Donnerstag, 11. März 2010, 21:25 Uhr

Bruce Willis sorgt mit den Gorillaz für Youtube-Rekord

Hollywoods lebende Action-Legende Bruce Willis verhalf den britischen ‘Gorillaz’, der virtuellen Band von Blur-Star Damon Albarn (41) auf YouTube zur erfolgreichsten Promotion-Premiere aller Zeiten. Das Video wurde am 2. März in den ersten 24 Stunden 900.000 mal angeklickt und brach damit den Rekord von U2.
Die ‘Gorillaz’ gelten – wen wunderts – als die erfolgreichste virtuelle Band und landeten damit mangels Konkurrenz im ‘Guiness Buch der Rekorde’.
Willis liefert sich in dem Clip zur neuen Single ‘Stylo’ eine heiße Verfolgungsjagd mit der Band in der Wüste. Gezeichnet wurden die Figuren von dem britischen Comic-Künstler Jamie Hewlett (41). Hier ist der Clip  in voller Länge!

Das neue Album ‘Plastic Beach’ zeigt Gorillaz auf Fluthöhe. Eine 16 Tracks umfassende Reise durch Pop, Rap, Dub, Soul und Electronica, die diverse Einflüsse von Ost bis West ebenso integriert wie vielerlei anderes.

Wie sagt Murdoc doch: “Entweder man lebt oder nicht. Entweder man reitet obenauf oder nicht. Alles andere sind schrullige Höhlenmalereien im Inneren unseres Schädels, Versuche von irgendwem, seinen Käfig zu schmücken, sich etwas Unterhaltung zu verschaffen, so lange er dort haust. Das kommende Album degradiert Demon Days zum bloßen Einheizer. Ich kann nur sagen, wir haben einen gehörigen Gang hochgeschaltet.”

Gorillaz, die 1998 das erste Mal ins Licht der Öffentlichkeit traten, sind inzwischen eine der beliebtesten Bands der Welt. Als wahrhaft globales Phänomen haben sie in der Popmusik Erfolge feiern können, die neue Maßstäbe gesetzt haben. Ihr 2001 erschienenes Debütalbum mit den Hitsingles “Clint Eastwood” und “19-2000” hat sich ganze 6 Millionen Mal verkauft. Das Folgealbum Demon Days von 2005 war sogar noch erfolgreicher und machte die Band rund um den Globus bekannt, unter anderem dank Singles wie “Feel Good Inc.”, “DARE” (mit Shaun Ryders berühmter, heiser krächzender Stimme) und “Dirty Harry”, die in Europa, den USA und auf anderen Kontinenten Hitstatus erreichten.

Mit dem von Danger Mouse produzierten Album und speziell der Single “DARE” gelang den Gorillaz ihr erster #1-Hit in Großbritannien und führte zu zahlreichen Lobeshymnen als eines der besten Alben des Jahres. Wie der Name schon vermuten lässt, präsentierte Demon Days eine zeitgenössische Phantasmagorie, eine Scheinwelt, in der bahnbrechende Popmelodien verquickt wurden mit melancholischen und doch unverklärten Kommentaren über die schöne neue Welt und die Monster, die sie bevölkern.

Mit Demon Days brachte die Band auch ihre Live-Performances in eine neue Dimension. Die 40 Daten umfassende “Demon Detour” durch US-amerikanische Radiostationen wurde von einer Reihe von Events flankiert, die sowohl in ihrem Ausmaß als auch in ihrer Ambitioniertheit neue Maßstäbe setzten. Vom 1. bis 5. November 2005 brachte ‘Demon Days Live’ alle Künstler, die die Gorillaz auf dem Album unterstützt hatten, in Manchester auf die Bühne: Neneh Cherry, Bootie Brown, De La Soul, Ike Turner, Roots Manuva, Martina Topley-Bird und Shaun Ryder waren live dabei; Dennis Hopper, MF Doom und der afrokubanische Sänger Ibrahim Ferrer waren ‘virtuell’ dazugeschaltet. Im April 2006 traten Gorillaz an fünf Abenden im legendären Apollo Theatre im New Yorker Stadtteil Harlem auf, und zwar begleitet von 87 Musikern, darunter ein Streichquartett der renommierten Julliard School und der Harlem Gospel Choir. Im selben Jahr wurde die Band mit dem Ivor Novello Award als Songwriters Of The Year ausgezeichnet.

Auch im audiovisuellen Bereich erwiesen sich die Gorillaz als höchst innovativ. Ihre Videos, mit denen sie wohl am eingängigsten die den Gorillaz eigene Identität manifestieren, sind rund um den Globus auf High Rotation geschaltet und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Gorillaz eröffneten die BRIT Awards von 2006 mit einem 100-köpfigen Kinderchor und traten bei den Grammy Awards als Holographien im Duett mit Madonna auf. Bassist Murdoc mit seiner Gangstervisage fand in der Zwischenzeit Muße, eine “alternative Weihnachtsansprache” aufzunehmen, die zeitgleich mit der traditionellen Ansprache von Queen Elizabeth II ausgestrahlt wurde. Es gab Gerüchte, dass ein Hollywoodproduzent bereit sei, einen abendfüllenden Kinofilm zu realisieren. Ende 2007 war Gorillaz gelungen, was man nur selten erlebt: sie waren kulturell wegweisend, von den Kritikern einhellig gelobt, kommerziell erfolgreich und sprachen eine breite Menge der Bevölkerung an. Da erklärt es sich nahezu von selbst, dass Gorillaz im Jahr 2008 zur populärsten Band auf MySpace gekrönt wurden, und das, obwohl sie in dem Jahr gar nichts Neues veröffentlicht hatten.

Fotograf: Artwork by Jamie Hewlett
Copyright: EMI Music LTD / Jamie Hewlett