Vor dem heutigen Finale der Castingshow “Britain’s Got Talent” liegen die Nerven bei Top-Favoritin Susan Boyle absolut blank. Vor ein paar Tage wurde die Polizei ins Wembley Plaza Hotel in London gerufen, weil die 48-Jährige ausgerastet war, nachdem sie von Fans erkannt und einem Journalisten bedrängt worden war. Heulend und wild fluchend rannte sie dann vor das Hotel. “Sie war leicht verstört, und der Journalisten wurden von der Polizei aus dem Gebäude entfernt”, erklärte eine Sprecherin der Talentshow. Zuvor hatte Boyle den Mann vor den Gästen in der Lobby in Winehousescher Manier angebrüllt.

Auf der Website der Sendung wurde dementiert, dass Boyle aufgeben wolle. Sie bleibe in der Show und werde am Samstag auftreten. “Ich habe wochenlang geprobt, ich habe an nichts anderes gedacht”, wurde sie zitiert. “Ich werde meine große Chance jetzt nicht wegwerfen.” Boyle soll sich aber auch über Casting-Juror Piers Morgan unflätig geäußert haben, als dieser eine Mitbewerberin der Talenteshow lobte. Susan Boyle erinnere ihn inzwischen an ein “vom Autoscheinwerfer gelähmtes Kaninchen”, schrieb Morgan in seinem Blog. “Am Mittwoch war sie kurz davor, die Show zu verlassen. Sie hatte ihre Taschen bereits gepackt, weil sie keinen Sinn mehr darin sah weiterzumachen, wenn sie dermaßen verfolgt wird”, sagte Piers Morgan. Nach dem eher schlechten Auftritt im Halbfinale mußte sie viel Häme einmstecken. “Ihr schlug viel Zynismus und unnötige Kritik entgegen, und wir sollten ihr eine Pause gönnen”, fügte Morgan hinzu. “Sie merkt jetzt, dass ihr Leben nie mehr so sein wird, wie es mal war.” Inzwischen wurde Boyle laut “Daily Mail” aus dem Verkehr gezogen – man habe sie bis zum Finale in einem “geheimen Versteck” untergebracht. Boyle stehe unter großem Druck, verteidigte Morgan die weltberühmte Kandidatin. “Ich glaube, es ist Zeit, dass jetzt alle mal ein bisschen auf Abstand bleiben.” Für das Finale heute Abend ist Boyle bei den britischen Buchmachern der Favorit. Zu gewinnen gibt es einen Auftritt vor Königin Elizabeth II. und eine Prämie von umgerechnet 115.000 Euro.
Der ganze Medienhype erinnert sehr an die thüringische Regina Zindler ihren Maschendrahtzaun und Knallerbsenstrauch von 1999. Mit dem Unterschied: Boyle hat etwas geleistet und ist ein weltweites Phänomen.


[...] man sich heute den Trubel um Susan Boyle ansieht, so müsste diese Frau mittlerweile unter ärztlicher Behandlung stehen. TV-Teams aus aller Welt belagern ihr kleines Haus und die ganze Welt schaut via YouTube zu. [...]