Dienstag, 01. Dezember 2009, 12:10 Uhr

Kate Hall: "Ich freu mich auf mein erstes Kind"

Kate Hall, neue Freundin von ProSieben – Juror Detlef D! Soost, hat mit ihrem neuen Freund nicht nur ein Baby am Start, sondern vor allem ein neues Album. Gerade sind ihre neue Single ‘Du gehörst zu mir’ und ihr neues Album ‘Der Himmel um die Ecke’ erschienen. Wir haben uns in Berlin-Mitte mit einer äußerst sympathischen Popsängerin getroffen, die frei ist von Allüren und Größenwahn.

Hallo Kate, schön dich zu sehen.
Hallo, ja ich freue mich auch. Ich wohne momentan um die Ecke, aber nicht in meiner Wohnung, sondern im Hotel mit meinen zwei Hunden, da in meiner schönen neuen Wohnung durch einen Rohrbruch ein Wasserschaden entstanden ist. Obwohl gerade alles neu gemacht wurde! Aber Weihnachten möchte ich auf jeden Fall wieder zuhause sein und nicht im Hotel. Ich hoffe sehr, dass es klappt.

Letzte Woche fand dein Vocal-Coaching-Workshop in Berlin statt. Was ist ein Vocalcoach? Was kann man da lernen?
Ein Vocalcoach ist ein Helfer. Wenn man einen Traum hat, Singen, und vielleicht auch davon zu leben, ist es gut, wenn man einen Coach hat, der einem zeigt, wie man Basic-Sachen macht, wie Atmen. Der Vocalcoach kennt die Körperanatomie und weiß wie man richtig atmen muss, die Töne erreicht, die ganz hohen und tiefen, ohne dass es schmerzt oder die Stimme gar geschädigt wird. Man kann ja leise oder kräftig singen. Es geht darum, dass man alle Möglichkeiten hat, um die Stimme zu trainieren. Ich freu mich total darauf.

Was sind das für Leute die da kommen?
Das sind Leute die Interesse haben, Amateure aber auch Sänger. Sie reisen aus der Schweiz an, aber auch aus Deutschland. Es sind Teenager und Erwachsene und ich finde es toll, dass es eine so breite Mischung ist. Es gibt viele Menschen die den Wunsch haben gut zu Singen, zuhause oder vor Freunden oder nur so als Hobby.

Und da kann sich jeder bewerben?
Jeder! Absolut. Man braucht da vorher keine Gesangsausbildung oder irgendwas. Man muss nur Interesse am Singen haben und dann lernt man all das andere über das Workshopwochenende.

Was gibst du den Teilnehmern mit auf den Weg?
Die lernen Einstudierung, sie bekommen Performancetraining, sie lernen Auftreten. Es wird alles gefilmt. Dazu bekommen sie mein Buch, bzw. mein Script. Das ist nämlich noch nicht veröffentlicht, kommt aber bald raus. Das sind über 100 Seiten über Gesangstechniken. Es ist so geschrieben, dass es jeder versteht – egal ob Kind oder Erwachsener. Jeder Teilnehmer bekommt außerdem meine neue CD. Wir werden auch Jogaübungen machen, denn die Stimme ist ein Instrument, das man achtsam behandeln sollte.

Du hast ja als Yogalehrerin gearbeitet. Benutzt du selbst Yogaübungen um dich zu entspannen?
Ja. Auf jeden Fall. Es war eher zufällig, dass ich damit angefangen habe. Ich habe gespürt, wenn ich das nicht mache, dann hab ich nicht so viel Kontrolle über mein Instrument als wenn ich es tue. Deswegen ist Yoga ein sehr wichtiger Bestandteil meines Unterrichts geworden. Für mich ist das genauso wichtig wie die Gesangstechnik, weil die Atemtechnik dabei eine Rolle spielt, besser gesagt das Atmen eine Vorraussetzung für eine gute Stimme ist.

Dein neues Album „Der Himmel um die Ecke“  erschien gerade. Was bedeutet der Titel „Der Himmel um die Ecke“? Ist das eine kleine Geschichte?
Das haben mich viele gefragt. Man kann es nicht auf dänisch sagen und auf englisch auch nicht. Es ist ein philosophischer Satz. Damit will ich sagen, wenn ich von mir ausgehe kommt immer ein neues Ziel dazu, wenn ich etwas erreicht habe. Man sollte den Weg genießen der zum Ziel führt, um nicht die Dinge übersehen, die dabei passieren. Der Himmel um die Ecke war mein Thema, denn ich bin auch nicht geheilt von diesen Dingen. Immer wenn ich etwas geschafft habe, wie gestern, als ich zum ersten Mal mein Buch gedruckt in der Hand hielt, war ich für drei Minuten begeistert und dann dachte ich sofort, Kate, jetzt musst du mit der DVD dazu anfangen als neue Idee.

Du kommst ja aus dem Norden. Nach mehreren Reisen durch die Welt bist du nach Deutschland gekommen. Du bist aber immer bei dir geblieben und wolltest immer Musik machen. Es ist schön, wenn man sich treu bleiben kann.
Ja, genau. Seit ich mich erinnern kann, hab ich gesagt, ich will Musikerin werden – und das hab ich geschafft. Ich habe nicht geschafft in Deutschland einen Nr. 1 Hit zu etablieren, aber ich habe es geschafft ein Publikum zu gewinnen. Vielleicht wird mein Publikum auch größer, aber dafür hab ich jetzt mein Vocalcoaching. Vielleicht kann man eine Gesangsschule aufbauen.  Als Kind war mein Ziel, so zu werden wie Michael Jackson, dann hab ich ziemlich schnell eingesehen, es ist noch nicht soweit (lacht), aber ich mache Musik und kann davon leben. Dafür bin ich sehr dankbar.

Das neue Album hat zwölf Titel. Was ist neu im Vergleich zu den Hits „Bedingungslos“ oder „Du bist wie Musik“?
Es ist meine bisherige Geschichte. In Deutschland lief ja ein Duett-Album zusammen mit Ben. Das ist die Geschichte von zwei Menschen. Das jetzt ist alles was ich die letzten zwei Jahre so durchgemacht habe. Mit allen Tiefen und Höhen. Wenn ich zurückschaue war das wie ein Gefühlskarussell. Es war Wahnsinn was alles so passiert ist und das spiegelt sich in den Texten und der Musik. Auf jeden Fall habe ich die Trennung darin verarbeitet. Es ist alles dabei: glückliche Momente, traurige Momente, Neues.

Spielt auch deine neue Liebe mit rein?
Nein. Er kam zu spät. (lacht) Da waren die Songs schon fertig. Aber natürlich will ich etwas aus meinem Leben erzählen. Man kann fremde Geschichten erzählen, das machen auch viele Künstler. Aber für mich ist es einfacher eigene Geschichten zu erzählen. Jetzt bin ich im 6. Monat schwanger und das ist eine ganz eigene Zeit und das werde ich auch irgendwann auf die Bühne bringen, sag ich mal jetzt als Idee vielleicht.

Du bist Engländerin, hast in einem nordischen Land gelebt. Du warst in der Welt unterwegs. Warum singst du deutsch?
Das ist eine gute Frage. Das fragen mich viele. Ich wohne seit vier Jahren in Deutschland, pendle viel hin und her, aber hier habe ich meine Base. Ich habe ein deutschsprachiges Album mit Ben gemacht und viele Menschen haben mir ein gutes Feedback gegeben. Sie haben gesagt, es ist toll, wenn du auf Deutsch singst.

Durch alle Songs zieht sich das Thema Trennung. Trotzdem kommt die Musik fröhlich rüber. Ist das gewollt?
Ja. Die Komposition ist leicht, denn man soll nicht deprimiert werden, wenn man die Musik hört. Ich erzähle in meinen Songs ja auch über Situationen die wehgetan haben. Deswegen muss die Musik aber nicht extrem moll-ig (?) sein. Das wäre dann zu viel.
Aber es freut mich, dass es auch leicht rüberkommt. Die neue Platte sollte wie ein Märchen sein, wie soll ich sagen, elfenhaft, märchenhaft, damit es nicht so schwer wird.


Du hast mit dem Berliner Sänger Ben ein Duett gesungen. Wer wäre Dein künftiger Duett-Wunschpartner?

Das ist schwer zu sagen. Es gibt viele gute Künstler in Deutschland. Es müssten gar keine bekannten Größen sein. Ich lass mich da ein bisschen überraschen. Ich habe mit Ben gesungen, aber auch mit DJ Ötzi. Ob es passt oder nicht, wenn ich die Musik fühle, tu ich das. Wer weiß, vielleicht ist es nächstes Jahr ein Rocker (lacht).


Gehst du auf Tour?

Das ist abhängig vom Erfolg des Albums. Wenn es erfolgreich wird, dann auf jeden Fall. Aber wenn, dann erst im Frühjahr, denn ich bekomme ein Kind und da braucht man ein bisschen Zeit.

Dein Terminkalender ist voll. Deine persönliche Situation ist eine besondere: Du bist im 6. Monat schwanger. Wie schaffst du das alles?

Ich freu mich auf mein erstes Kind. Es ist eine tolle Erfahrung. Ich habe eine tolle Plattenfirma, die viel für mich klärt. Das Büro steht hinter mir. Ich hab viele Leute die mir helfen mein Tagespensum zu schaffen. Ich bin immer da, mache Coachings usw. Im Moment ist es alles etwas heftiger. Es ist Finalestress, aber ich weiß ab dem 12. Dezember hab ich ein bisschen frei.

Wird es ein Junge oder ein Mädchen?
Ich weiß es nicht. Letztendlich ist es auch egal. Mein Gefühl sagt, es wird ein Mädchen.

Was meinst du, wie wird sich dein Leben verändern? Wirst du gleich oder bald weiterarbeiten? Wirst du deine Karriere unterbrechen?
Ich werde ziemlich bald weitermachen, denn ich bin keine Hausfrau. Ich werde auf jeden Fall da sein für mein Kind. Ich freu mich auf diese Zeit, denn es ist eine besondere Zeit.


Bist du ein Familienmensch? Du hast ja drei Geschwister.

Ja, Familie ist das Wichtigste überhaupt. Wenn der Keller in Ordnung ist, stimmt der Rest auch. Und der Keller ist die Familie für mich, mein Fundament. Das ist sehr wichtig für mich. Ich brauch die Harmonie.

Was ist deine Idealvorstellung von Familie?
Meine Idealvorstellung ist einfach, dass es ein Haus voller Freude ist. Wie viele Kinder ist egal, aber ich hoffe, ich bleibe in meiner jetzigen Situation bei meiner Partnerwahl. Ich bin da Romantikerin, weil ich es schön finde, dass man den Partner fürs Leben hat.

Dein Freund Detklef D! Soost hat ja schon zwei Kinder. Was hältst du von Patchworkfamilien?
Ich liebe Kinder, egal woher sie kommen. Für mich sind sie süße Wesen. Patchworkfamilien gehören in unsere Zeit.

Kennst du das letzte Gerücht über dich?
Nein. (lacht) Wahrscheinlich Vermutungen, ob es ein Mädchen wird.

Das Gespräch führte Eva Magdon. Auszüge nur mit Quellenangabe klatsch.tratsch.de

Fotos: Ben Wolf