Montag, 06. April 2009, 21:05 Uhr

Die Ludolfs: Am Donnerstag kommt der Schrott ins Kino

Am 9. April startet der erste Kinofilm der vier TV-Kultbrüder, die in kürzester Zeit eine hundertausendfache Fangemeinde durch ihre Assi-Erfolgsserie “Die Ludolfs- 4 Brüder auf’m Schrottplatz” aufgebaut haben. Die Premiere des Dokumentarfilm-Komödie fand am Samstag im Gewerbegebiet Dürrholz im Westerwald statt.


In Dernbach, irgendwo im Westerwald leben vier Brüder, hinter Bergen von Schrott. Die Ludolfs – Peter, Uwe, Manni und Günter – betreiben die wohl originellste Autoverwertung Deutschlands. In der Lagerhalle der Ludolfs liegen über vier Millionen Ersatzteile auf riesigen Bergen. Regale oder einen Computer sucht man hier vergebens. Chaos scheint hier das Ordnungsprinzip zu sein. Die Wahrheit ist: Peter, der Herrscher des Lagers, arbeitet schon seit Menschengedenken nach dem „Haufenprinzip“, und er fährt gut damit: Peter findet jedes gewünschte Autoteil auf Anhieb. Kein Problem also, aus einem Berg von über 30.000 Auspuffanlagen das gewünschte Modell binnen weniger Minuten herauszuziehen. Na ja, zugegeben: Manchmal dauert es schon etwas länger.

Uwe und Manni bilden das Schlacht-Team, sie liefern täglich Nachschub für Peters Lagerhalle. Uwe und Manni sind sehr schlagkräftig und äußerst sensibel, echte Kerle eben. In der Werkhalle des Betriebes schlachten die zwei ungleichen Brüder Unfallautos nach allen noch verwertbaren Teilen aus. Sie tun dies aus Leidenschaft, der Geruch (und manchmal auch der Geschmack) von Altöl und Benzin lässt ihre Herzen höher schlagen. Kurzum: Der Job ist ihr Leben, etwas Schöneres können sich Uwe und Manni nicht vorstellen. Na ja, zugegeben: Uwe ist sich nicht ganz sicher was er mehr liebt: Autos oder Frauen.

Und dann ist da noch Günter, der Mann den nichts aus der Ruhe bringt. Und das ist auch gut so, denn Günter hütet das Telefon, er ist der Kundenberater. Seinen Job erledigt er mit dem ihm eigenen Charme: Wortkarg aber freundlich. Ohnehin ist Günter so etwas wie der Ruhepol im Ludolf-Kosmos.

So unterschiedlich die vier Brüder sind, eines haben sie gemeinsam: Die Ludolfs sind Familienmenschen. Sie lieben und verehren ihre verstorbenen Eltern. Ihnen haben sie eine glückliche Kindheit und ihre berufliche Existenz zu verdanken. Marianne und Horst Ludolf haben vor 34 Jahren den Betrieb gegründet. Der Geist von Marianne und Horst ist auch heute noch überall auf dem Hof zu spüren. Ob es der Name des Betriebes ist („Autoverwertung Horst und Marianne Ludolf“) oder die zahlreichen Fotos der Eltern die im Haus hängen – oder der mittlerweile total verstaubte Papp-Weihnachtsstern, den Vater Horst vor gut 30 Jahren an der Bürodecke aufgehängt hat – „Muttichen und Vatichen“ sind ständig präsent.

Foto: Zorro-Film