Mittwoch, 17. Juni 2009, 20:19 Uhr

Hat JK Rowling "Harry Potter und der Feuerkelch" abgekupfert?

Ein böses Erwachen: JK Rowling wurde des Plagiats beschuldigt und auf 500 Millionen Pfund (umgerechnet rund 587 Millionen Euro) verklagt. Die Erben des eher wenig bekannten, britischen Schriftstellers Adrian Jacobs haben Anklage gegen die Verfasserin der erfolgreichen ‚Harry Potter‘-Romanreihe erhoben, da sie überzeugt sind, dass der vierte Band ‚Harry Potter und der Feuerkelch‘ von Jacobs Kinderbuch ‚The Adventures of Willy The Wizard No 1: Livid Land‘ kopiert wurde.

Jacobs verstarb 1997 ohne je eines der ‚Harry Potter‘-Bücher gelesen zu haben, da der erste Band erst im Jahre seines Todes veröffentlicht wurde. Sein Sohn und Enkel sind sich jedoch sicher, dass Rowling das 36-seitige Buch ihres Vaters  bzw. Großvaters – in dem ebenfalls ein Kind seine magischen Fähigkeiten entdeckt – gelesen und dann dupliziert habe. Ihres Wissens nach schickte Jacobs sein Manuskript an Christopher Little – den Literaturagenten des britischen Verlags ‚Bloomsbury Publishing‘, der Rowling repräsentiert – was jedoch erfolglos blieb. Die Nachlassempfänger des verstorbenen Jacobs strengen nun auf Verdacht des Plagiats einen Prozess gegen die britische Erfolgsliteratin am  Obersten Gerichtshof Großbritanniens an.

In den entsprechenden Rechtsdokumenten heißt es, dass Ähnlichkeiten zwischen den Büchern vorhanden sind – unter anderem „gemeinsame Bezugnahme“ auf einen Zug und ein Gefängnis für Zauberer und einen Zauberwettbewerb, bei dem der junge Zauberer menschliche Geiseln aus den Fängen von halbmenschlichen Kreaturen befreien muss.

Zusätzlich zu den 500 Millionen Pfund Schadensersatz verlangen die Kläger einen Anteil an den Verkaufseinnahmen an dem Wälzer oder eine gerichtliche Verfügung, die den weiteren Verkauf des fraglichen Buches einstellen soll.

Rowlings Vermögen wird auf circa 560 Millionen Pfund (rund 657 Millionen Euro) geschätzt.

‚Bloomsbury Publishing‘ hat die Anschuldigungen derweil als „gegenstandslos, unbegründet und falsch“ abgetan.

In einem Statement heißt es: „JK Rowling hat noch nie von Adrian Jacobs gehört, ihn gesehen, sein Buch ‚Willy The Wizard‘ gelesen oder, bis 2004 diese Behauptungen gemacht wurden, von ihm gehört – fast sieben Jahre nach der Veröffentlichungen des ersten Buches der berühmten ‚Harry Potter‘-Reihe. ‚Willy The Wizard‘ ist ein sehr unerhebliches Heft, das sich auf 36 Seiten beläuft und nur sehr begrenzt veröffentlicht wurde. Der Hauptcharakter von ‚Willy The Wizard‘ ist kein junger Zauberer und das Buch dreht sich nicht um ein Zauberinternat. Diese Anschuldigung ist ohne Bestand und wird rigoros angefochten werden.“