Montag, 23. März 2009, 11:20 Uhr

Nur für hart Besaitete: Neue Staffel von „Switch reloaded“ startet

Amazing! Auf unglaubliche Art und Weise liest Lorielle London (Martina Hill) die Gedanken von Mentalist Jan Becker (Michael Müller). Hat Uri Geller seine Nachfolgerin gefunden? Die Entscheidung fällt in “Switch reloaded”! Peter Nottmeier schlüpft in der vierten Staffel erstmals in die Rolle von Uri Geller und verspricht: “Er ist ein dankbares ,Opfer’.”  Auch Moderator Hugo Egon Balder (Max Giermann) feiert in der Parodien-Show deluxe Premiere. In seiner “Hit Giganten”- Show gibt Bauer Heinrich eine nie gehörte Version vom Schäferlied zum Besten. Sonya Kraus (Martina Hill) zeigt, dass Moderieren selbst in übersexualisierten Yoga-Posen möglich ist. Trotz verknoteter Gliedmaßen haut sie noch lockere Sätze raus wie “Spalli, Spallo, Spallöchen bei ,talk, talk, talk’, der Show mit der Frau, die auch bei der Wok-WM nervt.”

In den neuen Folgen gibt es außerdem ein Wiedersehen mit Stefan Raab, Peter Kloeppel, Günther Jauch & Co. Noch detailverliebter und bissiger widmet sich das Schauspieler-Team den Macken und Ticks der berühmtesten Fernsehgesichter. “Switch reloaded” wurde 2008 mit dem Deutschen Comedypreis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet und ist in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge für den Adolf-Grimme-Preis nominiert.

“Switch reloaded”, Start der vierten Staffel am Dienstag, 24. März 2009, um 22.10 Uhr auf ProSieben. Die aktuelle Folge steht nach Ausstrahlung im TV auf ProSieben.tv sieben Tage lang in voller Länge zum kostenlosen Abruf bereit.

Das “Switch reloaded”-Team (v.l.n.r.): Michael Müller, Martina Hill, Petra Nadolny, Bernhard Hoëcker, Peter Nottmiert, Max Giermann, Peter Nottmeier, Michael Kessler, Michael Müller, Susanne Pätzold.

Fotos: ProSieben, Jörg Carstensen, Kai Schulz, Guido Schröder

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“In meinen Adern fließt blauweißes Blut” – Interview mit Switch-Star Peter Nottmeier

Peter Nottmeier hat gemeinsam mit seinen Kollegen “Switch”-Geschichte geschrieben. Vor der vierten Staffel von „Switch Reloaded“ sprach ProSieben.de mit dem Alter Ego von Günter Netzer, Peter Zwegat und nun auch Uri Geller über den Prozess des Parodierens, über die Reaktionen seiner “Opfer” und darüber, warum der leidenschaftliche Schalke-Fan ausgerechnet mit Spielern von Borussia Dortmund befreundet ist.

Herr Nottmeier, “Switch Reloaded” geht in die vierte Staffel; haben Sie mittlerweile schon viereckige Augen und damit allmählich die Nase voll vom für die Recherche notwendigen Fernseh-Konsum?

An den viereckigen Augen ist in der Tat was dran. Meine Augen sind mittlerweile kleine perforierte Sehstäbchen nach dem endlosen Sichten des Materials. Da wird bei der entsprechenden Recherche-DVD zurück gespult und angehalten, wieder vorgespult und erneut angehalten – da muss man schon mal pingelig werden und sich auch in Geduld üben, bis man die kleinen Schlüssel zur Figur findet. Was das Fernsehen per se betrifft – da muss ich gestehen, dass mich in erster Linie Fußball und Dokumentationen interessieren – deshalb muss ich dann öfter mal bei den üblichen TV-Formaten “nachsitzen”…

Diesmal erweitern Sie Ihr Repertoire um Uri Geller – warum gerade Geller?

Ich denke, dass sowohl sein Format “The next Uri Geller” als auch er selbst ein sehr dankbares Objekt sind. Die Art und Weise wie er auftritt, sein Blick, seine Schlaksigkeit und sein magisches “The Stage is Yours” machen ihn zu etwas Besonderem.

Nun ist Geller auch ein “ProSieben-Kind”; geht man da unbewusst sanfter um mit dem Objekt des Spottes?

Nein! Nicht, dass mir das bewusst wäre. Davon ab ist Geller ja nicht der erste von ProSieben: Annemarie Warnkross etwa oder Stefan Raab sind auch diesmal wieder mit von der Partie und kriegen auch “ihr Fett weg”.

Louis de Funès, Alfred Biolek, Dieter Thomas Heck, Marcel Reich-Ranicki, Old Shatterhand, später Peter Zwegat, Günter Netzer, Johannes B. Kerner oder Rudi Assauer – gibt es eine Lieblingsrolle?

Schwer zu sagen, auch wenn es sicher Leute gibt, die man mehr, andere, die man weniger mag – beides ist übrigens der Parodie unbedingt zuträglich, nur gleichgültig sollte einem der Parodierte nicht sein.

Günter Netzer etwa ist einer, über den ich mich immer noch köstlich amüsieren kann, wenn ich ihn studiere, ich schätze ihn aber sehr als Sportkommentator. Er war zudem ein großes Idol meiner Kindheit. Als kleiner Junge habe ich mir mal sieben Autogramme geben lassen, erst beim Achten ist ihm dann der Kragen geplatzt. Tja, jetzt kriegt er’s zurück…(lacht) Sehr gerne mag ich nach wie vor aber auch meinen Hebbät Schwakowiak, den arbeitslosen Arbeitslosen und Schalke-Fan aus Bottrop-Kirchhellen, auch wenn das keine Parodie im eigentlichen Sinne ist, sondern eine Kunstfigur.

Für wen empfinden Sie eher eine Abneigung?

Da muss ich mal überlegen (lacht). Nee, da möchte ich keine Namen nennen, aber das hat dann meistens mit arroganten Haltungen oder übertriebener Eitelkeit zu tun.

Gibt es so etwas wie ein unbedingtes Objekt der Begierde, das bis dato keine Berücksichtigung gefunden hat?

Nicht, dass mir jetzt eine bestimmte Person einfallen würde. Was ich aber immer sehr gerne spiele sind die Filmparodien, wie z.B. „Im Namen der Rose“ oder „Moby Dick“. Leider sind damit aber auch immer höhere Kosten verbunden, so dass es davon nicht allzu viele gibt. Ah, und da fällt mir doch noch jemand ein, Reiner Calmund. Den würde ich wirklich gerne mal spielen, auch wenn er im Moment im Fernsehen gar nicht so präsent ist.

“Harry & Toto” (Peter Nottmeier und Max Giermann)

Wo setzt man überhaupt an, wenn man jemanden parodieren will, bei den Eigenheiten, den etwaigen Macken?

Zunächst schaue ich mir denjenigen und sein Format (wenn es denn eins gibt) auf DVD an und mache mir Notizen. Dabei achte ich natürlich auch auf Äußerlichkeiten – etwa wo der Haaransatz beginnt etc., was später auch den Maskenbildnern sehr hilft. Im Anschluss sehe ich mir Denjenigen zwei-, dreimal ohne Ton an, denn dann fallen die Eigenheiten und Macken ganz besonders auf. Schließlich folgt noch das umgekehrte Prozedere: Ich nehme den Ton mit Diktiergerät auf, um mich ganz auf Tonalität und Stimmlage konzentrieren zu können. So ergibt sich dann allmählich ein Gesamtbild. Ein Mosaik setzt sich zusammen.

Gibt es für Sie Grenzen, was Parodie darf und was nicht und nimmt man möglicherweise billigend in Kauf, den Parodierten zu verletzen?

Ach ja, darauf kann man doch nicht auch noch Rücksicht nehmen (lacht). Nein, ernsthaft: Die Parodie muss natürlich den Finger in die Wunde, die es zu suchen gilt, legen. Es gibt aber auch mal einen Sketch, den man schon mal ablehnt, weil er schlichtweg nur geschmacklos ist und dann auch nicht mehr wirklich lustig. Hat man Probleme damit, sollte man die Finger davon lassen.

Wie sind die Reaktionen der Parodierten?

Peter Zwegat etwa, den ich sehr gerne mag, habe ich beim Deutschen Comedy-Preis getroffen. Er hat gesagt, dass ihm unsere Parodien super gut gefallen, mit Ausnahme der Nummer im Puff. “Das hätte nicht sein müssen”, meinte er. Worauf ich nur antworten konnte: “Die einen sagen so, die anderen so…” – Johannes B. Kerner hat mich in seine Jubiläumssendung eingeladen, was ich sehr sympathisch gefunden habe. Die große Mehrheit der Reaktionen ist auf jeden Fall sehr positiv…

…wie auch die mehrfachen Auszeichnungen und Comedy-Preise beweisen. Sie sind aber auch durchaus in sehr vielen dramatischen Rollen in Film und Theater zu sehen; schmerzt das, wenn für diese Arbeit keine Preise zu verzeichnen sind?

Klare Antwort: “Nee!” Beim norddeutschen Theatertreffen hat unser damaliges Ensemble im Übrigen mal einen Preis für “Kein Krieg um Troja” von Giraudoux bekommen. Davon hat man natürlich als einzelner Schauspieler recht wenig.