Montag, 29. März 2010, 23:58 Uhr

Ricky Martin macht Schluß mit dem Versteckspiel: "Ich bin schwul"

Latino-Sänger Ricky Martin hat endlich sein bestgehütetes Geheimnis gelüftet und das bestätigt, was die Spatzen seit Jahren von den Dächer pfeifen: er ist homosexuell. Der Livin ‘La Vida Loca’-Star wird seit langem von Gerüchten verfolgt, er sei schwul, aber er hat sich bis jetzt nie geoutet. Nun hat der 38-Jährige in seinem Blog endlich offiziell gemacht, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt.

Ironischerweise versuchte Martin, der eigentlich Enrique José Martín Morales heißt, die Spekulationen über seine Sexualität in dem berühmten “offenen” Interview mit US-Talk-Ikone Barbara Walters im Jahre 2000 mehr oder weniger geschickt zu umgehen: “Ich bin ein moderner Mensch, lebe ein erfülltes Leben, fühle keine Hindernisse in mir. Wenn ich homosexuell wäre, warum sollte ich es nicht zugeben? Ich bin ein normaler Mensch. Ich liebe Frauen und Sex. Ich bin ein echter heißblütigen Puertoricaner, aber ich fühlte mich nie zum eigenen Geschlecht hingezogen.”

Die Gerüchte heizte Martin 2008 dann weiter an, als seine Zwilinge Jungen Matteo und Valentino geboren wurden, die jedoch von einer Leihmutter ausgetragen wurden.

Nun heute das Outing. Martin habe vor einigen Monaten beschlossen, seine Memoiren zu schreiben, und für ihn sei von Anfang an klar gewesen, sich von jenen Dingen zu befreien, “die ich seit langer Zeit mit mir trage.” Er schrieb: “Von dem Moment an, als ich den ersten Satz schrieb, war ich mir sicher, das Buch würde ein hilfreiches Instrument sein, um mich von Sachen zu befreien, die ich lange mit mir herumgetragen habe. Dinge, die zu schwer waren, um sie für mich zu behalten. Diese Jahre des Schweigens und des Nachdenkens haben mich stärker gemacht und mich davon überzeugt, dass Akzeptanz von innen kommt und diese Art der Wahrheit gibt mir die Kraft, Gefühle zu haben, die ich nie kannte“.”
Was mit dem Outing nun auf ihn zukomme, wisse er nicht: “Es spielt keine Rolle. Ich kann mich nur darauf konzentrieren, was im Augenblick mit mirt passiert.” Und er fügte abschließend hinzu: “Ich bin stolz darauf, ein glücklicher schwuler Mann zu sein. Ich bin gesegnet, der zu sein, der ich bin.”

Auch seine neue Vaterrolle bestärkte ihn darin, nunmehr offen damit umzugehen: “Das ist jetzt, was ich brauchte, besonders weil ich der Vater zwei so schöner Jungs bin, die so voller Licht sind und mir jeden Tag neue Dinge beibringen. So weiterzumachen wie bisher hieße das Licht beschneiden, mit dem sie geboren wurden. Genug ist genug. Das muss sich ändern. Vor fünf oder Jahren sollte es nicht sein, es sollte jetzt passieren. Heute ist mein Tag, dieses ist meine Zeit und jetzt ist mein Moment.”

Barbara Walters findet es zehn Jahre nach besagtem Interview längst nicht mehr so elegant, dass sie versuchte, Martin schon damals zum Outing zu bewegen. Der ‘New York Daily News’ sagte die heute 80-Jährige vor zwei Wochen: “Ich habe Ricky Martin 2000 zu sehr dazu gedrängt zu sagen, ob er schwul ist oder nicht. Und weil er sich weigerte, waren alle (Zuschauer) davon überzeugt, dass er es sei. Viele Leute sagten, es habe seine Karriere zerstört, und wenn ich daran zurück denke, finde ich heute, dass es eine unangebrachte Frage war”.

Fotos: wenn.com, Steven Klein, SonyBMG