Donnerstag, 01. Juli 2010, 19:25 Uhr

Böhse Onkelz Sänger Kevin Russell angeklagt

Berlin. Der Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell wurde nach einem  schweren Verkehrsunfall in der letzten Silvesternacht angeklagt. Ihm drohen fünf Jahre Haft. Die Anklage der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main lautet einer Pressemitteilung zufolge: “Der 46-jährige Ire ist angeschuldigt, eine fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung, eine fahrlässige Körperverletzung und eine Unfallflucht begangen sowie  über den Verdächtigen einer Straftat getäuscht zu haben.”

“Nach den durchgeführten Ermittlungen ist er hinreichend verdächtig, am 31.12.2009 mit einem auf eine andere Person zugelassenen Audi A 8 die Bundesautobahn 66 auf der rechten Fahrspur mit einer Geschwindigkeit von etwa 230 km/h befahren zu haben, obwohl er  unter dem Einfluss von Kokain, Methadon, Diazepam stand und deshalb nicht mehr fahrtüchtig war. Infolgedessen berührte er einen vor ihm mit ca. 100 km/h fahrenden PKW an der hinteren linken Seite, wodurch beide Fahrzeuge ins Schleudern gerieten und gegen die Leitplanke prallten. Dadurch geriet das andere Fahrzeug in Brand und wurde zerstört. Es entstand ein Sachschaden von 5000,- €. Fahrer und Beifahrer erlitten schwere Verletzungen, die längere Krankenhausaufenthalte erforderlich machten. Der Fahrer trug Verbrennungen an mehreren Körperstellen, eine Leberblutung, eine Milzruptur sowie eine Verletzung der linken Niere davon. Dem Beifahrer musste neben erlittenen Verbrennungen eine Hand samt Handgelenk amputiert werden.

Der Angeschuldigte soll kurz auf das brennende Fahrzeug geschaut  und dann zu Fuß die Unfallstelle verlassen haben.

Am 1.1.2010 soll er gegenüber einem Polizeibeamten eine andere Person als Unfallfahrer bezeichnet haben, die sich auch selbst mit dem Manager des Angeklagten bei der Polizei als Fahrer ausgegeben hatte.

Soweit in der Öffentlichkeit auch die Tatbestände der versuchten Tötung durch Unterlassen und der unterlassenen Hilfeleistung erörtert worden waren, so haben die Ermittlungen insoweit ergeben, dass der Angeschuldigte die Unfallstelle erst verlassen hat, als bereits Ersthelfer vor Ort waren. Daher musste er nicht davon ausgehen, dass er die Unfallopfer in einer hilflosen Lage zurücklassen werde.

Der Angeschuldigte hat sich zum Tatvorwurf nicht geäußert”, schließt der Bericht.