‘Let me think about it’ ist der große Welthit von Ida Corr. Im Oktober kommt ihr Debütalbum ‘One’ nun endlich auch in Deutschland auf den Markt, das mehr zeigt als nur House-Musik. Ida lebt mit dem 25-jährigen Fußballer Jens Waltorp Sorensen in Kopenhagen. Mit neun Jahren gründet sie ihre erste Band und singt auf Straßenfesten in Aarhus Soulklassiker von James Brown oder Aretha Franklin. Im Sommer 2004 erscheint Idas Debütsingle ‘U Make Me Wanna’, der schließlich zum Radiohit wird, obwohl kaum jemand die Frau hinter diesem Track kennt. Gemeinsam mit dem jungen Produktionstalent MoTrack aka Christian von Staffeldt produziert sie ihr 2005er-Debütalbum ‘Streetdiva’.
Kein Wunder also, dass auch das New Yorker Label Tommy Boy auf ihre Debutsingle aufmerksam geworden ist und 2005 mit der US-Veröffentlichung von ‘U Make Me Wanna’ aufwartet. Selbst Outkast-Produzent Mr. DJ zeigt sich beeindruckt und regt eine Zusammenarbeit an, die leider wegen Terminüberschneidungen mit dem neuen Outkast-Album nicht zustande gekommen ist. ‘Let Me Think About It’ wird zum Sommer-/Herbst-Hit in Nordamerika, Europa und Asien. Der Song erreicht nicht nur Platz 2 der britischen Singles-Charts, sondern ist auch der meistgespielte Titel im dortigen Musikfernsehen und bei Englands größtem Radiosender, BBC Radio 1. 2008 knackt die Single sogar einen Weltrekord – als erste Importsingle an der Spitze der US Billboard Dance Charts, die sich 40 Wochen in den Top 10 hält!
klatsch-tratsch.de traf die 32-jährige Dänin jetzt bei ihrem Blitzbesuch in Berlin.
Hallo Ida. Sag, ist Ida Corr ein Künstlername? Es hört sich ja nicht wie ein typisch dänischer Name an.
Nein, nein, das ist mein richtiger Name. Es ist der Name meiner Großmutter. Und von Seiten meines Vaters habe ich ja gambische Wurzeln.
Bislang kennen dich in Deutschland nur wenige unter deinem Namen. Aber den Fedde Le Grand-Remix deines Titels “Let me think about it” kennt fast jeder. Hast du das erwartet?
Nein, nicht wirklich. Vor allem von diesem Song habe ich das nicht erwartet. Ich hab ja einfach nur die Musik gemacht, die ich schon mehrere Jahre gemacht habe. Prinzipiell habe ich aber schon auf Erfolg gehofft. Ich dachte nur, je mehr Musik ich mache und je mehr Arbeit von mir veröffentlicht wird, desto größer sind die Chancen, dass sich irgendwann Erfolg einstellt. Jetzt bin natürlich sehr stolz und wirklich glücklich!
Wie ist es zu der Zusammenarbeit mit dem holländischen DJ Fedde Le Grand gekommen?
Das ist meiner dänischen Plattenfirma zu verdanken. Als sie mich ihm vorstellten und ich zum ersten Mal seine Sachen hörte, war ich überwältigt. Er ist wirklich wunderbar. Das Tolle an ihm ist, dass er nicht nur einen Remix machen will, sondern auch das Original respektiert.
Popmusik und Dänemark sind ja hierzulande nicht gerade ein Erfolgsgarant. Deine Musik klingt aber erstaunlich vielseitig, international und wandelbar. Und auch ein wenig schwarz angehaucht.
(lacht) Ja, ja, aber auch hier wird es besser. Die Dänen sind da sehr offen. Das heißt, auch die Musik wird vielschichtiger. Vor allem die Dance-Szene ist in Dänemark stark im Kommen. Und ich leiste meinen Beitrag dazu!
Schreibst du deine Musik selbst? Wovon wirst du dabei beeinflusst?
Ja, ich schreibe alles selber. Und wovon ich mich inspirieren lasse? Na, von allem! Vom Leben! Von meinen Lebenserfahrungen und denen meiner Freunde. Wir reden sehr viel darüber. Von allem und allen ist etwas dabei.
Du stehst nun seit einigen Jahren auf der Bühne.
Magst du es, vor großem Publikum zu stehen? Und wie können wir uns deine Konzerte vorstellen?
Oh ja, ich liebe es, auf der Bühne zu stehen. Es ist großartig, ich liebe die Life-Atmosphäre. Da trifft man sein Publikum hautnah, also die Menschen, die deine Musik mögen und kaufen.
Meine Konzerte sind aber ganz unterschiedlich. Manchmal trete ich mit einer großen Band auf, dann stehe ich mit zehn Leuten auf der Bühne. Manchmal bin ich allein mit einem DJ. Schön ist beides, wenn auch die Gefühle dabei ganz verschieden sind. Mit der Band fühlt man sich verbundener mit der Publikum, dafür fühlt man mit dem DJ einfach die Energie 120 %ig.
Du bist nicht nur Solokünstlerin, sondern auch die Leadsängerin der Band SugarRush Beat Company. Ist es nicht anstrengend, auf zwei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen?
Ja, das gebe ich zu. Aber ich bin in der glücklichen Position, das zu machen, was ich liebe, sonst ginge das gar nicht. Ich habe auch das Gefühl, dass ich besser damit klar komme, je älter ich werde. Ich kenne mich jetzt besser, kann meine Kräfte besser einschätzen und weiß, wann ich Pause machen muss. Aber es ist beides wunderbar!
Im Januar 2009 hast du den European Borders Breaker Award bekommen – einen Preis für den besten dänischen Künstler in Europa. In Deutschland erreichte deine Single “Ride my tempo” Platz 1 der Deutschen Dance Charts. Was sind deine Ziele für die nächste Zeit?
Am Wichtigsten ist mir natürlich, dass es es so weiter geht, wie es gerade läuft. Ich will weiter Musik machen und damit erfolgreich sein. Aber ich will auch Kinder mit meinem Ehemann haben und es irgendwie schaffen, beides unter einen Hut zu bekommen. Ja, das ist wohl mein Ziel: die Balance zwischen Karriere und Familie.
Dein neues Album “One” erschien schon vor einem Jahr in den USA. Warum kommt es in Deutschland erst jetzt raus?
Deutschland ist einfach ein verdammt großes Gebiet. Wir mussten hier erst die richtigen Partner finden, die unsere Ambitionen teilen und die den gleichen Drive wie wir haben. Das hat leider eine Weile gedauert.
Die Single “I want you” wird hier am 25. September 2009 erscheinen. Was dürfen wir von dem Album insgesamt erwarten?
Es ist eine Mischung aus allem. Und es ist ein sehr ehrliches Album. Ich habe da sehr viel verschiedene Gefühle verarbeitet. Es ist also egal, was du gerade fühlst, du hast auf dem Album auf jeden Fall einen passenden Song parat. Es ist perfekt für jedermann (lacht)!
Unsere Leser kennen das schon: als professionelle Klatschtanten fragen wir jeden abschließend zwei Fragen passend zu unserem Metier. Welches war das letzte Gerücht, das du über dich gehört hast?
Oh, das ist einfach. Ich hab gehört, dass ich schwanger sein soll. Ist aber wirklich nur ein Gerücht.
Und welches Gerücht hast du zuletzt selber verbreitet oder gar in die Welt gesetzt?
Als ich heiraten wollte, hab ich jedem erzählt, dass ich auf gar keinen Fall heiraten würde. Man will ja seine Ruhe haben! Na ja, jetzt hat sich das natürlich als Gerücht herausgestellt, da ich ja inzwischen verheiratet bin.
Danke für das Gespräch sagt Stefanie Corbeau
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