Mittwoch, 30. Dezember 2009, 15:08 Uhr

Angehörige von Häftlingen demonstrieren gegen Mel Gibson

Die Dreharbeiten zum neuen Film von Mel Gibson in Mexiko sorgen für mächtig Ärger hinter den Kulissen. Rund 300 Angehörige von Häftlingen haben am Montag vor dem ‘Ignacio Allende’- Gefängnis in der mexikanischen Hafenstadt Veracruz gegen die geplanten Dreharbeiten des Hollywoodstar demonstriert. Fidel Herrera Beltran, der Gouverneur des Bundesstaates Veracruz, kündigte Anfang dieses Monats an, dass die Gefangenen für die Zeit der Dreharbeiten im Januar aus dem Gefängnis verlegt werden sollten.

Gerardo Duran, der Direktor des Gefängnisses, erklärte nun, die Berichte über eine Gefangenenverlegung seien lediglich Gerüchte, räumte aber ein, dass Teile der Haftanstalt geräumt würden, um die Filmarbeiten möglich zu machen. Die Familien der Inhaftierten würden über eine Verlegung rechtzeitig informiert. Im Januar sollten die Häftlinge ohnehin in neue Gebäude verlegt werden.
Hintergrund des Protestes: In Mexiko hängen die Insassen in den Haftanstalten sehr von der Fürsorge ihrer Familien ab, die sie mit Lebensmitteln, Kleidung und vor allem Geld versorgen.

In dem geplanten Knastdrama ‘How I Spent My Summer Vacation’ soll Leonardo DiCaprio die Hauptrolle übernehmen. Darin geht es um einen Berufsverbrecher, der in einem mexikanischen Gefängnis landet und dort mit der Hilfe eines neun Jahre Einsitzenden das Überleben lernt.

Mel Gibson hatte 2006 in Veracruz schon sein Drama ‘Apocalypto’ gedreht.