Mittwoch, 25. März 2009, 16:58 Uhr

Ist das Rätsel um das Phantom von Heilbronn gelöst?

Das von der Polizei fieberhaft gesuchte “Phantom von Heilbronn”, dem seit vielen Jahren mehrere Morde angelastet werden, hat es offenbar nie gegeben. Nach Informationen von stern.de waren höchstwahrscheinlich die Wattestäbchen, die die Fahnder zur Sicherung von DNA-Spuren verwendet hatten, schon vorher mit DNA-Material kontaminiert worden – möglicherweise von einer unachtsamen Mitarbeiterin eines Herstellers dieser Watte-Sticks.

An mindestens 40 verschiedenen Tatorten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und in Österreich waren DNA-Spuren einer unbekannten weiblichen Person gefunden worden, nach der jahrelang als geheimnisvolles “Phantom” gefahndet wurde. Die Frau soll mehrere Menschen, unter anderem eine Polizistin in Heilbronn, getötet haben.

Wie stern.de heute berichtet, sollen die Ermittler nach der Entdeckung einer Spur auf einer Cola-Dose, die bei einem Schuleinbruch in Saarbrücken gesichert worden war, eine interne Untersuchung eingeleitet haben, ob möglicherweise doch Utensilien zur Spurensicherung schon vorher verunreinigt waren. Diese “minimale Möglichkeit” hatte schon Ende vergangenen Jahres der Münsteraner Rechtsmediziner Bernd Brinkmann nicht ausschließen wollen.

Die Wattestäbchen, die zur Sicherung von DNA-Spuren verwendet werden, seien, so berichtet stern.de, zwar ordnungsgemäß sterilisiert gewesen, aber Verunreinigungen durch menschliche Körperzellen – etwa aus Hautresten, Schweiß und anderen Sekreten – überleben nach Auskunft von Experten eine solche Maßnahme. Nach stern.de-Informationen sollen inzwischen Packerinnen eines norddeutschen Unternehmens für Medizinalbedarf Speichelproben abgegeben haben, um ihr DNA-Profil mit dem des “Phantoms” abgleichen zu können.