Freitag, 05. Juni 2009, 0:41 Uhr

Daniel Schuhmacher: "Ich bin offener geworden"

EXKLUSIV “DSDS”-Gewinner Daniel Schuhmacher ist mit seiner Single “Anything But Love” weiterhin megaerfolgreich. Der Song behauptet sich auch in dieser Woche an der Spitze der deutschen Charts. Am 19. Juni erscheint nun sein erstes Album. Und schon in den nächsten Tagen soll dann unter danielschuhmacherfanclub.de die mehrsprachige Community online gehen. Und ein Geheimnis können wir schon vorab verraten: Die zweite Single aus dem neuen Album heißt übrigens “Take you to the clouds”.
Wir sprachen mit dem sympathischen Schnellsprecher über die Zeit bei DSDS und die Zeit, die vor ihm liegt. Sowie über Superproducer Dieter Bohlen und die DSDS-Granate Annemarie Eilfeld.

1. Daniel, seit unserem letzten Gespräch vor der ersten Mottoshow ist ein Vierteljahr vergangen. Was hat sich für Dich in dieser Zeit in privater und musikalischer Hinsicht verändert, außer dass Du natürlich der Superstar geworden bist?

Ich bin offener geworden und konnte auch endlich meine  verrückte Seite zeigen. Ich  hab bei DSDS  so unglaublich viel gelernt, sowohl persönlich als auch musikalisch.

2. Du bist eine der ganz ganz wenigen Kandidaten aller DSDS-Staffeln, die es fertig bringen, eigene Versionen weltberühmter Hits zu kreieren, die international absoluten Bestand haben. Das ist eine ganz große Kunst und in Europa so gut wie gar nicht zu finden. Wie erarbeitest Du diese Versionen? Wer hat Dich auf die Idee gebracht?
Ich versuche einen Song immer so zu interpretieren, wie ich ihn fühle und dann wird das mit den Coaches verfeinert. Ich versuche einfach aus den Songs meine Songs zu machen.

3. Wir finden, dass Du am ehesten mit dem Pop-Idol Gewinner 2002 Will Young zu vergleichen bist. Dessen Version von „Light My Fire“ wurde 2003 ein Riesenhit. Siehst Du Deine musikalische Zukunft eher im Soul-Bereich mit Nummern, die am ehesten von Ben E. King, Oleta Adams und vielleicht Marvin Gaye inspiriert sind?
Ich bin musikalisch sehr sehr offen, daher kommt für mich viel in Frage. Ich hoffe ich kann noch mehrere verschiedene Alben machen.

4. Wird es auch „Sexual Healing“ von Marvin Gaye geben? Keiner könnte es wohl besser als Du!
Also aufs Album kommen auch ein paar Best Of’s aus den Shows drauf.

5. Was können wir von Deinem Debütalbum erwarten? Welche Songs sind drauf?
Balladen aber auch schnellere Nummern. Cheer Pop.

6. Wie beurteilst Du die Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen? Wieviel Spielraum lässt er Dir bei der Interpretation der Songs? Wer sucht die Songs aus?
Er schreibt sie, aber sagt immer ich muss mein eigenes Gefühl in die Songs packen. Von daher ist es cool zwischen uns beiden.

7. Warum ist Dieter Bohlen für Dich der richtige Komponist und Produzent?
Weil seine Songs viel Raum für Interpretationen geben.
8. Könntest Du Dir vorstellen mit anderen zu arbeiten? Wenn ja, wen hast Du im Auge?
Mit Kelly Clarkson Songs zu schreiben wäre toll.

9. Können wir einen Duett Mark Medlock/Daniel Schuhmacher erwarten?
Momentan noch nicht in Planung.

10. Im Moment mußt Du als 22-jähriger in kürzester Zeit unglaublich viele Eindrücke verarbeiten: Plattenaufnahmen, Fototermine, Videodreh, TV-Auftritte, Interviews ohne Ende mit immer denselben Fragen und hunderte Leute um Dich, die nur Dein Bestes wollen. Jeder will sich mit Dir in Zeiten des Erfolges zeigen. Du wirst abgeschirmt. Das verändert einen zwangsläufig. Wie schaffst Du Dir künftig Deine eigenen Freiräume, frei von der Meinung anderer?
Ich hab meine Freunde und Eltern, mit denen ich immer sprechen kann. Dazu kommt ich nehme mich selbst nicht so wichtig.
11. Wie wird man eigentlich Dein Freund bzw. Kumpel?
Ehrlichkeit, Humor und wenn man für jeden Scheiß zu haben ist.

12. Du hast ein ganz großes Ziel erreicht. Seal und Anasatacia bescheinigten Dir einen hohen Wiedererkennungswert. Du hast das Potential international durchzustarten. Wie siehts mit Deinen Englischkenntnissen aus?
Ich war in englisch immer gut. Ich stand zwischen 1 und 2. Lieblingsfach in der Schule.

13. Welche persönlichen Träume hast du noch?
Für ein paar Jahre in die USA.

14. Hast Du noch Kontakt zu Annemarie Eilfeld?
Nein, sie hat viel zu tun bei GZSZ und ich mache jetzt meine Musik.

15. Wie lautet Deine Autogrammadresse?
Daniel Schuhmacher
c/o 313 Music GmbH
Postfach: 206042
13537 Berlin

Doch der Triumph ist lediglich das erste Etappenziel des jungen, ehrgeizigen Mannes, dessen größter Wunsch es schon immer war, irgendwann einmal professionell Musik zu machen. Das aus seiner Sicht beste Sprungbrett hierfür: die RTL-Erfolgsshow „Deutschland sucht den Superstar“. Mit US-Superstar Kelly Clarkson wählte sich der aus Pfullendorf am Bodensee stammende Daniel passenderweise eine Sängerin zum Vorbild, die auf internationalem Niveau vormachte, wie man es anstellt, sich dauerhaft im Musikbusiness zu behaupten: Seit ihrem Sieg im „Deutschland sucht den Superstar“-US-Pendant „American Idol“ 2002 legte die Sängerin eine traumhafte Weltkarriere hin, bei der bis dato über zwanzig Millionen verkaufte Tonträger und zwei Grammy-Awards zu Buche stehen. Dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist, ist dem Blondschopf allerdings bewusst: „Ich stehe erst ganz am Anfang, aber jetzt geht es los und ich kann endlich zeigen, was als Künstler in mir steckt.“ Und dass dies eine ganze Menge ist, stellte der Sänger in den vergangenen Wochen unter Beweis: U.a. hatte Daniel Schuhmacher in den DSDS-Shows mit Interpretationen des James-Morrisson-Hits „Broken Strings“, „Stand By Me” von Ben E. King, „Get Here“ von Oleta Adams und „Rehab” von Amy Winehouse geglänzt.

Doch nicht nur charakterlich und stilistisch unterscheidet sich der diesjährige Superstar von seinen Vorgängern. Während Godoj, Medlock, Regner und Co. ihre musikalischen Wurzeln in anderen Genres hatten, schlägt Daniels Herz von jeher für jene Art perfekter Popmusik, wie sie die Absolventen internationaler Castingshows hervorbringen. So zählt der junge Musikfan neben Klassikern wie Queen und aktuellen Chart-Stars wie James Morrison zahlreiche Sänger und Musiker zu seinen Favoriten, die sich ihre ersten Musikbusiness-Sporen unter den strengen Augen und Ohren einer Fachjury und dem Votum eines Millionenpublikums hart verdienen mussten. „Ich verfolge DSDS bereits seit der ersten Staffel“, erklärt Daniel, „Aber ich habe auch ‚Starmania’ in Österreich und ‚American Idol’ aufmerksam angeschaut, ‚Idol’ natürlich nicht im Fernsehen, sondern bei ‚Youtube’“, erinnert er sich. Den Mut zu finden, sich selbst dem (öffentlichen) Druck einer solchen Show zu stellen, gelang ihm allerdings erst nach einigen Jahren – und auf Drängen einiger Freunde, die seine unglaubliche Stimme gehört hatten.

Dass es dazu überhaupt kommen konnte, kostete Daniel allerdings einige Überwindung. „Lange Jahre war ich ein Einzelgänger und wurde an der Schule gemobbt“, berichtet er, „gesungen habe ich nur zu Hause, meistens Songs, die ich im Radio gehört habe, später aber auch eigene Stücke.“ Diese ersann er völlig ohne Zuhilfenahme von Instrumenten. Irgendwann fühlte er sich sicher genug, „ganz engen Freunden“ seine Kompositionen zu präsentieren – diese, über alle Maßen überrascht und beeindruckt von den geheimen Talenten ihres Kumpels , ermutigten ihn eindringlich, sich bei DSDS zu bewerben. 2008 war es schließlich soweit: Daniel nahm all seinen Mut zusammen, schaffte den Sprung unter die besten dreißig und schied – nach einer „enttäuschenden Leistung“ – im Recall in Berlin aus. Seine Zimmerkollege damals: der spätere Sieger Thomas Godoj. Ein gutes Omen?

Beim zweiten Versuch im folgenden Jahr lief es für Daniel schließlich wie am Schnürchen: von Runde zu Runde steigerte sich der junge Sänger, heimste großes Lob von Chef-Juror Dieter Bohlen ein und setzte sich schließlich im Finale, obgleich knapp, gegen die letzte verblieben Konkurrentin durch. Dass er für seinen Traumjob bestens geeignet ist, zeigte er gleich im Anschluss: In den Tagen nach dem Finalsieg absolvierte er souverän einen Termin nach dem anderen, u.a. mit Auftritten bei „Stern TV“, „Viva Live“, dem „ZDF Fernsehgarten“ und der „Grand Prix Party“.

Am 15. Mai erschien mit der hymnischen Soulpop-Ballade „Anything But Love“ Daniel Schuhmachers Debütsingle, die ihre Premiere in der Finalsendung am 9. Mai gefeiert hatte und sich auf Anhieb an die Spitze der deutschen, österreichischen und Schweizer Charts setzen konnte. Das Debütalbum folgt am 19. Juni.

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Fotos: SonyMusic/Stefan Pieck, RTL/Stefan Gegorowius, Frank Hempel