Daniel Schuhmacher: “Ich kann auch anders”

Mittwoch, 10. März 2010, 20:34 Uhr

Es war ein Imagewechsel geplant. Wie sieht der aus?
Wir wollten das Image meiner Entwicklung anpassen. Ich hab soviel dazugelernt und bin erwachsener geworden. Das was einen prägt, wollten wir auch visuell zeigen. Deshalb auch die neue Frisur: weg vom bubihaften. Ich hatte wie gefühlte 17, 18 Jahre gewirkt. Ich bin immer noch ein fröhlicher und aufgedrehter Mensch, aber in vielen Dingen bin ich vernünftiger geworden. Mit vielen Sachen gehe ich heute anders um. Ich bin realistisch und stehe über manchen Sachen. Außerdem sind Imagewechsel ja nicht unnormal.

Dein Radius ist größer geworden.
Ja, na klar. Vor ein paar Jahren hab ich fleißig gearbeitet und war einmal im Jahr im Urlaub. Ich sehe nun viel mehr von der Welt und bin kulturell unterwegs. Ich lerne viele Menschen kennen. Der Horizont wird erweitert. All das prägt einen als Mensch und Künstler.

Du hast viele weibliche Fans. Hast du denn inzwischen auch eine Freundin?
Während einer Castingshow gibt man extrem viel von sich preis. Ich will mich nicht verlieren. Deshalb habe ich mich entschieden, dies als Privatsache zu sehen.

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Wie lief deine Deutschlandtour? Es gab 13 Termine.
Es war eine tolle Tournee mit einer Entwicklung. Wir haben die Sache spannender gestaltet und einiges umarrangiert. Die Sache wurde souliger und moderner. Ich kann Balladen, Soul und Rock singen. Ich konnte mich besser ausleben, Gas geben, abgehen, aber auch ruhige Sachen machen. Die Tour war für mich perfekt. Jeder Tag war anders, auf der Bühne und für die Fans. Ich könnte ständig auf Tour sein, weil ich das einfach geil finde.

Das ist ein Leben aus dem Koffer und on the road.
Ja, das hatte ich bei DSDS wochenlang. Mit 22 findet man das nicht schlimm. Ich bin auch schon mal in einer Stadt aufgewacht und wusste nicht wo ich bin. Aber dann sucht man sich einen Anhaltspunkt und dann weiß man Bescheid.

Bei deinem letzten Konzert im E-Werk Köln wurde Dein neues Video während der Show gedreht. Was kriegen wir da zu sehen?
Alles. Wir haben backstage gedreht, wie ich ankomme, wie wir mit der Band singen, das Styling, der Probenablauf, den Soundcheck usw. und dann geht irgendwann die Show los. Im Laufe der Tour hab ich mich extrem entwickelt, da man einfach mit Routine sicherer wird. Köln war der Höhepunkt. Ich kam selbstlos auf die Bühne: hier bin ich, ich kann was und das hab ich auch gezeigt.

Durch die Interaktion zwischen Bühne und Publikum ist ja kein Konzert gleich.
Ja, klar. Man muss ja auf das Publikum eingehen. Interaktion. Am Ende des Konzerts beziehe ich das Publikum ein: ich lasse sie singen. Das ist witzig. So geht man gegenseitig aufeinander ein.

Du ziehst Mitte März nach Berlin? Ist dir Pfullendorf zu eng geworden?
Es ist auch geschäftlich, weil ich in Berlin näher am Schuss bin. Es ist umständlich von Pfullendorf aus zu reisen, weil man zwei Stunden bis zum Flughafen braucht. Berlin reizt mich. Hier gibt es viele Konzerte, Independentbands. Man kann viel lernen. In Berlin kann ich mich entwickeln und was anderes kennenlernen als auf dem Land. Ich hab mich entschieden das durchzuziehen als Zweitwohnsitz.

Könntest du in Pfullendorf relaxen? Da kennt Dich doch jeder?
Dort gibt es keine Ruhe für mich, egal was ich mache. Mich würde überall jemand ansprechen. In Berlin ist es anonymer.

Was macht eigentlich Sarah Kreuz? Habt Ihr noch Kontakt?
Sarah ist toll. Was sie macht, sollte sie euch selbst erzählen.

Wenn Du das Rad zurückdrehen könntest, was würdest Du heute anders machen bei DSDS und in der Zeit danach?
Ich würde vielleicht mit den Medien anders umgehen. Während der Staffel waren die Medien unglaublich präsent. Viele alltägliche Reibereien wurden total aufgepuscht. Es sollte mehr um die Musik gehen als um die persönliche Story und den Streit um irgendwas. Heute würde ich das vielleicht nicht so an mich ranlassen. Ich kam auch ohne Story in den ersten Shows weiter. Die Geschichte mit dem Mobbing wurde dann ganz schön ausgewalzt. Sie hat sensibilisiert.

Wer sind Deine Favoriten für die Top 3 bei der neuen DSDS-Staffel?
Menowin und Merzad.  Merzad ist ein interessanter Mensch. Letztlich sollte die Leistung auf der Bühne bewertet werden. Es ist schwer zu sagen, wer der dritte Favorit sein könnte. Ich würde davon ausgehen, dass es ein Mädchen sein könnte. Thomas ist nicht mein Geschmack, aber er kommt draußen an.

Wie war die ECHO-Verleihung für Dich?
Es war ein toller Abend. Es war ein Erlebnis. Auf einen ECHO bzw. eine Echo-Nominierung kann man stolz sein. Bei der Aftershowparty wollte ich einfach nur feiern. Die Wichtigtuer habe ich weniger beachtet. Am lockersten sind die, die am meisten erreicht haben.

Wie siehst Du Dein Leben, was willst Du erreichen irgendwann?
Ich will einfach nur Musik machen und davon leben können. Ich will meine Freunde behalten. Irgendwann will ich Kinder haben. Ich glaube ich wäre ein guter Vater. Ich will einfach glücklich sein. Ich möchte irgendwann sagen können, ich hab das gemacht, was ich machen wollte.

Was ist das blödeste Gerücht über Dich?
Dass ich ein Weichei bin, denn ich bin keine Heulsuse. Ich kann auch anders.

Interview: klatsch-tratsch.de, Fotos: Volker Neumüller

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Kommentare

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5 Kommentare zu “Daniel Schuhmacher: “Ich kann auch anders””

  1. Rebo sagt:

    @ Petra – über Musik kann man ja unterschiedlicher Meinung sein, aber deine sonstigen Aussagen sind weiter unter dem Niveau auf das ich mich begeben möchte!!!

  2. Petra sagt:

    der sieht ja so zum kotzen aus und singen kann er auch nicht. schwuuuuulmacher ha!

  3. Marie sagt:

    Das ist einmal ein wirklich gut geführtes Interview mit gut gestellten Fragen und intelligenten Antworten.
    Daniel hat sich zu einem selbstbewussten Künstler, der seine Qualitäten – Talent und menschliche Größe – genau kennt fortentwickelt. Auf seinem Weg,langfristig gute Musik zu machen wird er weitergehen und wir Fans werden ihn gerne dabei begleiten. Ich möchte Daniels wunderschöne Soulstimme noch viele Jahre genießen dürfen. Viel Erfolg mit deiner 3. Single

  4. Gelika sagt:

    Danke, für dieses wunderbare und ehrliche Interview, das Daniel endlich so zeigt wie er ist … ehrlich, zielstrebig, clever, authentisch, immer er selbst und obersympathisch. Das sind die Eigenschaften, die wir Fans so sehr an ihm lieben … und natürlich nicht zuletzt seine geniale, einzigartige Stimme.

  5. Rebo sagt:

    Ein super sympatischer, ehrlicher Beitrag, endlich mal den Daniel so stattfinden zu lassen, wie er wirklich ist.
    Er hat in diesem einen Jahr trotz vieler unverständlicher Niedertextereien sehr an Selbstbewusstsein gewonnen.
    Dabei bleibt er glaubhaft und immer bei sich selbst. Die aussergewöhnliche, tolle Stimmfarbe ist ja geblieben – und der neue Song für mich genauso hörenswert wie alle anderen, halt flotter und mit nochmehr Ohrwurmgarantie!!!
    Weiter so!!!

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