Casting-Stars packen aus: Fanta 4, Koks und Schlager

Sonntag, 11. Oktober 2009, 20:10 Uhr

VERLOSUNG! Die Casting-Gewinner Martin Kesici und Markus Grimm haben das Buch “Sex, Drugs & Castingshows – Die Wahrheit über DSDS, Popstars & Co.” geschrieben, in dem sie einen packenden Einblick hinter die Kulissen des Showbiz geben. Mit freundlicher Genehmigung des Riva-Verlages veröffentlichen wir daraus einen längeren Auszug!

Außerdem verlosen wir drei Exemplare des Werkes. Interessenten schicken bis zum 16. Oktober eine Mail an info@klatsch-tratsch.de unter dem Kennwort “Casting-Stars”. Die Aulosung erfolgt unter Ausschluß des Rechtsweges. Die Gewinner werden informiert.

Martin Kesici_Circle-b026_Kesici_Ralf Strathmann

 
Martin Kesici: Berühmt zu sein ist eine komische Sache. Es ist grotesk, wie sich ein Leben verändert, nur weil man ein paar Wochen lang seine Nase vor der Kamera hatte. Ich kam plötzlich in Clubs rein, bei denen ich vorher niemals eine Chance gehabt hätte. Ich hatte ja immer meine speziellen Klamotten an und passte da natürlich wirklich nicht rein. Der Hammer war aber, dass es seit Star Search völlig egal war, was ich anhatte. Ich hätte in einem Kartoffelsack kommen können und die hätten mich immer noch mit Glanz und Gloria empfangen.
Ein anderes erstaunliches Promi-Erlebnis hatte ich in schöner Regelmäßigkeit in Fast-Food-Restaurants. Als ich arbeitslos war und Ebbe in meinem Geldbeutel herrschte, habe ich mich oft nach einem fetten Burger gesehnt. Jetzt, da ich mir diese Teile dutzendfach hätte leisten können, nahm man mein Geld an der Kasse nicht mehr an. »Nein, Herr Kesici, das brauchen Sie nicht zu bezahlen. Aber ein Autogramm könnten Sie mir schreiben, das wäre toll.« Das ist doch bescheuert, oder? Hat man Geld, muss man nichts bezahlen, hat man kein Geld, dann hat man Pech gehabt.
Ich schlug mich also durch mein Promi-Leben und genoss es in vollen Zügen. Das Einzige, was ich mir grundsätzlich vom Hals hielt, waren Drogen. Alkohol zähle ich jetzt mal nicht dazu. Denn diese Seite hatte ich vor meinem Promi-Dasein zur Genüge erlebt. Ich habe die wildesten Partys mitgemacht und teilweise zwei Tage am Stück durchgefeiert. Ich habe alles ausprobiert und dachte, dass ich alles gesehen hätte. Aber weit gefehlt!

Markus Grimm:
»Also, die Musik, die du machst, finde ich absolut wunderbar. Echt, ganz im Ernst, ich liebe die Art, wie du auf der Bühne dein Ding durchziehst. Ich kenne einfach keinen anderen Künstler, der das so gut macht wie du.«
Diese Unterhaltung betraf mich jetzt zwar nicht, aber trotzdem musste ich würgen vor lauter Falschheit, die in diesen Worten mitschwang. Es war ein vor Schleim triefender Monolog gewesen, den ich backstage bei einer großen Musikshow, die regelmäßig bei den öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten ausgestrahlt wird, belauscht habe. Nu Pagadi war längst Geschichte und ich hangelte mich mehr schlecht als recht durch mein neues Leben. Die öffentlichen Auftritte wurden nach der Bandauflösung weniger und ich versuchte, mich als Songwriter durchzuschlagen. Texte und Gedichte zu schreiben, hielt mich aufrecht. Übrigens ist das heute noch so.
Aber alle Texte und Songs, die ich schrieb, brachten mir nichts ein. Viele davon wurden erst gar nicht veröffentlicht und bei den Labels gab es außer Kaffee und einem Schulterklopfer rein gar nichts. Natürlich schleimten alle und meinten, wie genial ich doch sei und dass sie es noch nicht so oft gesehen hätten, dass jemand innerhalb von zehn Minuten einen fertigen Songtext zu einem beliebigen Thema liefern könne. Aber das war es dann auch. Eigentlich klar, oder? Schließlich war ich niemand und hatte noch keinen selbst geschriebenen Hit vorzuweisen. Warum hätte man meine Arbeit dann honorieren sollen? Einige ganz Schlaue meinten sogar, dass ich ja offenbar mit diesem Talent gesegnet sei und somit das Ganze für mich ja sowieso keine echte Arbeit darstelle. Schon klar!
Mein Selbstwertgefühl war nach der Trennung endgültig am Boden, und wenn es etwas gab, was ganz tief in mir drin noch ein klein wenig als Silberstreifen am Horizont betrachtet werden konnte, dann war es das Songschreiben und Dichten. Ich schrieb in dieser Zeit viel für Claus Eisenmann von den Söhnen Mannheims. Ich empfand es als Ehre, für einen so talentierten Typen ein paar Wörter niederschreiben zu dürfen. Tomas Sniadowski, den ich noch von Popstars her kenne, beliefere ich immer noch mit meinen Texten. Tomas ist viel in Österreich unterwegs und über ihn kam damals auch die Anfrage, für die österreichische Version von Popstars, die dort Starmania heißt, zu schreiben. Es ist eine geile und dankbare Arbeit, bei der man zusätzlich auch noch viele interessante Menschen kennenlernen darf.
Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, dass der Untergang von Nu Pagadi und die Zeit danach das bisher Härteste in meinem Leben waren, denn noch nie zuvor hatte ich so viele menschliche Enttäuschungen hinnehmen müssen wie bei dieser Sache.

Martin Kesici:
Eine Party im Rahmen der Popkomm in Berlin hat mir allerdings gezeigt, dass es noch härter geht. Es war nicht irgendeine Party. Es war die Promi-Party schlechthin. Ich könnte auf der ganzen nächsten Seite die Namen der Anwesenden aufschreiben und ihr würdet sie alle kennen. Um 23 Uhr werden auf solchen Veranstaltungen die Fotografen und der Rest der Presse rausgeschmissen. Von da an tobt dann das wildeste Partyleben, das man sich vorstellen kann.

Ich ging an diesem Abend gegen halb zwölf Uhr auf die Herrentoilette und hörte aus einer der Kabinen wildes Lachen und Gekreische. Alles klar! Ich kannte das nur zu gut aus meinen alten Kokszeiten und brauchte kein großes Vorstellungsvermögen, um zu wissen, was hinter dieser Tür wohl gerade abging. Trotzdem war ich neugierig und wollte wissen, wer da aus der Kabine kommen und vor dem Spiegel die Nase sorgfältig kontrollieren würde. Deshalb wusch ich mir meine Hände einfach etwas länger als sonst. Auch jetzt werde ich keine Namen nennen, aber ihr könnt davon ausgehen, dass ihr jeden Einzelnen, der da aus der Toilette getorkelt kam, kennen würdet. Ohne Ausnahme! Fünf Mann zwängten sich lachend aus der Kabine, und als sie mich sahen, brüllten sie: »Ey, Martin, willst du nicht auch was?« »Nein, lasst mal«, rief ich lachend und verließ die Toilette.
Wenn ihr glaubt, dass die Techno-Leute total »verseucht« wären und nur alle Rockmusiker dieser Welt auf Drogen wären, dann kenntihr die deutsche Promi-Szene nicht. Ich behaupte, dass 70 Prozent der Leute aus dieser Glitzer- und Glamourwelt bei solchen Partys auf Drogen sind. Und Alkohol zähle ich da mal nicht dazu.
Warum ich aber keine Namen nenne? Schließlich heiße ich nicht Dieter Bohlen. Ich will mein Geld nicht mit dem Anscheißen von Kolleginnen und Kollegen verdienen. Das war nie mein Stil und das wird er auch nie sein.
An diesem Abend trank ich bewusst weniger Alkohol und beobachtete das Geschehen um mich herum sehr genau. Die Tür zur Toilette flog auf und zu wie in einem Taubenschlag. Ich ging auch ein paarmal zu oft aufs Klo, nur um zu sehen, wer sich die nächste Line durch die Nase zog. Jedes Mal, wenn ich wieder herauskam,  war ich noch entsetzter und angewiderter. Irgendwann hatte ich genug und setzte mich zu den Jungs von den Fantastischen Vier.
Mit Thomas D. verstand ich mich mehr als gut. Unser Gespräch ging natürlich rund ums Casting und die verschlossenen Türen, auf die man stieß, wenn man so eine Show gewonnen hatte. Der Abend war trotz allem cool und ich hatte das Gefühl, dass sich hier Musiker unterhielten, die die gleiche Leidenschaft teilten. Wir sprachen den ganzen restlichen Abend miteinander und verabschiedeten uns dann mit den Worten: »Bis bald mal.« Dass dieses »bis bald« solche Folgen haben könnte, wusste ich damals logischerweise noch nicht.

grimm_Nu Pagadi_Foto Sami Khatib

Markus Grimm:
Das Popmusikbusiness ist schlecht und die Leute, die damit zu tun haben, sind noch mal einen Grad schlechter. Das war meine Erfahrung, die ich gemacht hatte, und so war auch meine Einstellung, die ich zu diesem Abschnitt in meinem Leben hatte. Wenn man, so wie ich, deutsche Texte schreibt, dann kommt man um den Bereich der Schlagermusik nicht herum. Den Schlagersänger Mike Bauhaus lernte ich auf einer Veranstaltung für kranke Kinder kennen. Der Typ hat eine tolle Stimme und versteht es, den schwierigen Grenzgang zwischen Schlager und Pop zu meistern. Er war genau der Richtige für meine Texte, und ich lieferte für sein erstes Album gleich fünf oder sechs Songs ab.
Privat waren wir sehr gut befreundet und die Zusammenarbeit funktionierte lange Zeit bestens. Mike bewegt sich in diesem Schlagerumfeld sehr sicher, aber ich musste mal wieder schmerzhaft erfahren, dass das nicht meine Welt ist. Das Schlagerbusiness ist noch härter als alles, was mit den Top Ten, die ihr kennt, zu tun hat. Genauer gesagt, Schlager und volkstümliche Musik setzen all meinen negativen Erfahrungen noch einmal die sprichwörtliche Krone auf. Da sitzen irgendwelche komischen gelifteten Grinsemarionetten auf der Bühne des Musikantenstadls und machen einen auf heile Welt. In der Volksmusik gibt es großartige Beispiele für dieses bizarre Gruselkabinett. Ich weiß nicht, ob es wirklich so ist, und Beweise habe ich auch keine, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass beliebte Volksmusikstars zusammen mit ihren ach so trauten Partnerinnen auf der Bühne die heile Welt vorgaukeln und sich danach im Sado-Maso-Lederkeller von einem jungen Thai-Mädchen auspeitschen lassen.
Ich persönlich finde es zum Kotzen, sich selbst so in die Tasche lügen zu müssen, um die dicke Kohle abzuzocken. Natürlich musste ich mich während der Zeit bei Nu Pagadi auch einigen Dingen fügen, aber sich total verbiegen zu lassen, kam bei mir nicht infrage. Was bringt es denn auf Dauer, seinen Fans Geschichten vorzulügen und nur hinter der Bühne sein eigentliches Gesicht zu zeigen?
Ich habe Schlagerleute im Studio kennengelernt, die sich allesamt für die Könige und Kaiser des Business hielten. Es ist unfassbar, wie viele Menschen sich im Schlagerbereich tummeln, die eine so extreme und gnadenlose Selbstüberschätzung haben, dass es schon wehtut. Gut, vielleicht bin ich ja neidisch auf dieses starke Selbstbewusstsein, das ich wohl nie erreichen werde. Ich würde mich selbst nie in irgendeiner schriftlichen Stellungnahme als König, Kaiser oder vielleicht sogar noch als die Sissi des Popschlagers bezeichnen. Ja, geht’s denn noch? Das ist die Krönung der Dummheit!
Einer von diesen Typen ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. So etwas habe ich echt noch nie erlebt. Von sich selbst redet er nur in der dritten Person. Keine Ahnung, was der für Zeug nimmt. Ich bin gewiss kein Meister in Sachen Promotion, schon gar nicht, wenn es um mich selbst geht, aber O verkauft sich so arrogant, dass es mir bei jedem Satz, den der gute Mann ausstößt, die Schamesröte ins Gesicht treibt. Sich für andere zu schämen, ist eine echt üble Sache. Warum lassen solche Künstler nicht einfach ihre Musik für sich sprechen? Schlager, Fox und Volksmusik werden immer ihre ganz eigene Zielgruppe haben. Klar kann und sollte man sich auch über Geschmack streiten, aber die Musik steht doch im Vordergrund, nicht der Typ, der ins Mikro singt und sich selbst preist.
Diesen Typen habe ich mal in einer Fernsehsendung gesehen und selbst die Moderatoren waren in einer Tour am Lästern über ihn. Da wurde in einer Anmoderation doch tatsächlich gesagt, dass Coldplay ein neues Album aufgenommen hätte, die Jungs aber gar nicht überzeugt von ihrem Material waren, sodass sie es einfach weggeschmissen und ein neues eingesungen hätten. Im selben Atemzug zogen die Moderatoren dann über O her. Dass er das mit seinem neuen Album besser auch hätte machen sollen.
Aber nein, er habe ja das Ding jetzt veröffentlichen müssen. Hier lügt doch jeder jedem in die Tasche. Ich war auf vielen Veranstaltungen und habe immer wieder die gleichen unfassbaren Erfahrungen gemacht. Hinter den Kulissen treffen die Leute sich und begegnen sich mit so viel oberflächlichem Respekt, dass es fast schon wehtut, und wenn der eine dann auf die Bühne geht, um seiner Arbeit nachzugehen, und außer Hörweite ist, dann wird gelästert ohne Ende.
Hier noch einmal zur Erinnerung die Worte, die ich am Anfang dieses Kapitels bereits erwähnt habe: »Also, die Musik, die du machst, finde ich absolut wunderbar. Echt, ganz im Ernst, ich liebe die Art, wie du auf der Bühne dein Ding durchziehst. Ich kenne einfach keinen anderen Künstler, der das so gut macht wie du.«
Und jetzt kommt das, was dieselben Leute keine Minute später über denselben Typen sagten, als der auf der Bühne stand: »Unfassbar, was das für ein falscher und unechter Typ ist. Wie der seine Fans verarscht! Der ist doch stockschwul und singt da oben was von geilen Weibern. Nachher kommt bestimmt noch sein Typ vorbei und bläst ihm einen. Wollen wir wetten?«
Ich schwöre euch, dass ich das damals genau so im Backstage- Bereich miterlebt habe. Da geht es richtig zur Sache. Von wegen heile Welt und so. Eigentlich wollte ich für den Schlagerbereich einfach ein paar Texte schreiben, um mich über Wasser zu halten, so wie das ein gewisser Herr Bohlen und übrigens ganz viele andere Kollegen auch tun. Aber schon nach den ersten kleinen Schritten in diesem Geschäft habe ich gemerkt, dass da nichts so ist, wie man es sich vorstellt. Auf der Bühne singen die Jungs von tollen Frauen und in Wirklichkeit kommt einen Moment später der nette Typ, der Traum aller Schwiegermütter, in den Backstage-Bereich und die Träume zerplatzen, weil er seinen nackten Arsch zum Poppen hinhält. Respekt vor so viel Verlogenheit, meine Damen und Herren!
Ich bin wirklich froh, dass ich mittlerweile nur noch eine Handvoll von diesen Leuten mit meinen Texten beliefere. So muss ich nicht mehr mit jedem gut Freund sein und einen auf heile Welt machen. Es gibt ein paar, mit denen man gut zusammenarbeiten kann, aber im Gegensatz dazu auch eine Unmenge Menschen, die kein Schwein braucht. Nicht einmal ich.

Grimm_Kesici_Hires

Martin Kesici:
Als ich 2005 im Studio in Stuttgart stand, nahmen ein Stockwerk über mir die Jungs von den Fantasischen Vier gerade ihr neues Album auf. Abends klingelte bei mir im Studio das Telefon. Thomas D. und DJ Tom Milla waren dran und fragten, ob ich kurz Zeit hätte, nach oben zu kommen. Sie wären gerade am Rumspinnen und würden eine männliche Stimme brauchen, um etwas auszuprobieren.
Ich brauchte keine Millisekunde, um Ja zu sagen. Da waren die Fantastischen Vier am Telefon und wollten, dass ich ihnen mit meiner Stimme aushelfe – das kann und darf man einfach nicht ablehnen. Ich meine, im Gegensatz zu Bushido und Fler sind die Jungs einfach geniale Sprachkünstler. Das hat mit dem neumodischen Hip-Hop-Kram, der nur von bescheuerten Kraftausdrücken lebt, rein gar nichts zu tun. Die Jungs von den Fantastischen Vier verkörpern für mich die Hochkultur der deutschen Reimsprache.
Ich spurtete die Treppen nach oben und stand dann vor Thomas D. und DJ Tom Milla. Aus den Boxen dröhnte ein Song, dessen Refrain immer und immer wieder das Wort »Troy« beinhaltete. »So Troy, so Troy, so Troy …«
Thomas meinte, dass er alle Stimmlagen von mir bräuchte, die ich draufhätte – von hoch jaulend bis tief grölend. Immer wieder »Troy, so Troy«. Ich sang ihm also sechs oder sieben verschiedene Spuren ein. Danach tranken wir noch ein paar Bierchen und ich ging schlafen.
Drei Monate später rief mich die Plattenfirma der Fantastischen Vier an und meinte, dass die erste Singleauskopplung der Fantastischen Vier Troy wäre und ob ich damit einverstanden sei, wenn sie im Refrain meine Stimme benutzen würden. Natürlich war ich sofort begeistert und sagte zu. Wie gesagt, ich steh auf die Sachen der Jungs und dann veröffentlichen die ihre erste Single nach langer Zeit und ich bin es, der die Stimme für den Refrain geliefert hat. Ich freute mich wirklich tierisch. Natürlich hatte ich auch die heimliche Hoffnung, dass ich damit den goldenen Jackpot der Kesici-Promotion knacken und mich endlich vom Casting-Image wegentwickeln könnte.
Meine Freude währte allerdings nicht lange. Einen Tag später wurden all meine Hoffnungen im Keim erstickt.
»Martin, wir dürfen das nicht öffentlich machen, dass du Troy singst«, hieß es unmissverständlich am Telefon. »Du bist Casting- Künstler und die Verantwortlichen um die Fantastischen wollen nicht, dass das bekannt wird«, war die Erklärung. Bis heute glaube ich, dass die Fantastischen Vier mit dieser Entscheidung wohl am wenigsten zu tun hatten. Wahrscheinlich hatten die Verantwortlichen drum herum mal wieder nicht die Eier in der Hose, um ehrlich zu sein und klipp und klar zu sagen, dass ich die Stimme von Troy war.
Leider blieb mir nichts anderes übrig, als die Tatsache zu akzeptieren und das Ganze zu schlucken. Ich verpflichtete mich schriftlich dazu, nichts an die Öffentlichkeit zu bringen, und durfte nicht einmal privat die Sache weitererzählen.
Was muss man eigentlich noch alles einstecken, was muss noch alles passieren, bis ein Künstler irgendwann einmal explodiert? Ich bin weiter der festen Überzeugung, dass man als Castingstar nur dazu da ist, einer TV-Station gute Quoten zu bringen. Wir werden von den Zuschauern wegen unserer Stimmen und der Show nach ganz oben gewählt. Aber was nach der Show kommt, ist nichts.
Ein paar Kröten und die berühmten paar Minuten Ruhm, die laut Sprichwort jedem zustehen. Dabei ging es mir weder um den Ruhm noch um das Geld. Mir ging und geht es heute nur um die Musik.
Nicht mehr und nicht weniger.

Markus Grimm:
Warum gibt es auf jung getrimmte Edel-Münchnerinnen wie Sibylle Weischenberg, die schon im Vorspann ihrer eigenen Promi-Sendung über den roten Teppich läuft? Die Frau ist Journalistin und hat gefälligst mit Block und gespitztem Bleistift hinter der Absperrung zu stehen und zu schreiben oder mit den Leuten zu
reden. Warum darf die über Werte und über Klamotten lästern?
Das interessiert doch keine Sau. Und ich stelle diese Frage noch einmal, nicht etwa, weil es mir Spaß macht oder weil ich mich jetzt an diesem Thema aufhänge und mich in Rage schreiben will, nein, aber vielleicht kann mir ja wirklich jemand eine plausible Antwort darauf geben, warum wir in Deutschland so darauf stehen, anderen dabei zuzuschauen, wie sie knietief in der Scheiße stehen. Haben wir in unserem Leben nicht genügend Inhalt, um uns nicht zu langweilen?

 

Fotos: Riva-Verlag, Ralf Strathmann, Sami Khatib

Kommentare

Twitter Users
Enter your personal information in the form or sign in with your Twitter account by clicking the button below.

Oder gib Deine Daten hier ein:

Hinweis: Kommentare mit beleidigendem und unsachlichem Inhalt wandern ohne Verzug in hohem Bogen insbesondere dann in den Papierkorb, wenn sie anonym verfasst sind.

Twitter Users
Enter your personal information in the form or sign in with your Twitter account by clicking the button below.

Ein Kommentar zu “Casting-Stars packen aus: Fanta 4, Koks und Schlager”

  1. Lila sagt:

    Das Buch ist von A bis Z die reinste Selbstmitleidorgie und sonst gar nichts.

klatsch-tratsch.de Copyright © 2002 - 2012 • Powered by SEVALmediaLinksKontaktImpressum
Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS)