Dienstag, 30. März 2010, 17:00 Uhr

Usher über Hochzeit, Justin Bieber und den Bruch mit seiner Mutter

Mit „Raymond v. Raymond“ veröffentlichte der fünffache Grammy-Preisträger Usher am 26. März sein mit Spannung erwartetes sechstes Album. Der 31-jährige Texaner ist derzeit mit vier Singles in den Top 20 der US Urban Charts vertreten. „Raymond v. Raymond“ gilt als Fortsetzung des erfolgreichen 2004er-Albums „Confessions“, der Usher den Titel „Top 100 Artist Of The Decade“ einbrachte.

In seiner bisherigen Karriere verkaufte Usher weltweit mehr als vierzig Millionen Tonträger. In den USA gelangen ihm bis dato acht Nummer-Eins-Hits, seinen größten Hit in Deutschland hatte Usher 2004 mit dem Nummer-Eins-Smash „Yeah“.

Nebenbei arbeitet Usher an der Karriere eines kommenden Superstars: Justin Bieber. Der talentierte junge Kanadier, der momentan weltweit die Herzen der Teenies bricht, wird nämlich von Usher produziert. O-Ton Usher: „Er ist wie ein Sohn für mich! Justin ist ein echtes Wunderkind. An erster Stelle stand natürlich seine Stimme, sie ist einfach unglaublich. Außerdem hatte er eine sehr charismatische Ausstrahlung und das ist es, was man braucht, um mit diesem Geschäft umzugehen.“

Die Fans haben Ushers professionelle Entwicklung von einem 13 Jahre alten „Star Search“ Casting Show Teilnehmer zu einem mehrfach mit Platin ausgezeichneten, facettenreichen Superstar verfolgt. Aber mit dem Erfolg kam auch der Schmerz, inklusive der öffentlich ausgetragenen Scheidung von Tameka Foster, der Mutter seiner zwei Söhne. „Ich bin kein Künstler geworden um mich zu verstecken“, sagt er. „Mit der Anonymität ist es vorbei wenn Du Dich entscheidest, ein Entertainer zu werden.“ Auf die Frage ob das öffentliche Leben einen Einfluss auf seine Ehe gehabt hat sagt er, „Ja, ganz sicher.“ „Mein Leben wird intensiv beobachtet wird und jeder hat dazu einen Meinung“, sagt er, „und leider kann man nichts dagegen tun.“ Am schwersten war es bei der Scheidung von etwas loszulassen, das “eine der aufrichtigsten Ereignisse in meinem Leben“ war. „Unglücklicherweise hat es einfach nicht funktioniert“ sagt er, “und wir sind weiterhin sehr glücklich“. Er und seine Frau sind fest entschlossen sich weiterhin intensiv um die gemeinsame Erziehung ihrer Söhne zu kümmern. „Ich hoffe nur, dass meine Jungs leidenschaftlich junge Männer werden“, sagt er, „dass sie an etwas glauben und dabeibleiben bis es erledigt ist.“

Usher schließt nicht aus erneut zu heiraten, aber nicht in absehbarer Zeit. „Ich will es ruhig angehen.“, sagt er. „Ich bin 31. Lasst mir Zeit. Ich habe zwei tolle Kinder. Und ich möchte mich wohlfühlen, ich muss mich nicht beeilen alt zu werden, ich bin jung.”

Ushers zweiter schmerzhafte Erfahrung war der Bruch mit seiner Mutter Jonnetta, die für die meiste Zeit seiner Karriere seine Managerin war. Er habe sie nicht gekündigt, aber es war Zeit für ihn eine andere Richtung einzuschlagen, sagt er. „Wir hatten Meinungsverschiedenheiten. In jeder geschäftlichen Beziehung gibt es so etwas. Aber bei uns war es ein Zeichen dafür, dass unsere Ansichten sich begannen in unterschiedliche Richtungen zu entwickeln. Ich möchte das meine Mutter mich als Person unterstützt,“ sagt er, „nicht nur als Künstler. Ich könnte viele Manager haben, aber nur eine Mutter“. Mittlerweile verstehen sie sich wieder sehr gut und Ushers Mutter geniesst es, Zeit mit ihren Enkeln verbringen zu können.

Zusätzlich zu seinen Rollen als Künstler und Vater ist Usher Unternehmer und Philanthrop. Eins seiner wichtigsten Projekte ist seine „New Look Foundation“ für Kinder. „Das ist es worum es geht“, sagt er. „Durch die New Look Foundation“ , sagt er , „versuchen wir Kindern die tools zu geben, die sie brauchen um etwas großes auf die Beine zu werden, sich für die Zukunft einzusetzen.“ Seine Hoffnung ist, das einige der Kinder mit denen seine Stiftung arbeitet „die Barack Obamas und Oprah Winfreys von morgen sein werden. Und auf diese Weise kann ich etwas bedeutendes leisten.

Darüberhinaus ist Usher Teilhaber des Basketball Teams Cleveland Cavaliers und betreibt das Label US Records. Sein erstes großes Talent ist die Popsensation Justin Bieber, dem er hilft mit dem plötzlichen Starkult um ihn zurechtzukommen. „In dem Alter, so schnell so erfolgreich zu sein, das kann einen schon aus der Bahn werfen“, sagt er, „Ich bin froh, dass ich ihm mit meinen eigenen Erfahrungen helfen kann die Dinge zu verstehen und damit richtig umzugehen.“
Künstlern durch das Musikbusiness zu helfen erinnert Usher an seinen Freund und Mentor Michael Jackson. Die Erinnerungen und die vielen Dinge, die er vom King of Pop gelernt hat, bedeuten ihm viel. Er sagt es war „die größte Ehre“ für ihn bei der Gedenkfeier für den Mensch, Künstler und Philanthrop Michael Jackson aufzutreten, den er so tief bewunderte. „Wir hatten einen sehr persönlichen Moment zusammen. Er sagte mir ‚Was Du machst und was Du kannst ist nicht einfach. Nicht jeder kann das, verstehst Du?‘, erzählt Usher.
„Man muss sich bewusst sein, es geht nicht nur um den Moment, es geht darum Geschichte zu machen“.

Usher sagt, er ist zurück und mit all seinem Erfolg ist dies erst der Anfang seiner Story.

Fotos: SonyMusic