Donnerstag, 10. Dezember 2009, 12:34 Uhr

Clive Owen: „Ich habe keine Angst, meine weibliche Seite auszuleben"

Der britische Schauspieler Clive Owen verkörpert im Film meistens den harten, unnahbaren Kerl. Im Interview mit dem Magazin GQ Gentlemen’s Quarterly distanziert er sich energisch von diesem Image und überrascht mit dem Statement: „Ich habe keine Angst davor, meine weibliche Seite auszuleben.“ Owen betont: „Ich habe noch nie einen Eins-zu-eins-Machotypen gespielt! Das wäre ja langweilig. Für mich als Schauspieler wird es erst interessant, wenn ein Actionheld tief drinnen auch verletzlich und zerbrechlich ist.“

Beim Aussuchen seiner Filmprojekte verlässt sich der 46-Jährige auf seine Intuition: „Ich habe mittlerweile ein ausgeprägtes Sensorium für Drehbücher. Ich merke es sofort, wenn die Sprache nicht stimmt, der Rhythmus, die Tonlage. Wenn die Charaktere nicht so reden wie Leute im echten Leben. Ich rieche Bullshit.“ Den richtigen Riecher hat er auch bei seinen Mitmenschen: „Wenn ich jemanden kennenlerne, dann wittere ich tatsächlich schnell, ob der Typ okay ist oder eine fiese Socke“.

Trotz seines Erfolgs betrachtet Owen die berufliche Zukunft nüchtern: „Keine Ahnung, wie’s bei mir weitergeht. Das, was man Karriere nennt, ist doch bloß eine Summe von Einzelentscheidungen. Als Schauspieler hangelt man sich von Filmprojekt zu Filmprojekt – an langfristige Karriereplanung ist da gar nicht zu denken. Man bekommt Drehbücher geschickt, und wenn eines gut ist, dann macht man den Film, fertig.“ Owens Management überlässt seine Zukunft nicht dem Zufall. Der Schauspieler erzählt offen, wie die Gerüchte, er solle den neuen James Bond spielen, zustande kamen: „Ich habe mich wirklich nie beworben. Mein Agent hat diese Gerüchte gestreut, weil er dachte, dass es meiner Karriere förderlich sein könnte.“

Das gesamte Interview mit Clive Owen gibt’s in der neuen Ausgabe von GQ  01/10, die am 10. Dezember 2009 erscheint.