 Autos zu Schrott gefahren. Und jetzt kommt ein Zuschauer-Auto dran. Zum Start der neuen Folgen von “Alarm für Cobra 11” am Donnerstag, dem 5. März, um 20.15 Uhr, können Autobesitzer bei RTL.de in der Rubrik TV Programm versuchen, ihr altes Auto in der RTL-Serie zum Fernseh-Star machen zu lassen. Der Gewinner der Aktion kassiert außerdem eine “Abwrackprämie” von 2.500 Euro. Voraussetzung ist, dass der alte Wagen noch fahrtüchtig ist. Die Teilnehmer erklären bei dem  Gewinnspiel unter RTL.de, warum ihr Auto für Stunts von Action Concept in der Serie “Alarm für Cobra 11” verwendet werden soll.  Hierzu wird den Interessenten ermöglicht, online die witzigsten oder interessantesten Gründe anzugeben sowie Fotos des Fahrzeugs hochzuladen.
Erdogan Atalay und Tom Beck (siehe Fotos unten) werden unter allen Einsendungen entscheiden, welches Auto ihr nächster Co-Star sein soll. Zudem kann der Gewinner der Aktion auswählen, auf welche Art das Auto geschrottet werden soll. Die Aktion endet am 2. April.

Achtung! Bitte keine Bewerbungen bei klatsch.-tratsch.de abliefern! Mehr dazu hier!

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Mehr über die Stunts und Sparmaßnahmen am Set und was mit den Schrottkarren aus der Serie passiert – unten im Interview!

Ab morgen, dem 5. März, um 20.15 Uhr, geht “Alarm für Cobra 11” bei RTL mit sechs brandneuen Folgen an den Start. Semir Gerkan (Erdogan Atalay) und sein junger Partner Ben Jäger (Tom Beck) gehen dann wieder auf spektakuläre Ganovenjagd und lassen es ordentlich krachen. Doch zu Beginn der neuen Staffel geraten sie erstmal mit der neuen Chefin Kim Krüger (Katja Woywood) kräftig aneinander. Aufgrund von scheinbar untrüglichen Beweisen glaubt sie, dass Susanne König (Daniela Wutte), die Sekretärin der Autobahnpolizei, im Alkoholrausch einen schweren Verkehrsunfall verursacht hat. Doch Semir und Ben  wollen mit aller Macht das Gegenteil beweisen.

Fotos: RTL/Guido Engels

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„Jede Beule tut mir richtig weh”

Interview mit Action-Produzent Hermann Joha

Mitten in der Wirtschaftskrise verführt die „Abwrackprämie” die Deutschen zum Autokauf. Die staatliche Prämie von 2500 Euro für den Erwerb eines Neuwagens bei gleichzeitiger Verschrottung des alten Fahrzeugs beschert den Herstellern und Verwertern gleichermaßen Rekordumsätze. Im Interview spricht Hermann Joha, Stuntman und Produzent der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11″ (neue Staffel ab 5. März) über Abwrackprämien und Lust und Frust am Auto-Zerdeppern.

Ist die Abwrackprämie eine gute Idee der Bundesregierung?

Hermann Joha: Eine sehr gute Idee. Je mehr alte Autos eingeschmolzen werden, desto besser ist das für die Umwelt, weil Neuwagen geringere Emissionen haben. Und dann kommt noch der wirtschaftliche Push-Effekt dazu. Bekanntermaßen hat jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland mit der Automobilindustrie zu tun. Meiner, streng genommen, auch.

Wie viele Autos haben Sie in Ihrem Leben zerstört?

Joha: In meiner ganzen Karriere um die 5000. Darunter 1000, bei denen ich selbst am Steuer saß. Ich war erst 17, als ich bei den Actionshows der „Hell Drivers” anfing. Ich besaß nicht mal einen Führerschein, fuhr aber in jeder Show zehn bis 15 Autos zu Schrott..

Hat es Ihnen jemals um ein Auto leid getan?

Joha: Ja, sicherlich. Vor allem in der Anfangszeit. Da habe ich als Stuntman für den „Tatort” Autos zerstört, die ich mir privat nicht ansatzweise leisten konnte. Das sind ja oft Vorserienmodelle, die Hersteller wie BMW oder Mercedes nicht mehr verkaufen können. Die werden dann Produktionsfirmen zur Verfügung gestellt. Damals wie heute.

Ist es aus Ihrer Sicht nicht extrem öde, Autos zugunsten der Abwrackprämie einfach in die Schrottpresse zu schicken? Kann man das Ende eines Autos nicht feierlicher gestalten?

Joha: Ich habe meinen Job nie unter dem Vorzeichen der reinen Zerstörungslust gesehen. Die ist eher bei Stefan Raabs „Stock Car Crash Challenge” gegeben. Da schalten die Leute ein, weil sie sehen wollen, wie sich Autos gegenseitig demolieren. Der Bedarf für so etwas ist da. Für mich die Stunts, wie wir sie in unseren Serien zeigen, eher ein Sport. Ich will ausprobieren, was man mit einem Auto alles machen kann. Dabei geht es manchmal zwangsläufig zu Bruch.

Wenn ich Ihnen mein altes Auto für „Alarm für Cobra 11″ schenke: Dürfen Sie mir einen Verschrottungsnachweis ausstellen, mit dem ich die 2500 Euro Abwrackprämie bekomme?

Joha: Ja, die gibt es! Wir haben dazu extra eine Online-Aktion bzw. ein Gewinnspiel ins Leben gerufen, das noch bis zum 2. April läuft: Zuschauer können uns im Internet unter RTL.de ihr altes, natürlich noch fahrtüchtiges Auto anbieten, das wir dann auf spektakuläre Weise in einer “Cobra”-Folge verschrotten. Der Besitzer des Wagens erhält dafür dann von RTL die Abwrackprämie von 2.500 Euro. Unter allen Einsendungen entscheiden Erdogan Atalay und Tom Beck höchstpersönlich, wessen Auto genommen wird.

Profitiert die Einkaufsabteilung davon, dass sich plötzlich so viele Deutsche von ihren alten Autos trennen wollen?

Joha: Wir hatten noch nie Schwierigkeiten, Altfahrzeuge günstig zu bekommen. Das liegt auch daran, dass wir keine allzu hohen Ansprüche haben. Der Wagen kann ruhig 500.000 Kilometer gelaufen sein und einen defekten Motor haben. So lang er noch halbwegs vernünftig aussieht und die letzten paar Meter für die Dreharbeiten schafft, können wir ihn neu lackieren und bei seiner letzten Fahrt als Neuwagen verkaufen. Außerdem bekommen wir ja noch die Vorserienmodelle der Autohersteller. Denn selbst mit einem vergleichsweise guten RTL-Budget könnten wir es uns nicht leisten, in jeder Folge Neuwagen für ein paar hunderttausend Euro kaputtzumachen.

Welche Auflagen machen Ihnen BMW und Mercedes, bevor Sie deren Fahrzeuge in der Serie verwenden dürfen?

Joha: Wir müssen eine Art modernes Märchen erzählen. Wenn ein Auto hundert Meter durch die Luft fliegt, landet es elegant an der Abschrägung eines Brückenwalls. Im Idealfall setzt es sogar auf und fährt weiter. Jeder weiß, dass der Fahrer im wahren Leben tot sein könnte oder im Rollstuhl sitzen würde. Bei uns geht es aber gut aus. Darauf legen die Hersteller wert.

Eine schöne, heile Fernsehwelt?

Joha: Ja, wenn Sie so wollen. Das passt aber auch zur Politik unserer Firma und des Senders RTL, dass der Vater abends um 20.15 Uhr mit seinem 12jährigen Sohn vor dem Fernseher sitzen kann und das anschaut. Jegliche Art von Horrorfilmen, in denen kaputte Typen sich mit Autos jagen und umbringen, wollen wir nicht machen. „Alarm für Cobra 11″ ist ein modernes Märchen. Das, was „Winnetou” vor 30 Jahren war.

Mit anderen Pferdestärken…

Joha: Genau. Nur Kriminelle, die richtig böse sind, knallen am Ende auch schon mal mit dem Auto unter einen Lastwagen. So wie Mario Adorf als Bandit Santer von Indianerspeeren durchbohrt wurde, nachdem er Winnetous Schwester Nscho-tschi erschossen hatte.

Was passiert nach den Dreharbeiten mit Ihren Autowracks?

Joha: Die landen auf dem Schrottplatz. Ob wir dafür noch Geld bekommen, entscheidet die Marktlage. Es gab Zeiten, da mussten wir 300 Euro bezahlen, damit sie uns überhaupt abgenommen wurden. Wenn der Stahlpreis steigt und weltweit wieder nach Rohmaterial geschrieen wird, bekommen wir Geld. Gestern habe ich in einem Magazin gesehen, dass die Schrotthändler momentan vier bis fünf mal so viele Autos auf ihren Plätzen haben wie vor wenigen Wochen. Wegen der Abwrackprämie.

Nachdem Sie 5000 Autos auf dem Gewissen haben: Ärgern Sie sich noch, wenn Sie einen Kratzer oder eine Beule in Ihren Privatwagen fahren?

Joha: Und wie! Das sehe ich als megapersönliche Beleidigung an. Jede Beule tut mir richtig weh. Da schreie ich laut „Aua!” So etwas darf nicht passieren.

Welchen Wagen fahren Sie privat?

Joha: Da bin ich breit aufgestellt. Als Porsche-Fan bin ich Jahre lang Porsche Turbo gefahren. Momentan habe ich aber kein eigenes Auto, sondern fahre Leihwagen, die unsere Firma über Verträge mit BWM und Mercedes, manchmal auch mit Audi und VW bekommt. Ich kann als Geschäftsführer nicht mit dem fetten Porsche zur Arbeit kommen, wenn ich von den Mitarbeitern Sparmaßnahmen einfordere.

Welche Sparmaßnahmen sind das?

Joha: Zum Glück mussten wir kaum Leute entlassen. Aber wir haben zum Beispiel den großen Catering-Wagen abgeschafft, der immer auf dem Hof oder am Set stand. Der war zu teuer. Auch die vier Hubschrauber, die wir mal hatten, wurden abgeschafft. Jetzt haben wir nur noch einen gecharterten Hubschrauber für „Alarm für Cobra 11″. Wir sind in allen Bereichen komplett zum Sparen verdonnert.

Will RTL das so?

Joha: Der Fernsehmarkt will das so. In den Jahren 2004 und 2005 hat sich die Serienlandschaft komplett verändert. Damals begann der Siegeszug von US-Serien wie „CSI”, „Dr. House”, „Monk” und „Desperate Housewives”, die im Hauptprogramm der privaten Sender die deutschen Serien verdrängten. „Alarm für Cobra 11″ hat sich als eines der ganz wenigen Formate zur Primetime gehalten. Die Budgets, die RTL, Pro Sieben oder Sat.1 seither für deutsche Serien genehmigen, sind ein Bruchteil der früheren Budgets. Und damit müssen wir gegen Hollywood konkurrieren, wo alles Geld und kreative Potenzial der Erde zu finden ist. Die Wirtschaftskrise, die jetzt noch dazu gekommen ist, setzt dem Sparzwang die Krone auf.