Donnerstag, 03. Dezember 2009, 10:56 Uhr

Woody Allen: Wir sind übergewichtig und sexuell verklemmt

Woody Allen, 74, findet die vielen Sexszenen in amerikanischen Filmen “einfach langweilig”.  In den USA werde Sex “als eine dramaturgische Waffe benutzt, wie die Gewalt”. Ohnehin seien die meisten Amerikaner übergewichtig und  sexuell verklemmt, sagte er demn Zeit-Magazin. In New York jedoch habe man ein eher entspanntes Verhältnis zur Sexualität, im Gegensatz zur amerikanischen Provinz.

“Alles ist dort Ausdruck von Angst und sexueller Repression: der religiöse Wahnsinn, der Waffenfanatismus, die übergeschnappten Rechten, eine von zweifelhaften Sittengesetzen geprägte Sicht der Sexualität. In der Provinz ist man gegen die gleichgeschlechtliche Heirat, gegen Abtreibung, im Extremfall auch gegen Verhütung. In
manchen Staaten gibt es sogar Gesetze gegen Oralsex. Selbst Ehepartner brechen das Gesetz, wenn sie im Bett bestimmte Stellungen praktizieren.”

Mit seiner aktuellen Komödie Whatever Works, die in dieser Woche in Deutschland anläuft, hat Woody Allen nach längerer Pause wieder einen Film in New York gedreht. Über seinen Alltag dort sagte Allen, er wecke seine Töchter auf (“dafür hassen sie mich”), bringe sie zur Schule, und dann schreibe er oder  gehe in den Schneideraum. “Da ich früh aufgestanden bin, komme ich früh nach Hause. Nach dem Essen setze ich mich in den Sessel. Rechts steht ein Bier. Dann schaue ich mir Baseball im Fernsehen an.”

Zwar werde er wegen seiner Brille für einen Intellektuellen gehalten, doch lese er nicht viel. “Mein erstes Buch las ich mit achtzehn”, gestand Woody Allen. “Und zwar nur, um die Mädchen zu beeindrucken. Ich war ein guter Sportler, aber das glaubt mir niemand.”