Dienstag, 17. März 2009, 23:24 Uhr

So wird Michael Jackson endgültig unsterblich

Neues vom berühmten Leichenplastinator Doktor Gunther von Hagens, dem im jüngsten Interview sensationelle Neuigkeiten entfuhren: „Die Namen meiner Körperspender unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht! Nur so viel: Ein Mitarbeiter von Michael Jackson hat mit uns Kontakt aufgenommen.“ Jackson würde einfach perfekt in seine Ausstellung passen, meinte von Hagens heute gegenüber der Bild-Zeitung: „Ich könnte Michael die körperliche Unsterblichkeit schenken – durch seine Musik ist er es bereits. Als Plastinat könnte er konsequent fortführen, was er schon zu Lebzeiten realisierte: Seinen Körper nach seinen Wünschen modellieren zu lassen.“ Viel muß man da vielleicht nicht machen, witzelte das Blatt. Weil der Sänger schon jetzt wie ein Objekt aus der Leichenschau aussehe…

Am 8. Juli beginnen Jackson-Shows in der Londoner O2 Arena und zeitgleich sind dort bis 23. August auch von Hagens „Körperwelten“ zu sehen. Der 64-jährige Anatom fügte in dem Interview hinzu: „Ich führe Herrn Jackson gern persönlich durch meine Ausstellung. Dabei lässt es sich gut über eine Pose als Plastinat reden…“ Beide verfügen ja schon über eine besondere Vorliebe: die zu schwarzen Hüten.

Ab 7. Mai ist die Ausstellung, verbessert und thematisch spezialisiert, wieder in Berlin zu sehen, wo sie bereits vor 8 Jahren über 1,3 Millionen Besucher anzog. Wie damals wird sie im Postbahnhof am Ostbahnhof zu sehen sein. Die von der Ausstellungskuratorin Dr. Angelina Whalley (Foto unten, von Hagens bildschöne zweite Ehefrau) konzipierte Ausstellung “Körperwelten & Der Zyklus des Lebens” zeigt unseren Körper im Kreislauf von Entstehen und Vergehen. Sie ist als Selbstentdeckungsreise konzipiert. Über 200 echte menschliche Präparate in plastinierter Form zeigen den Körper im Lauf der Zeit: wie er entsteht, reift und wächst, den Höhepunkt erreicht und schließlich schwächer wird – die Palette reicht von der Zeugung bis ins hohe Alter.

Sogar die über Hundert-Jährigen bekommen einen Platz: Besucher lernen von den Lebensweisen der jung gebliebenen Alten, die an Orten dieser Erde wohnen, wo man überdurchschnittlich alt wird – von Okinawa in Japan über Bergregionen in Sardinien und Pakistan.

Ausstellungskuratorin Dr. Angelina Whalley ist überzeugt, dass verschiedene multimediale Elemente zusätzlich helfen, den Besuchern ein besseres Verständnis von ihrem Körperinneren zu vermitteln. Schon heute hören 10% nach dem Ausstellungsbesuch auf zu rauchen oder rauchen weniger, 25% treiben mehr Sport und 50% achten stärker auf ihre Ernährung und Gesundheit.

Damit leisten die Ärzte Gunther von Hagens und Angelina Whalley in ihren “Körperwelten”-Ausstellungen medizinische Aufklärung der präventiven Art. Ohne erhobenen Zeigefinger zeigt die Ausstellung durch Präsentation anatomischer Fakten im Vergleich von gesund und krank, dass es möglich ist durch gesunde Lebensweise, länger und gesünder zu leben. Gunther von Hagens hofft, dass seine neue Ausstellung die Besucher dazu inspiriert mehr aus ihrem Leben zu machen: „Je älter ich werde, umso mehr realisiere ich, dass der Tod das Normale ist – und das Leben die große Ausnahme. Ich wünsche mir, dass ‘Körperwelten & Der Zyklus des Lebens die Menschen’ ermutigt, danach zu streben, jeden Tag gesund zu leben – ein Leben lang.“

Copyright: Gunther von Hagens, Institut für Plastination, Heidelberg, www.koerperwelten.de