Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, durfte nach eigenen Aussagen, anlässlich seines 60. Geburtstags Gäste ins Kanzleramt einladen. Bezahlt hat den Abend der Steuerzahler, wie aus einem dem Politikmagazin ‘Report Mainz’ vorliegenden Bericht des Bundeskanzleramtes vom Mai 2009 hervorgeht. Demnach sind für diese Veranstaltung Kosten für zusätzliches externes Servicepersonal in Höhe von 2.100 Euro angefallen. Die Kosten des Abendessens konnten laut Bericht nicht ermittelt werden, “da der kamerale Haushalt eine Kostenrechnung” nicht zulasse. Die Aufwendungen seien “aus den etatisierten Haushaltsansätzen für Personal- und Sachkosten – Bundeskanzlerin und Bundeskanzleramt – finanziert”. Ackermann hatte am 11. August in einem Fernseh-Interview des ZDF Hinweise gegeben, die auf einen privaten Anlass der Veranstaltung schließen lassen. Ackermann wörtlich über die Einladung von Angela Merkel: “Sie hat mir damals gesagt, sie würde gerne etwas für mich tun. Ich solle doch einmal etwa 30 Freunde und Freundinnen einladen aus Deutschland und der Welt, mit denen ich gerne einen Abend zusammen sein würde im Kanzleramt. Und ich muss ihnen sagen, es war ein wunderschöner Abend”.

Schon im April 2009 musste das Kanzleramt eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Gesine Lötzsch dazu beantworten. Die Antwort fand damals kaum Beachtung. Zunächst wurde erklärt, dass Ackermann seinen 60. Geburtstag “nicht im Bundeskanzleramt gefeiert” habe. Wenige Zeilen später aber heißt es auch: “Den 60. Geburtstag des Chefs der Deutschen Bank hat die Bundeskanzlerin vielmehr zum Anlass genommen, am Dienstag, dem 22. April 2008, im repräsentativen Bereich ihres Kanzlerbüros ein Abendessen mit Vertretern aus Wirtschaft und Gesellschaft auszurichten.” Gesine Lötzsch gegenüber “Report Mainz”:
“Das Kanzleramt widerspricht sich selbst und auch die Aussagen von Herrn Ackermann stehen in diametralem Gegensatz zu den Aussagen des Kanzleramtes.” Am Mittwoch wird die Bundesregierung den Haushaltsausschuss über die Kosten des Abendessens im Bundeskanzleramt informieren. Die Deutsche Bank verweigert eine
Stellungnahme zu den Vorwürfen und verweist auf das Bundeskanzleramt. Das Bundeskanzleramt hat auf die “Report Mainz” Anfrage bislang nicht reagiert.
(Quelle: SWR/Das Erste)
UPDATE: Ein Regierungssprecher hatte heute doch noch Stellung zu den Vorwürfen genommen und betonte, Ackermann habe seinen 60. Geburtstag nicht im Kanzleramt gefeiert. Die Kanzlerin habe vielmehr das Jubiläum zum Anlass genommen, im April 2008 im Kanzleramt ein Abendessen mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft auszurichten. Ackermann hat im Februar Geburtstag, das Abendessen im April 2008 war seit längerem bekannt.
Wenn man mal gegenrechnet, wie viel der Mann für die Bundesrepublik erwirtschaftet hat, sind die entstandenen Kosten wirklich Peanuts.