Freitag, 18. Dezember 2009, 9:20 Uhr

Jens Lehmann bei "Kerner": "Es ist peinlich, es ist unangenehm"

“Ich bin ich und für meine Taten verantwortlich. Diese Aktionen am Wochenende waren zweifelsfrei nicht gut und wenn ich könnte, würde ich sie rückgängig machen.” Bei Johannes B. Kerner sprach Jens Lehmann, Ex-Nationaltorhüter und Keeper beim VfB  Stuttgart, gestern zum ersten Mal öffentlich über die Entgleisungen,  die zuletzt für viele negative Schlagzeilen sorgten. Die Strafe vom  Verein werde er akzeptieren – über die tatsächliche Höhe allerdings  schwieg Lehmann: “Sie ist sehr hoch.”

Seine Karriere beim VfB Stuttgart wolle er nicht vorzeitig beenden, denn trotz der Probleme in der jüngsten Zeit wisse er auch, dass er “eine gewisse Grenze nie überschritten” habe: “Ich habe in all der Zeit nie jemanden verletzt, niemanden geschlagen, bis zum heutigen Tag. Ja, ich habe einige Schlagzeilen abbekommen – über Sachen, die alle nicht gut sind. Aber so richtig schlimme Sachen waren nicht darunter – dann hätte ich ein Problem mit mir und müsste mich kräftig hinterfragen.” Insbesondere seine Kinder seien für ihn ein wichtiger Gratmesser, wann er zu weit gehe: “Wenn die Kinder dadurch Probleme bekommen, dann müsste ich mich wirklich fragen, ob
das alles noch so richtig ist, was ich mache.”

Zur “Pipi-Pause” während des letzten UEFA-Champions-League-Spiels schmunzelte der 40-Jährige nur: “Ich finde es irgendwie ganz sympathisch, dass es immer noch Dinge gibt, die eine Kamera nicht einfangen konnte. Die hätte da nämlich tatsächlich alles gesehen, mein Tiefschutz war verrutscht. Danach konnte ich mich auf jeden Fall besser bewegen.”

Seinem Karriereende blickt Lehmann mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen – und wer weiß, vielleicht kehrt er ja 2010 doch noch ins WM-Tor zurück. “Im Fußball ist alles möglich. Aber im Moment ist die Nationalmannschaft für mich sehr weit weg.”