Community: "Community" holt Star aus der "Daily Show"
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Dienstag, 7. Juli 2009, 22:37 Uhr
VERLOSUNG! Dieses Buch ist die Antwort auf Charlotte Roches “Feuchtgebiete”. Bruno Preisendörfer beschreibt mit liebevoller Ironie die Nöte eines Mannes, der ohne großes Für und Wider eine Sterilisation vornehmen lässt und sich hinterher mit ungeahnten Konsequenzen konfrontiert sieht – sowohl physisch als auch psychisch. Seine Genesung herbeisehnend erzählt Max Vola von seiner Beziehung zu Helen, seinem beruflichen Engagement als Verkäufer von Standardnasszellen und seiner Leidenschaft fürs Boxen. Ein Lesevergnügen, das humorvoll die seelischen Untiefen des Mannes auslotet und so aussieht: Max Vola hat nämlich ein Problem: Er sitzt in einer Eierschaukel fest. So nennt er die Hängevorrichtung, die er konstruiert hat, um mit den Nachwehen seiner Sterilisation fertig zu werden. Gefangen in dieser Schaukel erzählt der begeisterte Amateurboxer und Sanitätsfachmann von seiner Liebesbeziehung mit Helen, einer zu drastischen Formulierungen neigenden Gynäkologin. Und er erzählt von den Abenteuern, die mit seiner Operation verbunden waren, einschließlich des übereilten Versuchs, seine männliche Potenz als unbeschädigt zu beweisen. Auch nach seiner Befreiung aus der Schaukel geht das kuriose Geschehen weiter: Vom Transport des eigenen Samens unter dem Herzen bis zu einem bizarren Medizinerfest einschließlich Eifersucht und Heiratswunsch.
Bruno Preisendörfers “Manneswehen” erschien jetzt im Eichborn-Verlag (197 Seiten, Hardcover, € 16,95).
Wir verlosen unter Ausschluß des Rechtsweges drei Exemplare. Bitte unter dem Stichwort “Manneswehen” eine Mail an info@klatsch-tratsch.de
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Hier ein Auszug:
Wenn ich ruhig sitzen bleibe und nur vorsichtig hin und her schaukele, geht es einigermaßen. Ich kann mit den Zehenspitzen den Fußbodenerreichen. Die Stellung ist eigentlich ganz angenehm. Besser, als den ganzen Tag im Bett zu liegen. Und viel weniger schmerzhaft, als in einem normalen Sessel oder Stuhl zu sitzen. So kann ich es eine Weile aushalten.
Die Operation liegt über eine Woche zurück. Andere laufen da schon wieder herum, als ob nichts passiert wäre. Und viel passiert ist auch nicht. Der Arzt hat seine kleinen Schnitte gemacht und die Schwester einen Verband angelegt. Danach bin ich vorsichtig in die Hose gestiegen und vom Behandlungszimmer nach vorn gegangen, um die Sprechstundenhilfe zu bitten, mir ein Taxi zu bestellen. Ich bin langsam nach vorne gegangen.
Sehr langsam. Die Notwendigkeit dafür begreift man schon nach dem ersten Schritt: Man muss Erschütterungen vermeiden. Unbedingt! Erschütterungen sind so schmerzhaft, als würde jemand mit dem Hammer auf die – man kriegt schlagartig keine Luft mehr, der Schweiß bricht aus allen Poren, und sogar der Kopf scheint auf einmal zwischen den Beinen zu hängen und fühlt sich ebenfalls an, als hätte jemand mit dem Hammer draufgeschlagen.
Als ich den Weg vom Behandlungszimmer zum Ausgang zurücklegte, begriff ich, was für ein Wunderwerk der menschliche Körper ist, sogar der männliche. Ich war nie ein großer Läufer, ich habe es mehr mit den Fäusten. Aber manchmal jogge ich mit meiner Freundin
Helen doch eine Runde im Park. Erschütterungen haben mir nie etwas ausgemacht. Marathonläufer und Profisportler tragen Suspensorien, um die Hoden schön gepolstert am Mann zu halten. Aber für die normale tägliche Runde braucht man so etwas nicht, das regelt
der Körper von ganz alleine, balanciert alles aus, ohne dass man es merkt. Zum Beispiel hängt bei den meisten Männern der linke Hoden etwas tiefer als der rechte. Warum, hat mir der Urologe erklärt. Es hat etwas mit Kollisionsmilderung zu tun. Und der linke Hoden ist meistens etwas größer. Ich habe nie darauf geachtet. Aber es stimmt. Ich habe zu Hause nachgesehen. Ich habe mir sogar wie eine Frau einen Spiegel zwischen die Beine gehalten, um meine Eier von unten zu sehen. Bis dahin wusste ich nur, dass mein linker Arm
etwas länger ist als der rechte. So etwas merkt man beim Hemdenkauf, wenn man die Arme ausstreckt und ein Handgelenk etwas weiter unter der Manschette hervorschaut als das andere.
Was für eine tolle Sache das ist, gehen zu können, ohne dass einem bei jedem Schritt die Juwelen weh tun. Man weiß das erst richtig zu schätzen, wenn man sich durch den unnötig langen Flur einer urologischen Praxis dem Ausgang entgegenschiebt und darauf achtet, die Füße nicht zu heben, um bloß keine Erschütterung hervorzurufen, um Himmels willen keine Erschütterung.


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