Community: "Community" holt Star aus der "Daily Show"
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Mittwoch, 30. September 2009, 11:21 Uhr
Radoslaw Sikorski (46), Außenminister Polens und auch sein französischer Amtskollege Bernard Kouchner (69) haben sich im Falle der Verhaftung von Regisseur Roman Polanski anUS-Außnministerin Hillary Clinton (61) und US-Präsident Barack Obama (48) gewandt, damit die sich für eine Begnadigung einzusetzen. Polanski ist gebürtiger Pole Polen und französischer Staatsbürger. Polanski habe unterdessen Widerspruch gegen seine Auslieferung an die USA eingelegt, bestätigte gestern das zuständige Bundesstrafgericht in Bellinzona.
Unterdessen stehen die Chancen auf eine Freilassung für Polanski eher schlecht: Frankreich oder Polen könnten eine Auslieferung an die USA vielleicht verhindern, indem sie selber eine Auslieferung fordern. Diese beiden Staaten könnten dann allenfalls Vorrang haben, handelt es sich doch beim Starregisseur um einen polnisch-französischen Doppelbürger, sagte ein auf Auslieferungsfälle spezialisierter Jurist gegenüber der ‘Basler Zeitung’. “Polanski hat das Verfahren durch seine Flucht selber in die Länge gezogen, die USA haben nicht gegen das Beschleunigungsgebot verstossen”, sagt der Jurist.
Die Schweizer Regierung verteidigte die Verhaftung Polanskis laut Bild-Zeitung: „Die Rechtslage ist absolut klar“, erklärte Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf. Ihr Land habe gar keine andere Wahl gehabt. Im Gegenzug bedankte sich die Staatsanwaltschaft in Los Angeles sich bei der Regierung „für ihre extrem kooperative Haltung“. Kritik kam jedoch von der Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey. Die Einladung zu einem Filmfestival, auf dem auch noch der Kulturminister sprechen sollte, zur Verhaftung zu nutzen, zeige ein “Mangel an Finesse”, erklärte sie. Die katalanische Schriftstellerin Najat El Hachmi stellte in der spanischen Zeitung “Periodico” laut dpa die Frage, ob Künstler keine Kriminellen sein könnten, weil sie gute Filme machten: “Sollen wir sie moralisch anders beurteilen als den anonymen armen Schlucker?”
Am kommenden Samstag sollte der in der Schweiz verhaftete Star-Regisseur Roman Polanski in Köln auf dem ‘Internationalen Film- und Fernsehfestival Cologne Conference 2009′ den Filmpreis Köln entgegennehmen. Das Berner Bundesamt für Justiz teilte dem Veranstalter aber per E-Mail mit, dass die Teilnahme von Polanski „leider ausgeschlossen“ sei. Selbst im Falle einer Haftentlassung „gegen andere Sicherungsmaßnahmen“ dürfe der Regisseur die Schweiz nicht verlassen, berichtet bild.de. 
Ganz Hollywood scheint hinter Roman Polanski zu stehen: US-Schauspielerin und Fernsehmoderatorin Whoopi Goldberg zeigte sich dem Star-Regisseur gegenüber solidarisch und bekundete, dass es ihrer Meinung nach “keine richtige Vergewaltigung“ war, für die Polanski nun einsitzen muss.
Goldberg sorgte nun für Aufruhr, als sie sich während ihrer Talkshow ‚The View‘ hinter den Filmemacher stellte und seine Tat herunterspielte. „Es war etwas anderes, ich glaube nicht, dass es richtige Vergewaltigung war. Er ging ins Gefängnis und als er wieder herauskam, dachte er: ‚Dieser Kerl wird mir 100 Jahre verpassen. Ich bleibe nicht hier.‘“, versuchte sie Polanskis damaligen Gedankengänge zu rechtfertigen. „Wir haben eine andere Art von Gesellschaft, wir sehen die Dinge anders. Würde ich wollen, dass meine 14-jährige Tochter Sex hat? Nicht unbedingt, nein.“
Goldbergs Co-Moderatorin Sherri Shepherd widersprach ihrer Kollegin jedoch. Auf ihrem Twitter stellte sie kurz darauf klar: „Langer Tag bei ‚The View‘, wir hatten heute zwei Shows. Heiße Debatte über Polanskis sexuellen Missbrauch einer Minderjährigen. Ein 45-jähriger Mann, der eine 13-Jährige mit Drogen und Alkohol gefügig macht und ohne ihre Zustimmung in sie eindringt, ist ein Vergewaltiger.“
Viele Stars und Sternchen der Filmindustrie scheinen die Geschichte jedoch als verjährt anzusehen. Mehr als hundert Promis haben ein Bittgesuch zur Freilassung des ‚Rosemary’s Baby‘-Schöpfers unterschrieben, darunter Hollywood-Legenden wie Woody Allen und Martin Scorsese.
In dem Schreiben heißt es: „Die Festnahme von Roman Polanski in einem neutralen Land, von dem er annahm, es ohne Hinderung bereisen zu können, scheint Wege für Handlungen zu ebnen, deren Auswirkungen niemand vorhersagen kann. Es scheint inakzeptabel, dass eine internationale Kulturveranstaltung, die einen der größten Regisseure der Moderne ehrt, von der Polizei dafür genutzt wird, ihn festzunehmen.“
Der Filmemacher wurde am Samstag, 26. September, in Zürich von der Schweizer Polizei festgenommen; nun droht ihm die Auslieferung an die Vereinigten Staaten, wo er vor über 30 Jahren dem Strafvollzug entkam. Nachdem er sich 1978 schuldig bekannt hatte, widerrechtlichen Sex mit der 13-jährige Samantha Gailey gehabt zu haben, fürchtete er, ein höheres Strafmaß zu erhalten, als ihm der Richter versprochen hatte, und floh aus den USA nach Frankreich.


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