Donnerstag, 18. Juni 2009, 22:40 Uhr

Boyzone: Reunion-Tour vor halbleeren Rängen

Als die irische Boygroup Boyzone 1994 berühmt wurde, galten sie ja noch als die irische Antwort auf Take That. Heute, bei ihrem Comeback-Versuch, scheinen sie immer noch die zweite Geige zu spielen. Eigentlich wollten Boyzone mit ihrem Comeback noch einmal alles richtig machen, folgten der unsäglichen Tradition vieler erfolgreicher Casting-Bands der 90er Jahre und kündigten ganz fett ihr großes Comeback an. Als die Band letzte Nacht in Liverpool ihre Reunion-Tour fortsetzten, fiel genau das aber verdächtig klein aus. Von über 10.000 Plätzen waren nur ungefähr 5.000 besetzt. Und diese wurden anscheinend noch nicht einmal für teures Geld verkauft, sondern über Radio-Sender verscherbelt oder wie üblich – wenns schleppend läuft – mit großzügigen Rabattaktionen unter die Leute gebracht.

Dass das den Herren nicht schmeckte, merkte man vor allem Shane Lynch an, wie eine Konzertbesucherin berichtete: “Shane war sichtlich angepisst.” Stephen Gately und Ronan Keating, der ja vor allem als Solo-Künstler erfolgsverwöhnt war, verhielten sich aber professionell und sorgten so für gute Stimmung.

Und so konnte sich das übersichtliche Publikum wenigstens der guten alten Zeiten erinnern, als “Love Me For A Reason” noch ganz oben in den Charts stand und die Unterwäsche in Massen auf die Bühne flog. Heute sind die Fans – ebenso wie die gestandenen Mannen auf der Bühne – den wilden Teenagerjahren entwachsen und scheinen überdies durch die schier überwältigende Anzahl von Möchtegern-Comebacks gelangweilt. Da gehen die Twenty-Somethings von heute dann doch lieber zu Take That. Wie in den alten Zeiten eben….

Es bleibt abzuwarten, wie die Tour weiterverläuft. Enden wird sie auf jeden Fall am 28. Juni in Cork. Und für alle, die dabei sein wollen: Tickets gibt es mit Sicherheit noch ausreichend.