Dienstag, 30. März 2010, 15:30 Uhr

"Haltet die Welt an": Erschütterndes Filmdrama Karfreitag im Fernsehen

Das Erste zeigt am Karfreitag, dem 2. April 2010, um 20.15 Uhr die Verfilmung des Buches von Anja Wille, deren Sohn Felix im Jahr 2004 von einem Triebtäter ermordet wurde. Vor drei Jahren begegneten sich Schauspielerin Christine Neubauer (mitte) und Anja Wille (links) bei “Beckmann” das erste Mal. Direkt im Anschluss an die Ausstrahlung des Films “Haltet die Welt an” sind beide wieder zu Gast bei dem ARD-Talker. In einem 60-minütigen “Beckmann”-Spezial sprechen sie über Anja Willes seelischen Überlebenskampf nach der Ermordung ihres kleinen Sohnes und ihre Forderung, Kinder besser zu schützen sowie Angehörige von Opfern von Gewaltverbrechen mehr zu unterstützen.

Und darum geht’s: Ein kleines, idyllisches Städtchen in der Nähe von Bremerhaven. Hier lebt Katja Winzer (Christine Neubauer), die als Krankengymnastin eine eigene Praxis leitet, mit ihrem achtjährigen Sohn Tobias (Ludwig Skuras) und ihrem Lebensgefährten Jürgen Behrendt (Martin Feifel) auf einem ehemaligen Bauernhof. Tobias ist ein aufgeweckter, selbständiger und zuverlässiger Junge, der sowohl zu seiner Mutter als auch zu Jürgen ein sehr inniges und vertrauensvolles Verhältnis hat. Als er eines Abends nicht vom Spielen nach Hause kommt, startet Katja eine Rundrufaktion im Freundeskreis und fährt den Heimweg des Jungen ab – ohne Ergebnis. Schließlich schaltet sie die Polizei ein.

Da in der Region erst wenige Monate zuvor das Mädchen Levke von einem Unbekannten ermordet wurde, setzt ein Großaufgebot an Beamten und Freiwilligen umgehend eine aufsehenerregende Suchaktion in Gang. Der verzweifelten Katja wird Hauptkommissar Roman Maartens (Filip Peeters) zur Seite gestellt: Der erfahrene Polizist und Familienvater verfügt über eine psychologische Ausbildung, um bei solchen Fällen die Familienangehörigen zu betreuen und sie von der sensationslüsternen Presse abzuschotten. Tage vergehen, ohne dass Tobias gefunden wird. Aus Tagen werden Wochen – zwischen Warten, Hoffen und Selbstvorwürfen verwandelt sich Katjas Leben langsam, aber sicher in einen Albtraum. Während Jürgen die Situation mit Alkohol zu bewältigen versucht und durch sein auffälliges Verhalten ins Visier der Ermittler gerät, steht Roman Katja fest zur Seite. Durch sein Engagement und Mitgefühl droht er sogar seine eigene Familie zu vernachlässigen. Nachdem die größten Suchaktionen in der Geschichte Bundesrepublik auch Wochen nach Tobias’ Verschwinden ohne Ergebnis bleibt, hat die Polizeiführung keine Wahl mehr, als die Suche abzubrechen. Katja fühlt sich verraten und enttäuscht. Erst mit der Ergreifung jenes Triebtäters, der auch die kleine Levke ermordet hat, stößt Roman auf eine heiße Spur. Es gelingt ihm, den seelisch labilen Mann zu einem Geständnis zu bewegen. Für Katja scheint diese Wendung zu spät zu kommen: Sie sieht in ihrem Leben keinen Sinn mehr. Ohne ihren Sohn möchte sie nicht weiterleben.

Fotos: ARD Degeto/Gordon A. Timpen, NDR/Morris Mac Matzen,