Chuck: Matt Bomer hat sein Coming-Out
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Montag, 19. Oktober 2009, 20:14 Uhr
Im Oktober feiert Deutschlands wohl berühmteste und legendäre Aufklärungs- und Beratungsrubrik von BRAVO ein rundes Jubiläum: Vor 40 Jahren, am 20. Oktober 1969, erschien die Jugendzeitschrift in Ausgabe 43 zum ersten Mal mit der “Sprechstunde bei Dr. Jochen Sommer”.

Generationen von Heranwachsenden hat “Dr. Sommer” über viele Jahrzehnte durch die Pubertät begleitet. Damals wie heute wenden sich Mädchen und Jungen vertrauensvoll an das Beratungsteam, weil sie nirgendwo sonst so offen und unprätentiös Antworten auf ihre intimen und drängenden Fragen erhalten. Bei “Dr. Sommer” werden ihre Probleme und Nöte ernst genommen und nicht bewertet. Die Anonymität und Diskretion, mit der ihre Fragen beantwortet werden, machen den jahrelangen Erfolg von “Dr. Sommer” bei den Lesern aus.
Ein Team von Fachleuten aus psychologischen und pädagogisch Fachbereichen beantwortet damals wie heute die Fragen der Jugendlichen per Post, Telefon und E-Mail. Vier bis fünf Zuschriften werden jede Woche beispielhaft in der “Sprechstunde” veröffentlicht: leicht gekürzt und anonym. In 2.100 Heftausgaben hat das Dr.-Sommer-Team mehr als 10.000 Fragen der Jugendlichen in BRAVO beantwortet.
BRAVO und “Dr. Sommer” gehören untrennbar zusammen. Jeder vierte Deutsche ab 14 Jahren antwortet auf die Frage, was er mit BRAVO verbindet, spontan mit “Dr. Sommer” – und das über alle Generationen hinweg. Acht von zehn Personen in Deutschland kennen die Beratungsrubrik und jeder Sechste fühlt sich von “Dr. Sommer” mit aufgeklärt. Das ergab eine repräsentative forsa-Umfrage im Zeitraum vom 21. bis zum 22. September 2009 bei 505 deutschsprachigen Personen im Alter zwischen 14 und 59 Jahren.
BRAVO-Chefredakteur Tom Junkersdorf: “‘Dr. Sommer’ ist Deutschlands berühmteste und wichtigste Aufklärungsmarke. Keiner bringt mehr Jugendliche durch die Pubertät. Hier werden die Fragen beantwortet, um die sich Eltern und Lehrer immer noch drücken. Die Jugendlichen vertrauen ‘Dr. Sommer’. Auch wenn wir mittlerweile in einer übersexualisierten Gesellschaft leben, in der immer mehr Nacktheit in TV, Werbung und Internet zur Schau gestellt wird, bleiben die wichtigsten Fragen zu Liebe, Körper und Sexualität unbeantwortet. ‘Dr. Sommer’ muss jede Generation wieder neu aufklären.”

Die wichtigsten Fragen über Dr. Sommer beantworten Marthe Kniep, Jutta Stiehler und Sabine Kadolph vom Dr.-Sommer-Team.
Gibt es Dr. Sommer wirklich?
Es gibt laut dem Dt. Ärzte Verlag 310 Ärzte in Deutschland, die den Namen Dr. Sommer tragen. Bei BRAVO hat es nie einen realen Dr. Jochen Sommer gegeben. Der Name war von Beginn an ein Pseudonym – erst für eine Einzelperson, später für ein ganzes Team. Aktuell arbeiten im Dr.-Sommer-Team bei BRAVO drei Beraterinnen und ein Berater bei BRAVO Online.
Warum wenden sich Jugendliche an Dr. Sommer?
Oft beginnen Briefe oder E-Mails mit dem Satz „Ihr seid die einzigen, an die ich mich wenden kann…“. Natürlich haben die meisten Jugendlichen ein familiäres Umfeld, an das sie sich wenden könnten. Aber sie wollen sich in der Pubertät mit bestimmten intimen Themen nicht mehr an die Eltern wenden. Sie können sich nicht vorstellen, mit den Eltern über ihre Fragen zu sprechen. Andererseits möchte ein Jugendlicher, der uns schreibt, auch keine Antwort hören, die seine Eltern ihm auch hätten geben können. Jugendliche möchten aus ihrer eigenen Perspektive heraus gestärkt werden und einen Lösungsansatz bekommen, mir dem sie etwas anfangen können. Wir geben ihnen die Antwort, die sie brauchen und zu dem Zeitpunkt, an dem sie danach fragen – ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Ausschweife. Es sei denn, ein Leser bekäme Probleme mit geltenden Gesetzen. Dann machen wir ihn darauf aufmerksam.

Sind alle Fragen in BRAVO echt?
Diese Frage wird uns nur von Erwachsenen gestellt. Die vielen Jugendlichen, die uns schreiben, uns anrufen oder mailen, kämen nicht auf die Idee, dass „ihre Fragen“ nicht echt sein sollen. Seit 40 Jahren bilden wir auf der „Sprechstunden-Seite“ jede Woche vier oder fünf Zuschriften von Mädchen und Jungen ab. Die Briefe in BRAVO sind ein beispielhafter Querschnitt aller Anfragen, in denen sich die Leser wiederfinden sollen. Die Briefe oder E-Mails werden wenn nötig gekürzt, sprachlich angepasst und anonymisiert. Wenn eine Zuschrift an Dr. Sommer in BRAVO erscheint, hat der Jugendliche seine Antwort längst erhalten.
Haben sich die Fragen im Laufe der Zeit verändert?
Sie haben sich sprachlich verändert, aber nicht thematisch. Letztlich auch deshalb, weil sich jedes 11-Jährige Mädchen und jeder 11-jährige Junge die immer gleichen Fragen, aber eben zum ersten Mal stellt.

Was passiert mit den Briefen und E-Mails?
Wir wissen, wie schwer es für viele ist, ein sehr persönliches Anliegen zu formulieren, gerade dann, wenn es ihnen peinlich ist. Deshalb erhält auch jeder Jugendliche, der an uns schreibt, eine persönliche Antwort. Das ist ein Credo unserer Arbeit. Der Anspruch ist bei der Geschwindigkeit, in der Kommunikation via E-Mail heute stattfindet, nicht immer leicht einzuhalten. Aber bei den meisten Anfragen geht es um schnelle Informationen und Bestätigungen. Nachdem die Briefe und E-Mails beantwortet sind, werden sie vernichtet oder gelöscht. Wir sammeln die Zuschriften nicht.

Wie unterscheiden Sie eine ernstgemeinte von einer nicht ernstgemeinten Anfrage?
Manchmal vermuten wir eine nicht ganz ernst gemeinte Anfrage. Aber bei unserer Arbeit gilt: Besser einen Brief zuviel beantwortet, als einen zu wenig. Das führt manchmal auch zu überraschenden Gegebenheiten: Die Jugendredaktion einer Tageszeitung hatte uns zwei fingierte Briefe als Test geschickt. Aufgefallen ist uns das erst, als die Redaktion uns ein Belegexemplar des Artikels mit den abgedruckten Briefen und unseren Antworten schickte.
Welche Themenbereiche kommen besonders oft vor? Welche Bedürfnisse stecken dahinter?
In den meisten Fragen geht es darum, dass sich Jugendliche über etwas schlau machen wollen, was ihnen passiert ist oder noch bevorsteht: die körperlichen Veränderungen, das erste Verliebtsein, der erste Liebeskummer, der erste Freund, der erste Kuss, das erste Date, der erste Trennungsschmerz und natürlich DAS erste Mal. Jugendliche wollen Unsicherheiten klären, Kummer und Ängste loswerden, gut vorbereitet sein, einfach Bescheid wissen!

Wie alt sind die Fragenden und hat sich das Alter über die Jahre verändert?
Die meisten Anfragen bekommen wir aktuell von Mädchen und Jungen im Alter zwischen 11 und 16 Jahren – seltener von jüngeren oder älteren. Wir haben im Vorfeld des Jubiläums in den „alten“ BRAVO-Ausgaben geblättert und festgestellt, dass sich das Alter der Jugendlichen, die sich ans Dr.-Sommer-Team wenden, nicht verändert hat. Auch im ersten Jahr der Beratungsrubrik sind Briefe von Mädchen und Jungen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren in BRAVO veröffentlicht.
Sind die Fragen der Jugendlichen tabuloser geworden? Gibt es Fragen, die einer Zensur nicht standhalten würden?
Eine moralische Zensur von Themen gibt es bei uns nicht. Wir erhalten hauptsächlich Fragen von Jugendlichen, für die das Thema Liebe und Sexualität völlig neu ist. Ihr Interesse ist also größer als ihre Erfahrung. Zudem geben wir Jugendlichen keine detaillierten Anleitungen, sondern ermutigen sie, selber rauszufinden, was ihnen gut tut und Spaß macht – auch in der Sexualität. Wichtig ist, ihnen zu vermitteln, dass (und nur das) erlaubt ist, was allen Beteiligten gefällt. Wir machen ihnen Mut, „Nein“ zu sagen, wenn sie sich unter Druck gesetzt fühlen. Das Aufzeigen der eigenen Grenzen fällt vor allem vielen Mädchen schwer.


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