Montag, 29. Juni 2009, 13:41 Uhr

Wurde Michael Jackson vom Konzertveranstalter ausgetrickst?

Ein Freund klagt an: David Gest macht Michael Jacksons Berater für dessen Tod verantwortlich. Der 55-jährige Konzertveranstalter war mit Jackson seit dessen elftem Lebensjahr befreundet und kannte den Superstar in- und auswendig. Jetzt betont Gest, dass die Vorbereitungen auf die 50 Konzerte umfassende Tour zu dem vermeintlichen Herzstillstand führten, den Jackson vergangenen Donnerstag in seinem Haus in Los Angeles erlitten hat. Gest macht vor allem Jacksons Ex-Manager und sprecher Thome R. Thome für den Tod des Stars verantwortlich.

“Wir alle haben Schwächen und Michaels Schwäche war den falschen Menschen zu vertrauen”, sagt Gest verbittert in einem Interview. “Er hielt Menschen für gut, die es nicht waren.” Die Sucht nach Schmerzmitteln kann der Insider gut nachvollziehen. Er beschreibt: “Michael hatte schreckliche Schmerzen. Alles, woran er interessiert war, war sich besser zu fühlen. Also nahm er verschreibungspflichtige Medikamente, um den Schmerz zu lindern. Und er fing an zu trinken.” In diesem Zustand konnte der Entertainer nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden, meint Gest und verdeutlicht: “Zu diesem Zeitpunkt wurde sein Urteilsvermögen abgeschwächt. Er hat mir gesagt, wie sehr er sich auf sein Comeback freut. Aber ich glaube aus tiefstem Herzen, dass Michael der Druck dieser Konzerte umgebracht hat.”

Gest hält es für möglich, dass Jackson getäuscht wurde, um der ‘This Is It’-Tour zuzustimmen und erzählt dem englischen Klatschblatt ‘The Sun’: “Michael dachte, es wären 10 Shows angesetzt. Aber plötzlich organisierte Thome zusammen mit Randy Phillips, dem Cheforganisator von AEG, 20, 30, dann 50 Konzerte.”

Mit einem Trick sollen die Verantwortlichen Jackson zu einer Einwilligung gebracht haben. Gest enthüllt: “Sie sagten ihm: ‘Du wirst mit deinen Konzerten in der O2-Arena den Weltrekord aufstellen.’ Sie wussten, dass es seinem Ego schmeicheln würde. Aber als Michael der Plan richtig bewusst wurde, fing er an Panik zu bekommen.”

In Gests Augen war das Drama absehbar. “Sie hätten wissen sollen, dass ein Konzert pro Tag mit einem Tag Pause sogar für einen normalen Künstler viel wäre”, klagt Gest an und unterstreicht: “Ganz zu schweigen von jemandem, der seit neun Jahren nicht auf der Bühne stand. Es war lächerlich. Michael riss sich den Arsch auf, er übte acht Stunden am Tag, der Zeitplan ließ ihm keine Sekunde zum relaxen. Ich weiß ganz genau, dass er bis 2 Uhr morgens geübt hatte, bevor er starb.”

Schmusesänger John Mayer will indes von solchen Anschuldigungen und Verdächtigungen nichts hören: Der ‘Gravity’-Interpret betont in einem Interview, dass Jackson im Tod in einen “unverdorbenen Zustand” zurückkehre. So können die Fans ihn wieder seiner Musik wegen lieben, ohne von Skandalen rund um seine Person abgelenkt zu werden.

“Wir müssen den Michel Jackson, den wir kennen, nicht mit einem anderen Michael Jackson aussöhnen”, sinniert der Musiker und verdeutlicht: “Er ist durch seinen Tod in einen unverdorbenen Zustand zurückgekehrt. Jetzt steht es uns für den Rest unseres Lebens frei, den Michael Jackson zu lieben, den wir immer geliebt haben.”

Mayer lässt es sich auch nicht nehmen, das musikalische Genie Jacksons zu loben.

Im Gespräch mit dem Magazin ‘Time’ beschreibt er, warum Jacksons Talent eine Schande für andere Musiker sei: “Es ist frustrierend und irgendwie sinnlos dahinter kommen zu wollen, wie Michael Jackson ein Album wie ‘Thriller’ erschaffen hat und zu fragen, wie man selbst etwas Derartiges erreichen kann. Das ist eines der Dinge, die du Musiker nicht fragen solltest, weil sie nicht daran erinnert werden wollen, dass diese Art von Größe überhaupt erreichbar ist.” (BangMedia)