Donnerstag, 25. März 2010, 23:25 Uhr

Boy George bedauert Veröffentlichung seiner Autobiografie

80er-Jahre-Ikone Boy George (48) wünscht sich, dass er in seiner Autobiografie nicht so viel von sich preis gegeben hätte. 1995 brachte der englische Sänger das Buch ‘Take It Like a Man: The Autobiography of Boy George’ heraus. Das Werk geht detailliert auf seine Heroinabhängigkeit und zahlreichen Liebesaffären ein, weil der Kult-Sänger damals unbedingt alles über sein Leben loswerden wollte.

Doch nun wünscht er sich, dass er damals etwas weniger in die Offensive gegangen wäre. Er tut sich schwer, mit Leuten umzugehen, die glauben sie wüssten alles über ihn – auch wenn ihm klar ist, dass es zum Großteil seine Schuld ist. “Heute würde ich vermutlich viel weniger ins Detail gehen. Mein neues Motto lautet: ‘Weniger ist mehr’. Wenn ich was in den letzten zwei oder drei Jahren gelernt habe, dann, dass es Dinge gibt, die privat sind und bleiben, und mein neues Ich würde vermutlich nicht so weit gehen wie ich damals ging”, erklärte er. “Wenn ich ein neues Buch schreibe, wird das immer noch interessant sein, aber ich würde vermutlich mehr Wert auf meine Intimsphäre legen.”

Boy George – mit bürgerlichem Namen George O’Dowd – wurde wegen tätlichen Angriffs und Freiheitsberaubung eines Callboys zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Er gibt unumwunden zu, dass die Zeit im Gefängnis in verändert hat, und dass er seit seiner Freilassung alles mit anderen Augen sieht.

“Die letzten zwei Jahre waren der Wahnsinn für mich – wirklich toll. Ich schrieb im Gefängnis eine ganze Menge, dort hat man ja Zeit zum Nachdenken. Und das kann einem nur gut tun, man kann entweder verbittert oder konstruktiv werden”, erzählte er der englischen TV-Show ‘GMTV’. “Ich las einen ganzen Haufen Bücher, ich las jedes Buch, von dem ich mir vorgenommen hatte, es irgendwann einmal zu lesen. Freunde schickten mir Bücher rein, und wenn ich mit einem fast fertig war und ein anderes brauchte, wurde ich verzweifelt. Ich schrieb eine ganze Menge Songs, viele Briefe. Ich bekam auch Briefe von Leuten, die ich nicht kenne – tausende davon.”  (CoverMedia)