Montag, 29. Juni 2009, 17:21 Uhr

Michael Jackson: Weltweit fallen Top-Medien auf gefälschte Fotos rein

Am Wochenende tauchten sogenannte Exklusiv-Fotos (die in der Regel für teures Geld von den Agenturen an die Medien weitergegeben werden) mit dem Absender der Potsdamer Fotoagentur Reflex auf, die den verstorbenen Popstar Michael Jackson angeblich am Abend vor seinem Tod zeigen. Dabei tanzte der Superstar putzmunter sogar auf dem Tisch. Die Bild-Zeitung erklärte dazu in ihrer Online-Ausgabe: “Mehr als 20 Zeitungen, TV-Sender und Internet-Portale in aller Welt veröffentlichten die Bilder, darunter RTL, focus.de, Die Welt, Frankfurter Rundschau sowie die britischen Zeitungen „Sun“ und „News of the World“. Auch Bild.de zeigte die Fotos.”

Die Fotoagentur Reflex verschickte zuvor ein eiliges Schreiben: „Liebe Kollegen, es sieht so aus, als sei Reflex das Opfer eines getürkten Deals geworden. Es stellt sich in dieser Minute heraus, dass die drei von uns als exklusiv und aktuell angebotenen Fotos Michael Jacksons letzter Tanz nicht wie behauptet letzte Woche entstanden sind, sondern bereits 2003. Es tut uns leid.“

Dass auch Bild.de darauf reingefallen ist, bedauert das Blatt.

Ein dubioser Geschäftsmann aus Los Angeles hatte die mehre Jahre alten Fotos zuvor einer Fotoagentur verkauft und behauptet, sie seien am Abend vor dem Tod Jacksons  aufgenommen worden. Ein Mitarbeiter der Potsdamer Agentur Reflex: “Uns allen ist fürchterlich schlecht, so etwas ist noch nie passiert.” Wie es dazu kommen konnte, erklärte Michael Symanowski auf Anfrage von Focus Online. Reflex hatte die Bilder in den USA gekauft: “Unser Lieferant Alex Byrne ist eigentlich sehr zuverlässig”, so Symanowski, “ich bin mir sicher, dass auch er hereingelegt wurde… Alec hat mir am Telefon gesagt, dass ihm die Aufnahmen von jemandem aus Michael Jacksons Umfeld angeboten wurden“, sagte Symanowski. Byrne habe vom Verkäufer der Bilder außerdem einen schriftlichen Nachweis über deren Echtheit verlangt, berichtet focus.de

Foto: klatsch-tratsch.de