Donnerstag, 18. Juni 2009, 11:48 Uhr

Lasko: Sexy Mönch und Martial Arts - Das große Interview

Mit der Martial Arts-Serie “Lasko – Die Faust Gottes” präsentiert RTL ab heute Abend ein höchst unterhaltsames und spannendes Action-Märchen um den jungen Mönch Lasko (Mathis Landwehr), der als Meister traditioneller Kampfkünste mit seinen Brüdern des Ordens Pugnus Dei in einem Kloster lebt. Doch immer wieder ist es seine Aufgabe, Menschen in Not zu helfen und für Gerechtigkeit zu kämpfen. Dafür braucht Lasko keine Waffen. Er ist eine Waffe! Hier das große Interview mit dem sympsthischen Hauptdarsteller Mathis Landwehr:

Was erwartet den Zuschauer?

Mathias Landwehr: “Den Zuschauer erwartet eine Menge Action, aber nicht im herkömmlichen Sinne. Es geht um einen katholischen Mönch der in einem Kloster des Ordens ‘Pugnus Dei’ aufgewachsen ist und zum Ringträger ausgebildet wurde. Als Meister traditioneller Kampfkünste setzt er seine Fähigkeiten im Namen der Menschlichkeit für das Gute ein. Lasko ist ein Action-Märchen, das blendend unterhält, beeindruckende Kulissen bietet und Martial Arts auf einem Niveau zeigt, das es aus Deutschland so noch nicht gab.”

Wie erklärst du dir den Widerspruch, dass Lasko Gewalt eigentlich zutiefst verabscheut, sich aber dennoch zur Kampfmaschine mit tödlichen Fähigkeiten ausbilden ließ?

Das ist genau das Thema der Serie. Lasko will keine Gewalt anwenden, aber er nimmt diesen Konflikt auf sich und hadert deshalb auch manchmal mit seinem Glauben. Daraus resultiert auch Laskos Zerrissenheit. Gewalt geht zwar nie von Lasko aus, aber er wird durch seine Bestimmung als Ringträger in Auseinandersetzungen verwickelt. Nicht um gegen das Böse, aber um für das Gute zu kämpfen.

Lasko ist ein Mönch, der mit außergewöhnlichen Kampfsportkünsten ausgestattet ist und bedrohten Menschen hilft. Verbindet man Mönche nicht eher mit Spiritualität und täglichen Gebeten als mit Kampfsport und Verbrecherjagd?

Auf jeden Fall. Dies wird in der Serie auch dargestellt. Es wird gebetet und Buße getan. Dass es sich um einen speziellen Orden handelt, der Mönche zu Kämpfern ausbildet, die ihre Fähigkeiten gegen das Verbrechen einsetzen, ist sicher der fiktionale und märchenhafte Aspekt der Serie. Obwohl es auch hierfür historische Beispiele gibt, man denke an den buddhistischen Shaolin-Orden in China oder die Templer-Orden, die im Mittelalter Mönche zu Kämpfern ausgebildet haben. Mit Lasko wurde das Thema in die Gegenwart geholt.

Sicher gibt es allein durch das Genre Parallelen. Ein Martial-Arts-Format aus Deutschland, das sich international messen kann, gab es bisher noch nicht. Neu ist auch die Verbindung aus Martial Arts und katholischer Kirche. Die Geschichten um den Orden Pugnus Dei sind ganz tief in Europa verwurzelt. Außerdem bietet die Serie interessante durchgehende Figuren, die unabhängig von den Kämpfen hohen Unterhaltungswert und auch Humor liefern.

Lasko hilft da, wo Polizei und Staat versagen. Warum sollte ein einzelner unbewaffneter Mann das Verbrechen besser bekämpfen können als z. B. eine gesamte staatliche Anti-Terror-Einheit mit modernsten Schusswaffen?

Wie gesagt, es handelt sich um ein Action-Märchen. Wenn man sich auf die Lasko-Welt einlässt, versteht man, dass ein sehr gut ausgebildeter Kämpfer wirksamer sein kann als eine ganze Armee. Zudem entwickelt Lasko durch seinen Glauben eine sehr große Kraft. Lasko kann aber auch nicht alles alleine machen. Dafür gibt es die BKA-Beamtin Sophia von Erlen, die ihn bei seinen Missionen unterstützt, oder auch mal davon abhalten will.

Lasko verfügt über enorme Zivilcourage – im Pilotfilm nimmt er es in einem entführten Flugzeug mit einer ganzen Gruppe von Terroristen auf, während die Polizei sich nicht traut einzuschreiten. Würdest du als Privatperson eine ähnliche Zivilcourage an den Tag legen? Müsste es nicht viel mehr solcher Menschen geben?

Sicher gibt es in der Serie einige Situationen, in denen ich eher zum Handy greifen und die Polizei anrufen würde, als mich einzumischen. Was Zivilcourage generell angeht, so ist das ein wichtiger Punkt in der heutigen Zeit, der immer mehr verloren geht.

Lasko ist kein Held, der Verbrechen aufspürt – stattdessen hat man den Eindruck, dass er durch die Weltgeschichte spaziert und eher zufällig über irgendwelche Bösewichte “stolpert”. Wie siehst du das?

Wir könnten auch erzählen wie Lasko das Unkraut jätet, aber ich glaube nicht, dass das jemand sehen will. Deshalb zeigt die Serie die Begebenheiten aus seinem Leben, wo er anderen Menschen hilft und in Auseinandersetzungen gerät.

Wie lassen sich Laskos teilweise doch sehr brachiale Methoden der Verbrechensbekämpfung mit dem christlichen Gebot der Nächstenliebe vereinbaren?

Ich habe mir darüber viele Gedanken gemacht. Richtig ist, dass Lasko genau dadurch in einen Konflikt mit sich und seinem Glauben gerät. Aber als Ringträger wird Lasko auch auf Missionen geschickt. So muss er einen Bischoff beschützen, auf den ein Attentat verübt werden soll. Und dieser Schutz hat dann oberste Priorität.

Welche Funktion hat der Orden “Pugnus Dei”?

Pugnus Dei ist ein einzigartiger Orden. Im Jahr 900 nach Christi wurde der Mönchsorden gegründet, um Gläubige und Pilger zu schützen und nicht um Einfluss und Macht zu erlangen wie zahlreiche Ritterorden.

Glaubst du, der Vatikan würde ein solches Format wie “Lasko” gut finden, oder würde er vielleicht eher verächtlich die Nase rümpfen?

Wir gehen respektvoll mit dem Thema Christentum und Nächstenliebe um. Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass es im Vatikan den einen oder anderen gibt, der die Kombination interessant findet, vielleicht auf Action steht und sich die Serie deshalb anschauen wird.

Wie hältst Du es denn privat mit dem Glauben? Bist du religiös?

Das kommt darauf an, was man unter religiös versteht. Ich glaube auf jeden Fall an so etwas wie Gott. Getauft bin ich aber nicht. Ich bin konfessionslos, weil ich mich auch nicht klar positionieren will zu irgendeiner Institution. In jeder Religion geht es ab einem gewissen Zeitpunkt in eine Richtung, die ich nicht mehr gut heißen kann.

Würdest Du dich als spirituellen Menschen bezeichnen?

Ja, auf jeden Fall. Auch durch die Kampfkunst, die ich schon seit langer Zeit ausübe und durch meinen Meister, der mir sehr viel mitgegeben hat. Mein Vater ist zwar absoluter Atheist, aber ihm war es trotzdem immer wichtig, dass ich dialektisch denke. Er hat mir auch sehr viel über Religion beigebracht und dadurch habe ich auf jeden Fall eine gewisse Spiritualität, wenn man das so nennen kann.

Tu Than, Taek Won Do, Muay Thai, Tai Chi, Capoeira, Boxen – Du hast im Laufe der Jahre unheimlich viele Kampfsportarten ausgeübt. Wie bist Du dazu gekommen?

Würdest Du Deine Fähigkeiten anwenden bzw. hast Du sie schon angewendet, um dir oder einer anderen Person zu helfen?

Das ist sehr, sehr selten passiert und auch als ich noch wesentlich jünger war. In den letzten 5-6 Jahren habe ich es aber immer geschafft, das zu umgehen. Mein Meister hat auch immer gesagt, sobald ich meine Faust erhebe oder Gewalt anwende, habe ich den Kampf schon vorher verloren. Ich glaube, dass es oftmals nur zu Gewalt kommt, weil einer in einem Konflikt nicht nachgibt. Manchmal ist es mit Sicherheit nötig, aber ich habe Glück, dass ich noch nicht so oft unter Zugzwang stand.

Aber mit deinen Fähigkeiten müsstest du doch so gut wie jedem Gegner überlegen sein …

Um ehrlich zu sein, dachte ich früher, dass sich solche Situationen wie in den Filmen abspielen bzw. so aussehen. Aber in der Realität sieht es ganz anders aus. Im Gegenteil: So etwas ist einfach nur hässlich und tut beiden Seiten weh. Ich habe mir damals auch Vorwürfe gemacht, was eine weitere Parallele zu Lasko ist. Ich habe nie Kampfsport ausgeübt, um mich mit irgendwelchen Leuten zu schlagen, sondern weil ich diese Kunst liebe und es auch sehr viel mit Selbstreflexion zu tun hat. Die Kunst ist es, nicht zu kämpfen. Diese Weisheit sollten meiner Meinung nach auch alle Meister ihren Schülern vermitteln.

In Lasko hast du die meisten Action-Szenen selbst gemacht und bist kaum gedoubelt worden. Aber du selber warst schon einmal Double. Kannst Du uns das einmal genauer erzählen?

Ich habe zeitweise sehr viel als Stuntman gearbeitet. In dieser Zeit habe ich auch Asiaten gedoubelt, was wirklich sehr selten ist. Normalerweise lassen sich die Asiaten nicht doubeln, weil sie sehr stolz sind. Aber der Schauspieler damals war sehr groß für einen Asiaten, und die Filmemacher haben kein anderes Double für ihn gefunden, das auch Martial Arts beherrschte. Somit wurde ich dann zum ersten Europäer, der einen Asiaten gedoubelt hat. Das war eine große Ehre für mich.

War das immer schon ein Traum von Dir, Martial Arts und Film zusammen zu bringen bzw. hast Du Dir mit Lasko diesen Traum jetzt erfüllt?

Auf jeden Fall. Meine Eltern haben mich schon sehr früh ins Theater gesteckt, ich habe dort gespielt, bis ich 12-13 Jahre alt war. Dann habe ich mich aber stärker auf die Kampfkünste konzentriert, weil es schon immer mein Traum war, Martial Arts in deutschen Filmen zu etablieren. Lasko ist für mich jetzt die Krönung. Dass in Deutschland eine hochwertige Martial-Arts-Serie produziert wird, ist unglaublich. Früher dachte jeder, Kung Fu oder Martial Arts funktioniert in Deutschland nicht. Wenn ich daran zurück denke, wie wir Kurzfilme gemacht haben, die keiner wirklich zu schätzen wusste, freut es mich umso mehr, dass wir jetzt die Möglichkeit hatten, die Serie zu machen. Es ist definitiv die Erfüllung eines Kindheitstraums.

Wie war denn die Zusammenarbeit mit Stephan Bieker, der den gemütlichen Mönch Gladius spielt und den Humor in die Serie bringt?

Ganz toll. Er bringt mich auch immer zum Lachen. Wir kannten uns schon seit dem ersten Pilotfilm “Lasko – Im Auftrag des Vatikans”. Als wir uns nach zwei Jahren wieder gesehen haben, war es, als hätten wir uns erst gestern verabschiedet. Mittlerweile habe ich einen sehr guten Freund in ihm gefunden.

Fotos: RTL/Gordon Mühle, Marcel Weisheit (4)