Mittwoch, 14. Juli 2010, 10:30 Uhr

Eclipse - Bis(s) zum Abendrot: Keine neue Themen, aber geköpfte Vampire

München. Wie alle ‘Twilight’-Streifen ist ‘Eclipse – Bis(s) zum Abendrot’ ein Teenie-Liebesfilm mit Vampir-Würze, bietet aber mehr Action und ernsthaftere Gefühle als seine beiden Vorgänger.  Natürlich dreht sich auch im dritten Teil der Vampir-Saga alles um die Gefühle zwischen Schnuckel-Blutsauger Edward Cullen (Robert Pattinson) und seiner sterblichen Liebsten Bella Swan (Kristen Stewart). Anders aber als in ‘New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde’ wird die exklusive Liebe immer mehr zur Dreiecksbeziehung, denn Bella kämpft mit aller Macht um ihre Freundschaft zu Werwolf Jacob Black (Taylor Lautner), die im Begriff ist zu zerbrechen.

Dabei greift ihr ein schrecklicher Zufall unter die Arme: Vampirin Victoria (Bryce Dallas Howard) taucht wieder auf und will sich an Edward und Bella für den Tod ihres Freundes James rächen. Sie erschafft eine Armee neugeborener Vampire, die die Cullens und Bella vernichten soll. Um den zahlenmäßig überlegenen ‘Newborns’ entgegentreten zu können, müssen sich die Vampire mit den Werwölfen verbünden – was zwangsläufig zu einer Annäherung zwischen Bella und Jacob führt.
Soweit keine neuen Themen: Vampire, Menschen, Werwölfe, Gute, Böse, Liebe, Freundschaft – all das kennt der eingefleischte ‘Twilight’-Fan schon zur Genüge.

Dennoch schafft es ‘Eclipse – Bis(s) zum Abendrot’ sich ein Stück weiter zu entwickeln. Und das liegt nicht nur daran, dass Jacob statt sich das T-Shirt vom Körper zu reißen, einfach den ganzen Film über keins trägt. Es liegt zum einen an den heftigen Action-Szenen, in denen vor allem die (bösen) Jungvampire geköpft, zertreten und zerfleischt werden. Schon Anfang Juni versprach Haupt-Vampir Pattinson mehr Schock-Szenen im dritten Teil. “Es ist keine Fantasy mehr. Es ist wie ein Horror-Film”, erklärte der Star vor einigen Wochen gegenüber ‘MTV News’.
Zum anderen glänzt das neue Blutsauger-Abenteuer durch die komplexe Gefühlswelt von Bella, Edward und Jacob. Längst geht es nicht mehr nur um ein Mädchen, das auf einen geheimnisvollen Typen abfährt. Bella liebt Edward, für ihn will sie ihr Leben aufgeben und zum Vampir werden – koste es was es wolle. Den ganzen Film über drängt sie auf eine Verwandlung, verspricht letztendlich sogar, Edward zu heiraten, um zur Vampir-Braut zu werden. Die beiden spielen weniger Spiele miteinander, aus ihnen ist ein Team geworden.
Zur gleichen Zeit aber gibt Bella Jacob nicht auf, gesteht sogar, ihn auch zu lieben. In dieser Triangel kommen sich schlussendlich alle näher: Bella und Edward, Jacob und Bella – sogar Edward und Jacob.
‘Eclipse – Bis(s) zum Abendrot’ nimmt sich mehr Zeit, hinter die Fassade seiner Charaktere zu schauen, erzählt die Lebensgeschichten einige Nebendarsteller, wie die der Cullen-Geschwister Rosalie und Jasper, und schafft es so, den Zuschauer mehr zu fesseln, als die bisherigen ‘Twilight’-Streifen. Ein echter Kinogenuss! (CoverMedia)

Fotos: Concorde